Als damals, vor gefühlt 40 Jahren For the Punx erschien, da hätten wohl nicht viele damit gerechnet, dass wir 2026 immer noch The Casualties feiern. Und nachdem vor ein paar Jahren Jorge ausgestiegen ist, war es wohl ebenso. Aber nichstdestotrotz sind die Street-Punk-Größen weiterhin am fuhrwerken und haben mit Detonate einen neuen Brecher am Start. Das Album kommt über das Label von Tim Armstrong (Rancid) namens Hellcat Records, welches schon viele andere mittlerweile große Bands herausgebracht hat, seien es The Distillers oder auch The Interrupters.

Detonate macht nichts, was man von The Casualties nicht schon kennt. Treibender, schneller Punk, aggressiv und doch mit Gangshouts, Chören und guten Riffs in gewisse Melodie zurückgeholt. Nach kurzem Intro geht es dann auch gleich mit einem üblen Schrei in den Titeltrack, der in anderthalb Minuten gewaltig in die Plauze tremmelt. Was man aber auch merkt, sei es direkt zum Auftakt oder im Verlauf des Albums ist, dass sie die angestaute Wut über die Entwicklung des Weltgeschehens nicht nur in blankem Entsetzen ausdrücken. The Casualties bieten auch klare Ansätze und verbale Hilfestellungen, wie man damit umgehen kann/soll. Mit Features der indigenen Punkband 1876 und Vinnie Stigma von Agnostic Front haben sie auch Verstärkung an Board, die nicht auf jedem zweiten Punk oder HC- Album zu hören ist.

The Casualties (Photo by Jeff Schaer)
The Casualties (Photo by Jeff Schaer)

Was hier auch der Fall ist: Wenn man sich hinsetzt und das Album durchhört gibt es zwei offensichtliche Merkmale. Zum Einen ist ein roter Faden durch die Platte gezogen. In musikalischer Hinsicht vor allem. Die Songs sind aufeinander stimmig, gehen immer gut ineinander über. Das ist mir damals bei Written in blood aber auch schon aufgefallen. Mag sein, dass das am Besetzungswechsel liegt. Zweitens kann man anhand der Titel der Songs erkennen, dass eben nicht nur dieses dauernde Gejammer und Gemecker im Vordergrund stehen soll, sondern eben schon erwähnte Aufbruchsstimmung. Auch wenn man meinen könnte, dass Detonate ein Soundtrack für einen Krigsfilm gedacht ist. Empire Falls, Ashes of War, Allies and Assassins, Wake up/Kill/Repeat

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Was bietet Detonate? Die neue Casualties ist ein brachialer Tritt in den Arsch. Sowohl Songwriting, als auch die Produktion der Platte geben einem Streetpunk/HC-Punk der Meisterklasse und lassen grundsätzlich keine Sekunde zum verschnaufen. Für mich seit langem mal wieder ein Punk-Album, welches Spaß macht, zu hören, auch wenn die Gesamtstimmung nicht nach Spaß schreit. Wer übrigens eine physische Version möchte muss sich noch bis Mitte Juli gedulden. Detonate ist erstmal nur digital erschienen. Trotzdem lohnt sich schon mal, reinzuhören. Außerdem ist die Band dieses Jahr auch fleißig auf Tour und bei Festivals wie dem Punk Rock Holiday oder dem SBÄM Fest anzutreffen. Als kann man gewissen AAAAAhhhs und OOOOOhhhs ja schon mal passend einstudieren.

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