Wow, da flattert mir aber eine schöne Platte in’s Haus! Die Debüt-EP der neuen Allgäuer/Münchner Hardcore-Combo Handshake, welche auf den Namen Affirmations For The Desperate hört und über Choke Records erschienen ist, sieht optisch schon mal klasse aus. Der Vinyl-Hype zieht natürlich auch nach sich, dass jede noch so kleine Band ihre Musik auf die Frisbees pressen lässt, was mich in den meisten Fällen auch total freut. Dass bei der Vielzahl an Veröffentlichungen auch einige nicht konsistent in Cover, Aufmachung und optische Ausrichtung sind, ist auch klar. Die Fünf-Song-EP von Handshake ist jedoch genau das: Konsistent, in sich schlüssig. Mit einem schicken Cover – eine schwarz-weiß Zeichnung mit rotem Rand und fettem Bandlogo – welches sofort in’s Auge springt und einer unaufgeregten Vinyl-Farbe (clear oder clear mit rotem Splatter) weiss die Aufmachung mehr als zu überzeugen. Das Ganze ist zudem Inside-Out bedruckt und es liegen ein DIN A2 Plakat sowie ein Lyric-Sheet dabei – besser geht es nicht, da hüpft mein Vinylnerd-Herz.
Und auch beim Inhalt wird schnell klar, dass hier nicht einfach drauflos geprügelt wird. Nein, hier steckt ein Konzept dahinter und die Jungs wissen genau, was sie wollen und machen.

Los geht es mit einem instrumentalen Intro mit hymnenartigen Gitarren und getragenen Melodien. Eine gewisse Melancholie kommt hier schön zur Geltung und somit ist der Song der perfekte Einstieg für die folgenden vier. Change Is All startet dann im Mid-Tempo-Bereich, bevor das Gaspedal recht schnell durchgedrückt wird und hinten raus Mosh-Elemente dazu kommen. Der etwas langgezogene Gesang überrascht mich etwas, hätte ich so nicht erwartet. Was im Intro schon anklang, setzt sich hier auch gleich weiter fort: Die saubere, spielfreudige und sehr melodische Gitarrenarbeit.
So wie die EP startete geht es dann auch weiter, einen Hänger gibt es nicht. Generell finden sich viele Elemente des klassischen Oldschool-Hardcores auf Affirmations For The Desperate wieder. So werden schnelle Passagen gekonnt mit Mid-Tempo-Parts und Mosh-Parts abgewechselt. Herausgehoben werden muss noch die astreine Produktion, die wirklich alle Instrumente super einfängt und ordentlich Druck rüberbringt.
Auffallend ist, dass die Songs – für Hardcore-Verhältnisse – relativ lang sind. Da fällt es meinem von Reels und Shorts angeknackstem Gehirn schwer, dran zu bleiben. Klappt dann doch und lohnt sich auch, da kein Song künstlich in die Länge gezogen wirkt und so die Gesamtspielzeit für eine EP doch recht ordentlich ist, da sind manche Alben kürzer.
Die Lyrics drehen sich hauptsächlich um positives Denken, mentale Gesundheit und die Kontrolle in einer kaputten Welt zu behalten. Gefällt!
Fazit: Wer auf Oldschool-Hardcore im Stile der 90er-Jahre mit sauberer Produktion, Gangshouts, Schnelligkeit und Härte steht, der wird Handshake mögen! Garniert wird das Musikalische durch eine super Aufmachung der Platte.




![Interview mit Robert “Nunzio“ Ortiz und Drew Stone von Antidote [2013]](https://www.awayfromlife.com/wp-content/uploads/Antidote-Hardcore-Band-New-York-218x150.jpg)












