Das Trio Ablaze aus Portugal veröffentlicht am 6. Februar 2026 die Debut EP Slow Death. Musikalisch bewegt sich das Projekt irgendwo zwischen Post‑Hardcore, Mathcore und rohem 2000er‑Spirit – aber ohne Retro‑Pose. Hier wird nichts zitiert, hier wird verarbeitet. Die EP klingt, als hätte jemand die angestaute Energie der Pandemiejahre in vier Songs gepresst und dann den Deckel weggesprengt.
Im Jahr 2020, als plötzlich alles stillstand und keiner so richtig wusste, wohin mit sich, hat sich Hugo Martins von Pledge wieder auf das besonnen, was immer funktioniert hat: Musik. Eingesperrt zuhause, Pandemie im Nacken, hat er angefangen, Riffs zu schreiben – ohne großen Plan, ohne Druck, einfach Stück für Stück. Heraus kamen Songs, die genau das widerspiegeln, wie sich damals viele gefühlt haben: angespannt, roh, nach Innen gekehrt. Keine große Kunst, kein Konzeptalbum – nur ehrliche Momentaufnahmen aus einer Zeit, die sich für alle falsch angefühlt hat.
Als die Grundgerüste standen, holte Hugo Igor Esteves von Larkin dazu, der den Songs mit seinen Drums Wucht und Richtung gab. Danach lagen die Tracks dann erstmal einige Jahre auf Eis. Der Funke sprang erst wieder über, als Hugo zufällig André Cardoso traf – eine Stimme aus der portugiesischen Hardcore‑Szene der frühen 2000er. André hatte ewig nicht mehr ins Mikro gebrüllt, aber die Songs packten ihn sofort.
Und so formte sich aus den drei Bausteinen nach all den Jahren schließlich Ablaze.

Converge meets Botch
Die Gitarren sind kantig und nervös, die Drums drücken ohne Pause, und André Cardosos Rückkehr ans Mikrofon wirkt wie ein Befreiungsschrei nach über einem Jahrzehnt Funkstille. Die Einflüsse aus Converge, Botch oder Poison the Well sind klar hörbar, aber Ablaze nutzen sie eher als Brennstoff denn als Blaupause.
Ablaze liefern mit Slow Death ein Debüt, das klingt wie ein Schlag in die Rippen nach Jahren angestauter Stille. Vier Songs, die in etwas 10 Minuten ohne Umwege klarstellen, worum es hier geht: rohe Emotion, Druck, Unruhe, Entladung. Kurz, intensiv, direkt ins Gesicht.
Slow Death ist ein Projekt, das nie geplant war und genau deshalb so authentisch wirkt: ein spontanes Aufflammen, das heller brennt als vieles, was bewusst konstruiert wurde. Ein starkes, ehrliches Statement und ein beeindruckender Einstand.
Tracklist
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No
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Life
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Today
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Martyr





![Interview mit Robert “Nunzio“ Ortiz und Drew Stone von Antidote [2013]](https://www.awayfromlife.com/wp-content/uploads/Antidote-Hardcore-Band-New-York-218x150.jpg)














