Fuck. Werde ich alt? Bin ich jetzt erwachsen? Have I lost it?
Gucke ich in meinen Plattenschrank, sehe ich, dass ganze vier Platten aus dem Jahr 2025 und dann vielleicht zwei Handvoll Represses dazugekommen sind. Wenig Platten haben mich dieses Jahr wirklich begeistert, wenig neue Musik habe ich entdeckt, wenig Konzerte besucht, generell spielte Musik eine eher untergeordnete Rolle in diesem Jahr; stattdessen ganz viele Themen rund um Beruf, Alltag, Gesellschaft und generell Real Life Problems.
Dieser Jahresrückblick wird also entsprechend kurz.
Alben des Jahres
Zwei Platten kann ich hier nennen, die aber allesamt mitnichten von Newcomern kommen.
Stick To Your Guns – Keep Planting Flowers
Danke an meine Redakteurs-Kollegin Nita für ihr Review der Platte. Vielleicht hätte ich dem Album sehr wenig Chancen gegeben, hätte ich ihren Text nicht gelesen. Denn die Halbwertszeit der letzten Alben der Band nahm für mich Stück für Stück ab und ich hätte STYG schon beinahe abgeschrieben. Pustekuchen, das mittlerweile achte Album knallt so frisch, wie man es eigentlich nicht mehr erwartet hätte. Alle Songs auf den Punkt und genau die richtige Mischung zwischen Härte und Melodien.
Heaven Shall Burn – Heimat
Auch hier eine Überraschung, wie frisch die Band auf dem mittlerweile zehnten Studioalbum klingen kann. Im Review alles dazu geschrieben.
EP des Jahres
EPs gab es ebenfalls ganz wenige, die mich wirklich nachhaltig mitgenommen haben. Eine Triple-Split muss man aber nennen:
Statement of Pride, Destiny, Envision – It Comes From Within…
Drei aktuelle Bands mit den Wurzeln im End-90er-Anfang-2000er Hardcore vereint auf einer neuen EP. Natürlich funktioniert das extrem gut. Spannend zu sehen, wie die drei Bands die gleiche Roots, zum Teil ähnliche Stilelemente ganz anders interpretieren und alle drei es schaffen, einen sehr individuellen Sound zu kreieren, der dann aber trotzdem auf einer gemeinsamen Split doch homogen klingt.
Newcomer des Jahres
Support your local Scene und so.
True Gloom – True Gloom
Full length Debut der Band aus Hamburg. Geil angepisster Hardcore mit viel Schweinerock Elementen. Lohnt sich definitiv anzuhören!
Konzert des Jahres
Auch wenn es nicht viele waren, so waren doch die wenigen Konzerte alle Highlights des Jahres. Sei es Touché Amoré in der Fabrik, Battery im Indra, Parkway Drive auf ganz großer Bühne oder die Release Show von True Gloom.
Das absolute Highlight für mich war aber ein Konzert, das ich nicht mit der Kamera sondern direkt vor der Bühne genossen habe: Shai Hulud haben nach neun Jahren ihren Weg erneut auf europäische Bühnen gefunden. Und wie! Das Besetzungskarussell hat sich mal wieder gedreht und blieb diesmal vor 20 Jahren stehen (mein Gott bin ich alt…), zumindest was die Vocal Position angeht. Geert van der Velde zurück am Mikrofon. Geil.
Enttäuschung des Jahres
Zu allererst muss man hier leider mal wieder den Zustand der Welt und unserer Gesellschaften allgemein nennen. Douglas Adams schrieb so schön von einer Zeit „fast zweitausend Jahre nachdem ein Mann an einen Baumstamm genagelt worden war, weil er gesagt hatte, wie phantastisch es doch wäre, wenn die Leute zur Abwechslung mal nett zueinander wären“. Gefühlt sind wir mittlerweile weiter von diesem so einfachen Ideal weg als jemals bisher in meiner Lebenszeit. Fuck.
Ein großer Dank an alle stabilen Leute da draußen, die sich weiter gegen den Rechtsruck und Populismus in dieser Welt stellen!
Und musikalisch? Tja, wenn man nicht viel mitnimmt, kann man auch nicht so sehr enttäuscht werden.
Ausblick für 2026
Antifaschismus war noch nie so wichtig. Alle zusammen.
Musikalisch freue ich mich auf darauf, dass Shai Hulud mit Geert van der Velde am Mikro nicht nur live spielen sondern auch eine neue Platte aufnehmen. Fingers crossed.





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… na dabei habe ich doch gerne geholfen ; )