HC-History mit Christoph Overhoff von Shoreline – Wie alles begann #100

Von den ersten Fat Wreck Sachen zu Just Went Black. Christoph über seinen Werdegang.

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Da morgen das fantastische neue Album Is This The Low Point Or The Moment After? von Shoreline erscheint, und es beidseitiges Interesse an einem Interview gab, mir allerdings gerade massiv die Zeit für ein solches fehlt, dachte ich mir: Warum nicht einfach eine Hardcore-History machen?
Persönlich finde ich die Rubrik immer spannend und zudem kommt sie für meinen Geschmack oft viel zu kurz.

Christoph Overhoff, seines Zeichens Bassist bei Shoreline, beantwortet mir die Fragen.
Viel Spaß beim Lesen.

AFL: Weißt du noch in welchem Club deine erste Hardcore / Punk Show stattfand? Gibt es den Club heute noch und hast du dort schon einmal selbst auftreten können?

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Christoph: NO USE FOR A NAME 2003 im Skater’s Palace in Münster. Ich war 13 und der Freund von unserem Kindermädchen hat mich damals mitgenommen. Sehr prägende Sache, danach war ich hooked.  Den Club gibt es immer noch, allerdings habe ich selber da noch nicht gespielt.

AFL: Hast du einen absoluten Lieblingsclub (In deiner Heimat / in Europa)?

Christoph: Ich bin immer gerne im JUHA-West in Stuttgart. Flo macht einen mega Job und steckt da so viel Herzblut ins Booking und die Durchführung, dass man sich als Band immer sehr wohl fühlt.

AFL: Erinnerst du dich an deine erste Hardcore-Punk Platte, die du besessen hast?

Christoph: Besagter Freund des Kindermädchens hat mir damals alle möglichen Fat Wreck Alben auf CDs gebrannt. Immer zwei Alben auf eine. Ich meine die erste CD, die ich hatte, war GOOD RIDDANCE – Operation Phoenix / NO USE FOR A NAME – Hard Rock Bottom. Die erste selbstgekaufte CD war dann glaube ich auch ein GOOD RIDDANCE Album. Die erste Vinyl war AMBITIONS – Stranger. Boah, die muss ich mal wieder auflegen haha!

AFL: Wie sieht für dich die perfekte Show aus?

Christoph: Diverses Lineup! Mehr FLINTA* Personen auf den Bühnen bitte! Ansonsten am liebsten drunter und drüber. Stagedives, Pit, Twostep. Aber bitte alles mit Respekt und aufeinander acht geben. Crowdkill oder sowas hab ich noch nie so richtig gecheckt. Wenn ich nur gucken will, will ich nur gucken, fertig. Beim Fußball oder so zwingt dich doch auch keiner mitzuspielen und kickt dir den Ball in die Fresse.

AFL: Was war deine absolute Lieblingsshow, die du besucht hast?

Christoph: Boah, sau schwierige Frage. Ich kann sagen, was in letzter Zeit meine Lieblingsshow war. Ein Sonntag Nachmittag in der Baracke Münster, Hardcore Matinee organisiert von Emotional Support Shows mit TIRED EYES, SPEED BUMP und JUNEJUNEJULY. Drei junge Hardcore Bands aus Herford aus dem Flacore-Umfeld, einer mega coolen, engagierten Crew, die einige geile Sachen in bester DIY-Manier reißt. Die drei Bands hatten auch viele aus ihrer Crew dabei und haben sich gegenseitig supportet. So entstand da eine total entspannte und positive, offene Atmosphäre. Mega schön zu sehen, dass jüngere Leute auch noch am Start sind und Hardcore und Punk so pushen.

AFL: Was war deine absolute Lieblingsshow, die du selbst gespielt hast?

