Cock Sparrer - Live @ Zakk Düsseldorf (2025)
Cock Sparrer - Live @ Zakk Düsseldorf (2025)

Feine Sahne oder Sparrer?

Manchmal kommt es halt einfach anders, als es geplant ist, denn eigentlich hatte ich eine Karte für Feine Sahne Fischfilet in Saarbrücken. Gut, ich bin kein Fan der Band, und wollte eigentlich nur meine Freundin begleiten, die Feine Sahne mag. Eigentlich hatte ich mich auf einen gemütlichen Abend im hinteren Teil der Halle eingestellt. Dann machte Alex Schwers Werbung für eine Cock Sparrer-Show am selben Abend in Düsseldorf.

Zugegeben, so schwer fiel es mir dann nicht, mir die Karte zu holen. Cock Sparrer sind in der Top 5 meiner  All-time-fav-Bands.  Gut, wir machten dann aus, dass an dem Abend jeder seine Show gucken geht.

Somit sammelte ich am Samstag dann den Bordsteinkanten Nico nebst seiner Frau und den Leidinger ein, und ab gings nach Düsseldorf. Von mir aus eigentlich gut zu fahren,  von Saarbrücken aus, schon recht weit.

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Gegen 18 Uhr waren wir dann da, trafen uns noch mit Bernd und Peter, es gab das erste Bier und einen Burger auf dem Weg zum Zakk. Der Burger sollte mir noch leid tun. Nicht dass er schlecht war, allerdings wurde mir irgendwie schlecht davon.

Zakk und los!

Kaum waren wir im Zakk fingen Emscherkurve 77 auch schon an. Die Halle war schon massiv gefüllt. Ich muss zugeben, ich habe mich mit Emscherkurve 77 nie wirklich befasst. Das mag vielleicht am Namen der Band liegen, der mich immer an so Zigarettenmarken erinnert, die der Opa früher geraucht hat. So dicke stinkende Dinger mit schwarzem Tabak. Ernte 23 oder sowas. Ich hab die Band jedenfalls mal am 15. Juli 2011 in Köln im Underground gesehen, als sie Opener für Agnostic Front waren.

Ich kenne echt kaum Lieder der Band, was ich persönlich dann immer schwierig finde. Allerdings gaben Spiller und seine Band richtig Gas und es schien den meisten zu gefallen. Nach einer halben Stunde wars dann auch schon vorbei. Als letztes Lied spielten sie dann Wir ham den Punk verstanden. Okay, dann wenigstens doch noch ein Lied, das ich kannte. Ich sollte mir die Band vielleicht doch mal anhören.

Cock Sparrer

Nach recht kurzer Umbauphase standen Cock Sparrer auf der Bühne und begannen ihr Set klassischerweise mit Riot Squad. Das Publikum war direkt Feuer und Flamme, und wie es bei einem Konzert der Briten üblich ist, sangen alle direkt mit. Das sollte sich nicht groß über das ganze Set ändern. Cock Sparrer legten eine Spielfreude an den Tag, das war einfach unfassbar. Man sah, dass sie richtig Bock und richtig viel Spaß hatten. Dabei hatten sie einen super Sound und spielten sau tight.
Ja, und selbst so einer Band kommt es dann mal vor, dass sie sich verspielt. Was aber nicht schlimm war, denn als Daryl Smith sich mal in den Saiten vergriffen hatte, musste Colin McFaull herzhaft darüber lachen, und hatte nichts Besseres zu tun, als seinen Bandkollegen ein wenig aufzuziehen.

Und das ist einfach das Faszinierende an dieser Band. Fast in Originalbesetzung seit 1972, brauchen sie keinem mehr was zu beweisen. Dabei sind sie nie peinlich. Man hat nie das Gefühl, dass man denkt, es wird allmählich Zeit aufzuhören. Nein, hier spielen Freunde seit mehr als 50 Jahren einfach verdammt gute Musik zusammen, und das merkt man einfach.
Letztendlich flogen einem hier nur Klassiker um die Ohren, und die Stimmung war stets gut. Jet von Buster Shuffle tauchte zwischendurch auch auf der Bühne auf und begleitete Cock Sparrer bei einem Song am Keyboard.

Lustigerweise spielten sie What’s It Like To Be Old. Das musste man nicht wirklich fragen, denn das hier war an sich eine Ü‑45‑Party. Aber hey, die Alten wissen, wie man feiert.

Nach einer Stunde und 15 Minuten war dann leider auch schon wieder Schluss. Zwei, drei Songs mehr hätte ich eigentlich noch gerne mitgenommen. Noch irgendwas von der Guilty As Charged. Ich weiß, dass alle sagen, dass Shock Troops ihr bestes Album ist. Ich fand Guilty As Charged immer das beste. Vielleicht auch, weil ich diese grandiose Band mit dem Album kennen und lieben lernte.

We’re Coming Back

Ein kleines schlechtes Gefühl hinterlässt der Abend allerdings. Ich weiß, dass es wahrscheinlich eines der letzten Male war, dass ich Cock Sparrer gesehen habe. Nächstes Jahr, dann noch einmal als Headliner auf dem Revolution Calling und dann? Vielleicht eine große Abschiedsshow in London? Wir werden es sehen.

Fazit

Ein mehr als geiler Abend. Die Alten (Bands wie Publikum) wissen, wie es geht und wie man ordentlich feiert. Super spielfreudig und einfach gut gelaunt sorgten Cock Sparrer mit ihren Hymnen für einen Wahnsinnsabend. Eine Band, die sich nie dem Mainstream anbiederte, sondern einfach ihr Ding machte. Und trotzdem muss man sie, wenn man von englischen Bands redet, egal aus welchem Genre, in einem Atemzug mit The Clash, Sex Pistols, Motörhead, Iron Maiden oder den Beatles nennen. Großartig!

Erwähnen wollte ich noch, dass Campino, der ja Riesenfan der Band ist, auch in der Halle war, mit ein paar anderen von Die Toten Hosen.

Gruß an Diana (Randale Records). Leider blieb es ja nur bei einem kleinen Hallo am Merchstand. Die Arme hatte mehr als Arbeit. Dann gibt es das Bier halt in Eindhoven.

Setlist Cock Sparrer

  • Riot Squad
  • Watch Your Back
  • Working
  • With My Hand On My Heart
  • Mind Your Own Business
  • What’s it Like To Be Old
  • One By One
  • Nothing Like You
  • Tough Guys
  • Bats Out
  • Here We Stand
  • Running Riot
  • Because You’re Young
  • Take ‚em All
  • Where Are They Now?
  • England Belongs To Me
  • We’re Coming Back
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– Playlist: Happy Release Day

2 Kommentare

  1. „Nach einer Stunde und 15 Minuten war dann leider auch schon wieder Schluss. Zwei, drei Songs mehr hätte ich eigentlich noch gerne mitgenommen. Noch irgendwas von der Guilty As Charged.“

    Die spielen eigentlich immer so lange du Superfan. Campino hab ich zum Glück nicht gesehen, hatte schon befürchtet, der versaut „Where are they now“. Aber dem war wohl auch klar, dass da wohl keiner Bock auf den hat. War halt kein Donots, Feine Sahne, DÄ etc. Otto Publikum. Dein Kommenar zu EK 77 spricht auch wieder Bände…

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