Jan ist Sänger der Horrorpunk-Band Derry aus dem tiefsten Hessen. Die Jungs haben 2023 ihre Debüt-EP Remember The Curfew rausgebracht, und am 20. Januar 2026 erschien die neue Single Afraid of Spiders via FettFleck Records auf allen Streaming-Diensten eures Vertrauens. Das dazugehörige Album Its Many Faces steigt dann am 20. März 2026 aus der Unterwelt. Außerdem grölt Jan bei der Skatepunk-Coverband Don Schlaggo und die Gerechten, wo 90er-Hits in Bier umgewandelt werden. Hier kommen seine zehn Platten fürs Leben – oder besser gesagt: zum Sterben.
1Ramones – Rocket To Russia
Zu Beginn ein absoluter Klassiker. Wie so viele andere wäre ich ohne die Ramones wohl nie beim Punk gelandet. Sheena Is A Punkrocker lief in einer Schlüsselszene aus Friedhof der Kuscheltiere, den ich als Kind viel zu früh gesehen habe – das hat Spuren hinterlassen. Auf dem Album reiht sich ein Hit an den nächsten, roh und melodisch. Perfekter Einstieg ins Chaos.
2Blitzkid – Five Cellars Below
Einer meiner größten Horrorpunk-Einflüsse. Blitzkid zeigen hier ihre gesamte Palette und verbinden klassische Misfits-Vibes mit Einflüssen aus Metal, Psychobilly und sogar etwas Ska. Lady In The Lake ist außerdem mein liebster Track der Band – episch, düster und trotzdem catchy. Blitzkid sind auf jeden Fall eines der Vorbilder für den Sound von Derry.
3Blondie – Parallel Lines
80s-Pop, Wave, Punk – dieses Album ist alles auf einmal und dabei trotzdem unglaublich rund. Debbie Harry ist sowieso eine Ikone, und Parallel Lines ist für mich das musikalisch spannendste Blondie-Album. Sunday Girl, Hanging on the Telephone, One Way or Another – eine unfassbare Hit-Dichte auf dieser Platte.
4Body Count – Body Count
Meine erste Berührung mit Hardcore UND Rap. Body Count’s in the house – aggressiv, provokant, politisch. Das Intro knallt wahnsinnig rein, There goes the Neighborhood und Cop Killer (der ja nur auf der unzensierten Original-Version zu hören war) durften in meiner Teenie-Zeit auf keiner Party fehlen. Der Sound hat mich musikalisch ziemlich geprägt – und der Hass auf Cops war in dem Alter halt auch ganz praktisch.
5Demented Are Go – In Sickness & In Health
Psychobilly at it’s finest! Dieses Album hat mir als Teenager das Hirn weggebrannt. Ich hab mir danach sofort die Haare abrasiert und einen Flat stehen lassen (der bis heute mehr oder weniger besteht). Demented waren wahnsinnig wild, irre, rotzig – das ist keine Rockabilly-Romantik, sondern Rock’n’Roll auf Speed mit Gruselmaske. Die Stimme von Sänger Sparky ist zudem ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.
6The Bates – Pleasure + Pain
Die Bates kamen auch aus Hessen und sind mir unglaublich wichtig! Zimbl war ein Ausnahme-Künstler und ist viel zu früh gegangen. Dieses Album (aber eigentlich fast alle von den Bates) ist mein Soundtrack für durchzechte Nächte und Herzschmerz. Tonight, Donna Clara und Say It Isn’t So sind absolute Hits. Und ich kann nicht zählen, wie oft ich A Real Cool Time schon sturzbetrunken auf irgendwelchen Feiern mitgegrölt habe.
7Taylor Swift – Red
Jetzt wird’s kontrovers, aber: Ich bin bekennender Swiftie. Red ist für mich das perfekte Brückenalbum zwischen Country und Pop. All Too Well ist der beste Break-Up-Song aller Zeiten – und ganz ehrlich: Wer keine Angst davor hat, Gefühle zu zeigen, kann bedenkenlos zu Taylor Swift greifen. Die Frau schreibt bessere Texte als viele Punkbands 😉
8Iron Maiden – The Number Of The Beast
Metal war für mich früher die Einstiegsdroge in düsteren Kram. Zum ersten Mal bin ich durch meinen älteren Cousin damit in Berührung gekommen und Maiden waren einfach größer als das Leben – dieses Cover, diese Stimme, diese Riffs! Run To The Hills, Hallowed Be Thy Name, Children Of The Damned – das waren für mich damals mehr als nur Songs! Bis heute ein musikalisches Biest. Up the Irons!
9Cock Sparrer – Shock Troops
Wenn ich nur EIN Album auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte, dann das hier. Jeder Song ein Ohrwurm, voller Herz, Working-Class-Attitüde und Kneipenromantik. We’re Coming Back, Riot Squad und Take Em All laufen bei mir heute noch auf Dauerschleife, wenn ich einfach Lust auf einen gepflegten Mitgröl-Moment habe. Für mich das Oi!-Album schlechthin.
10Bad Cop/Bad Cop – Warriors
Diese Band bringt alles mit: politische Haltung, grandiose Refrains, Energie und eine gehörige Portion „fuck you!“. Warriors ist für mich das perfekte moderne Punkalbum: Empowerment, Haltung, Hooks – alles da. Wenn ihr noch nicht reingehört habt, tut euch den Gefallen. Anspieltipps sind I’m Done, Womanarchist und Amputations.





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