Start Hardcore Beatdown Dagger Threat – Weltschmerz ::: Review (2022)

Dagger Threat – Weltschmerz ::: Review (2022)

Dagger Threat sind prominente Vertreter dafür, wie gut Crossover klingen kann und Weltschmerz dürfte ihr bisher vielschichtigstes Werk sein.

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Dagger Threat - Weltschmerz (2022)
Dagger Threat - Weltschmerz (2022)
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Drei Jahre ist es nun her, seit die Hamburger Formation Dagger Threat ihr Debütalbum auf die Menschheit losgelassen hat und in diesem Jahr folgt der von vielen erwartete Nachfolger Weltschmerz. Das Album wird am 03. Juni in digitaler sowie am 01. August 2022 in physikalischer Form erscheinen. Auch dieses Mal wird BDHW den Vertrieb von Album und Merch übernehmen.

Dagger Threat (Photo by @xverenakrzx)

Ich weiß noch genau, wie ich Dagger Threat entdeckt habe: Hier und da sah man das Bandlogo oder hörte von ihnen und der einprägsame Name, der beinahe ein Statement sein könnte, hat direkt mein Interesse geweckt. Ich hörte mir die beiden EPs Reality Bites und History Repeats an und bereits bei den ersten Durchläufen rückte das Quintett auf meiner persönlichen HC-Bestenliste ziemlich weit nach oben. Spätestens der Besuch eines Konzertes dürfte verständlich machen, warum die Band bisher großen Erfolg hatte: Harter Metal-Crossover HC, gespielt von unglaublich sympathytischen Menschen. Eine solide Zutatenliste.

Weltschmerz – eine „Spirale aus Erschöpfung, Melancholie und Ohnmacht“

Doch kommen wir zur neuen LP Weltschmerz. Den Anfang bildet ein Prolog, der mit tiefem, unheimlichem Klanggewand ein beklemmendes Spoken Word umhüllt. Somit beginnt das Album bereits ohne Musik damit, ein hilfloses und unangenehmes Gefühl im Hörer auszulösen. Vom Intro übergehend startet mit Jaded eine der Vorab-Auskopplungen, welche direkt den Ton der Platte vorgibt – und dieser ist definitiv nicht fröhlicher Natur. Scum Will Rise ist einer der härtesten Dagger Threat-Tracks und das darauffolgende Wither ist wiederum überraschend anders. Synthesizer, Klargesang und regelrecht klagende Vocals. Von Verzweiflung über Wut in Trauer gipfelnd treibt bereits die erste Hälfte den Hörer noch tiefer in eine emotionale Spirale, die mit Weltschmerz kaum treffender bezeichnet werden konnte.

Dagger Threat (Photo by @xverenakrzx)

Nach dem beinahe notwendigen Zwischenspiel, welches kurz Ruhe einkehren lässt, folgt mit Faint der einzige Song der LP, welcher ungefähr so war, wie ich es nach Gestaltzerfall erwartet hätte. Daran schließt sich jedoch in Form von Riven By Grief, gespickt mit elektronischen Klängen, erneut etwas Innovatives an. Flehende Klargesänge werden von harten Riffs abgelöst. So macht auch Unrest weiter, der das Gefühlsbild widerspiegelt, das den Hörenden mittlerweile inne sein dürfte: Eine stetige und unangenehme Unruhe, vorangetrieben von den wütend-trauernden Schreien des Fronters Tim.

„This world’s a cynic fuck. it’s you against yourself“

Im folgenden Epilog wird erneut Spoken Word eingesetzt, begleitet von nahezu hoffnungsvollen Klaviertönen und hellen Riffs – völlig konträr zur Aussage des Textes. Den Abschluss des Albums bildet Hard To Breathe. Es ist der Klimax, resultierend in ordentlicher Härte, aggressiven Vocals und stampfenden Rhythmen. Das abrupte Ende nach dem melancholischen Refrain lässt einen so ohnmächtig und hilflos zurück, wie es wohl wenige Alben vorher geschafft haben.

Dagger Threat sind prominente Vertreter dafür, wie gut Crossover klingen kann. Einflüsse von Deftones, Korn, Gojira oder Slipknot sind deutlich hörbar, dennoch immer in dem richtigen Verhältnis zu flottem Hardcore. Das Ergebnis ist mehr als rund und Weltschmerz dürfte somit das bisher vielschichtigste Werk der Hamburger sein. Die Band hat ihren Erfolg mehr als verdient und ich kann nur jedem empfehlen, sich Weltschmerz zuzulegen. Das Album ist bestellbar als CD, coloured Vinyl oder Digital via BDHW. Außerdem werden Dagger Threat demnächst auch noch bei einigen Konzerten live zu erleben sein, u.a. beim  Return To Strength Festival sowie beim Stäbruch Festival.

Tracklist:

  1. Prologue
  2. Jaded
  3. Scum Will Rise
  4. Wither
  5. Cynic
  6. Interlude
  7. Faint
  8. Riven By Grief
  9. Unrest
  10. Epilogue
  11. Hard To Breathe
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