Das hier fällt wohl alles unter die Kategorie „bizarre bizarr“. Aber von vorne. Danny Lutz hat eine neue Band am Start und die heißt Danny & The Jerks.
Danny wer, fragt ihr euch bestimmt. Nun ja, Danny Lutz war Mitbegründer von GNEZL DREI, einer der ersten Straight-Edge-Hardcore-Bands in Deutschland. Jedenfalls wird das mal so auf Discogs behauptet. GNEZL DREI mischen 1994 die Szene mit ihrer ersten und einzigen 7-Inch-Single auf.
Ah, jetzt ja! Geht euch ein Licht auf? Dann geht’s euch wie mir. Selbst auf meine Frage an meinen allerliebsten Musik-Nerd-Freunde konnte mir keiner sagen, wer Danny Lutz ist, und von GNEZL DREI hat bis dato auch keiner gehört.
Danny ist mittlerweile 51 Jahre alt, Vollzeitnerd und hat die Faxen dicke. Er scheißt auf Konventionen, Schubladendenken und auf die Vergangenheit.
Mit Radical Nightmare – Six Songs With Radical Content liefert er eine Bomben-EP ab.
Das Tape wurde selbst aufgenommen und selbst bemalt, das Inlay wurde kopiert und alles in einen schicken Pappschuber gesteckt. Mehr DIY geht nicht, oder du müsstest das Magnetband der Kassette selbst häkeln.
Die Songs, die zu hören sind, kommen einfach nur saugeil. Ich verspüre echt so einen Nostalgiefaktor. Tape rein, rauschen, dann geht’s ab. Die Lieder haben allesamt einen extrem geilen Groove und der Bass wummert wie blöde. Mehr braucht es manchmal nicht, um mich glücklich zu machen. Das Ganze klingt irgendwie wie Musik aus der Zeit, als Henry Rollins herumbrüllte, dass er ein Lügner ist.
Als viele alte Hardcore-Bands was Neues versuchten. Schon noch zu erkennen, wo man herkam, aber mit mehr Groove und schwereren Tönen. Irgendwie wie eine Hardcore-Band, die mit Josh Homme am Lagerfeuer in der Wüste sitzt und irgendwas Punkiges für die Desert Sessions spielt.
Manchmal kommt mir auch irgendwie Pist.On (kennt die noch einer) in den Sinn.
Fünf supergeile Songs, und ein Cover von den Ramones. Aber ganz ehrlich: Mit so viel Schmackes hab ich Cretin Hop auch noch nie gehört.

Was soll der Mist?
Ja genau, was soll das? Früher hätte man dieses Tape kopiert und hätte es in der Schule seinem Banknachbarn weitergereicht, und die meisten hätten es gefeiert. Heute, in Zeiten, in denen alles zu finden und zu besorgen ist, findet man einfach nichts.
Keine Facebookseite, kein Instagram, kein Spotify, kein YouTube-Video, einfach rein gar nichts. Ich glaube ja schon lange keinem Musiker mehr, der sagt: Ich will underground bleiben. Oder hab ich hier den einzigen gefunden?
Ich sag’ mal so: Wenn man schon das Talent hat, so ein geiles Tape zu machen, sollte man auch dafür sorgen, dass Menschen es sich anhören können. Es wäre verdammt schade, wenn es nur bei einer Handvoll Hörern bliebe. Also, falls irgendein Labelmensch diese Zeilen lesen sollte, kontaktiert den Danny doch mal und macht einfach ’ne Platte mit ihm. Es lohnt sich definitiv.
Wer sich selbst einen Eindruck machen möchte, und das ultralimierte Tape haben will, der schreibt einfach an: danielferdinandlutz@web.de oder kuckt hier bei Flight 13 Records.
Kleines Update, inzwischen dann auch Online auf Spotify zu finden: https://open.spotify.com/artist/64EawHCHN24S5p21zQh8Rz?si=lTYKPvPKQyqHHPcWJzWXEg
Tracklist
- Slither
- Detherrocknrollsmile
- Playinggames
- Mfucka
- Radicalnightmare
- Creetinhop (Ramones Cover)





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