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All Pigs Must Die – Hostage Animal ::: Review (2017)

zur Verfügung gestellt von Rarely Unable PR

All Pigs Must Die – nach vier langen Jahren des Wartens, steht mit Hostage Animal (27.10.2017, Southern Lord) das dritte Studioalbum der Crust Punk/Metal/Hardcore Supergroup All Pigs Must Die in den Startlöchern. Ob uns die Scheibe direkt ins Schlachthaus fährt, oder doch nur billiger Schweinkram ist, erfahrt ihr bei uns!

Okay, machen wir’s kurz. Hostage Animal ist ein absolutes Brett! Habt ihr ein paar Minuten Zeit? Dann hört doch einfach direkt in den ersten titelgebenden Song Hostage Animal rein. Man wird von der ersten Sekunde an angeschrien, mit scharfen metallischen Riffs in Scheibchen geschnitten, durch krustige Blastbeats und Schlagzeuggewitter zu Hackfleisch pulverisiert und am Ende des Songs nackt, verängstigt und zitternd vor dem Plattenspieler wieder ausgespuckt. Genau SO muss das laufen! Und dann geht der zweite Song los und das Spiel beginnt von vorn.

Beim ersten Anhören fällt direkt auf, dass All Pigs Must Die keine Anstalten machen, irgendwelche Kompromisse einzugehen. Hostage Animal klingt böse, wild und metallisch hart. Man hat eindeutig Vibes von Slayer, Morbid Angel und Co. im Ohr. Die Hardcore und Sludge Einflüsse, die auf dem Vorgängeralbum Nothing Violates Nature noch stärker zu hören waren, treten auf Hostage Animal etwas zurück. Dabei wirkt Sänger Kevin Baker (The Hope Conspiracy) angepisster als je zuvor – fuck einfach alles an diesem Album klingt angepisst!

zur Verfügung gestellt von Rarely Unable PR
credit Patrik Kučera

Mal düster und atmosphärisch, wie etwa beim Song Slave Morality, mal schnell, prägnant und einfach nur in die Fresse (z.B. Moral Purge): Das Songwriting der Band hat sich dynamisch und zum Positiven entwickelt und bietet mehr Abwechslung als zuvor. Das ist nicht mehr ein Einheitsbrei aus Hass und Pessimismus, der einem entgegengefeuert wird. Es ist ein hübscher, facettenreicher Mix aus Hass und Pessimismus! Für meinen Geschmack hätte es aber dann doch eine Spur geradliniger, noch mehr D-Beat/Hardcore und weniger Metal und Sludge sein dürfen. Ich will Drummer Ben Koller (Converge) ausrasten hören, das langsame, zähe Sludgezeug, kickt da nur bedingt.

Viel zu Meckern gibt es bei Hostage Animal dann aber nicht. Klar, das Album ist nicht gerade superzugänglich, und es wird bei den wenigsten in Dauerschleife laufen. Dafür ist es zeitweise doch zu anstrengend, gerade Passagen wie das eine Minute lange Geblaste im Song Cruelty Incarnate ist dann schon eher etwas für waschechte Black/Deathmetal Liebhaber. Auch hätte mir eine etwas einheitlichere Linie im Sound besser gefallen: Klar Abwechslung ist super! Yeah! Aber gerade in der zweiten Hälfte des Albums, in der die Songs länger und komplexer werden, bekommt man wirklich alles geliefert: Death- & Thrashmetal, Sludge, Hardcore und Crust. Weniger wäre da wohl mehr gewesen.

Fazit

Wenn du knapp 35 Minuten mitbringst und früh am Morgen weder Bart noch Beinbehaarung gestutzt hast, solltest du zu Hostage Animal greifen – denn dieses Album RASIERT dich! Fans von wildem Hardcore, Headbang-Metal und stumpfer Gewalteinwirkung werden mit der neuen All Pigs Must Die Scheibe ihren Spaß haben, auch wenn man sich erstmal darauf einlassen muss.

Lieblingssong: A Caustic Vision

 

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