Christoph: Hm, noch so eine schwierige Frage. Auch hier muss ich glaub ich wieder eine aus der letzten Zeit nehmen hehe. Wir haben mit SHORELINE im letzten Dezember unseren zehnten Geburtstag in der Sputnikhalle in Münster gefeiert und hatten uns unsere Freund*innen ATTIC STORIES und PHANTOM BAY eingeladen. Nicht zuletzt wegen solchen coolen Leuten war das eine ganz besondere Atmosphäre an dem Abend. Die Show war fast ausverkauft, es gab keine Barrier und die Leute sind ausgerastet, das war krass. Ich hab mir immer gewünscht, Shows zu spielen, bei denen ich Angst um mein Pedalboard haben muss. Das war so eine, hat riesig Spaß gemacht. Imposter Syndrome kickt da hart, kann bei solchen Shows nicht so richtig glauben, dass die Leute wegen meiner Band und unserer Musik so abgehen.

AFL: Gab es eine Show, bei der du dich heute noch ärgerst, dass du nicht dabei sein konntest?

Christoph: Manchmal denkt man ja, alles wäre früher cooler und besser gewesen, weil irgendwer von legendären Shows aus den 90ern oder so erzählt. Da denk ich dann auch manchmal, ich hätte was verpasst. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mindestens genau so legendäre Shows gesehen hab oder noch sehen werde, die mich die Energie von Punk und Hardcore genau so erleben lassen, wie damals. Es wird immer neue, aufregende und junge Bands geben, die HC für sich neu interpretieren und auf ihre Art rüberbringen. Also so richtig gibt es da glaube ich keine Show, über dessen Verpassen ich mich immer noch ärgere hehe.

AFL: Welche bereits aufgelöste Hardcore / Punk Band würdest du am liebsten noch einmal sehen?

Christoph: Oh, da sind mir direkt JUST WENT BLACK aus Hamburg eingefallen. Als ich früher anfing ein bisschen über meinen Fat Wreck- Tellerrand hinaus zu gucken, war das eine der ersten Hardcore Bands, die ich live gesehen habe. Ich glaube das war im AZ in Bielefeld. Leider hab ichs danach nie wieder geschafft, mir eine Show von denen zu anzugucken, feier das Album und die EPs aber nach wie vor sehr. Die Musik wurde übrigens gerade von SORRY SOMEHOW RECORDS auf allen Streamingdiensten verfügbar gemacht. Gute Sache!

AFL: Gibt es eine Person, die dich in Sachen Hardcore/Punk besonders beeinflusst hat?

Christoph: Siehe Frage 1! Thorsten, so heißt der Gute, hat mir damals meine ersten Punk/HC CDs gebrannt, mich mit auf meine erste Shows genommen und mir sogar die ersten Powerchords beigebracht. Gibt glaube ich keine Person, die einflussreicher auf meinen musikalischen Werdegang war, als er. Okay, vielleicht meine Mutter, aber die war nie so punk haha.

AFL: Was sind deiner Meinung nach die Top 3 Hardcore Frontpersonen?

Christoph: Als ich das erste mal PETROL GIRLS live gesehen habe, hat mich Ren Aldridge mit ihrer Energie in ihrer Performance und ihren Ansagen komplett weggeblasen. Wenn sie loslegt und alle Typen nach hinten schickt, weil sie nen FLINTA*-Pit will, weißt du halt was abgeht. Mega gut und verdammt wichtig.

Patrick Kindlon von DRUG CHURCH ist für mich irgendwie ein erfrischender Typ in Bezug auf HC-Frontpersonen. Hab die Band letztes Jahr in Köln gesehen und war nicht nur von der Musik unterhalten, sondern vor allem von seinen Ansagen zwischendurch.

Andrew Neufeld von COMEBACK KID seh ich immer wieder gerne die Bühne umpflügen. Schon so lange am Start und trotzdem immer krank viel Energie. Schiebt mich jedes Mal aufs neue hart.

AFL: Was ist für dich die meist unterschätzteste Hardcore/Punk Band?

Christoph: Falls ihr SKIRT aus Hamburg noch nicht kennt, solltet ihr die alle auschecken! Die haben letztes Jahr ein Demo rausgebracht, was mir richtig gut gefallen hat. Schnörkelloser Hardcore-Punk mit schönen Melodien und Tanzfaktor. Ich hoffe, ich sehe die bald live!

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