Als die Ankündigung zur Brother Tour kam, und ich sah, dass es auch einen Halt in Saarbrücken geben würde, musste ich mir direkt ’ne Karte besorgen. Klar, Lion’s Law habe ich schon oft gesehen, allerdings noch nicht, seit Evermore erschienen ist, und zum anderen war die Auswahl an Vorbands einfach nur geil.
No Time, First Attack, The Chisel und Ultra Sect. Zwar nicht alle gleichzeitig, und mal mit jenen und mal mit den anderen, aber so oder so alles geile Kapellen.
Nach der Frühschicht machte ich mich dann auf, um Richtung Saarbrücken zu fahren. 120 Kilometer können manchmal doch lang und anstrengend sein, wenn man schon seit 4 Uhr morgens draußen in Kälte und Regen malocht hat.
Aber zum Glück habe ich ja in Saarbrücken bei meiner Freundin einen Zweithafen, und da gabs direkt mal einen Kaffee, um einigermaßen fit zu bleiben.
Dann ging es auch fast schon auf zur Garage, wo das Konzert im ausverkauften kleinen Club stattfinden sollte.
Klar, die ganze Bande an den üblichen Verdächtigen lief einem mal wieder über die Füße. Dann musste ich leider feststellen, dass No Time zwar Merch da liegen hatten, aber heute hier nicht spielen sollten. Tja, das hatte ich verpasst, dass sie für hier gar nicht dabei waren. Aber im Prinzip auch gar nicht so schlimm. Weniger Bands würden bedeuten, dass ich früher ins Bett kommen würde.
First Attack
First Attack bliesen zum ersten Angriff des Abends. Eine recht neue Band rund um Greg Huff. Ich muss ja zugeben, dass ich mich im Vorfeld mehr auf First Attack gefreut hatte als auf Lion’s Law. Was aber daran lag, dass ich First Attack noch nie live gesehen hatte, ich im Prinzip alle Projekte von Greg sehr mag, sei es nun Bishops Green oder Lancaster oder was der Mann sonst noch alles auf die Beine gestellt hat. Seine Stimme ist einfach herausragend und hat einen unfassbaren Wiedererkennungswert.
Meine Freundin sah das als Riesen-Bishops-Green-Fan auch so. Als wir Bishops Green zuletzt gesehen hatten, war sie leider ultra krank und konnte das Konzert gar nicht so genießen. Und ja, First Attack klingen ja doch schon nach Bishops Green, was halt wiederum an Gregs Stimme liegt. Vielleicht ein wenig dunkler und ein wenig waviger.
Eigentlich hatte ich mir Gedanken gemacht, dass der Auftritt in die Hosen gehen würde, denn im Laufe vom Tag kam von Huthi, Sänger von Das Gelbe vom Oi, Folgendes:
Ich hab bis halb 7 mit Greg gesoffen … das wird ein harter Gig für die heute.
Greg schien die Nacht allerdings gut verkraftet zu haben, denn First Attack waren einfach nur gut. „Letzte Show“, meinte Greg, „dann geht’s wieder zurück nach Kanada. Man hat ja schließlich auch einen Job.“
Aber ja, der Auftritt war klasse und alles, was ich mir erwartet hatte. Zudem spielten sie auch einige neue Songs, denn Album Nummer zwei soll dann wohl bald folgen.
Setlist First Attack
- Run You Down
- Pull It Over Your Eyes
- Too Afraid
- Another Soldier
- We’re The Victim
- Enough
- Looking Back
- If You Say So
- Hit A Wall
- Violent Society
- No Escape
- On The Other Side
- More Sorrow
Lion’s Law
Wattie von Lion’s Law stand dann auch direkt nach der Ouverture auf der Bühne. Wer Lion’s Law mal live gesehen hat, weiß, was der Herr für eine Frontsau ist. Das Publikum war auch direkt viel tanzfreudiger, was aber auch am druckvolleren Stil der Pariser liegt. Klar spielten hier beide Bands Oi!, aber da kann man mal sehen, wie unterschiedlich der doch eher limitierte Sound sein kann. Lion’s Law mit neuem Gitarristen lieferten den totalen Abriss. Ohne viele Ansagen, was aber auch daher geschuldet war, dass um 22:00 Uhr Schluss sein musste, wegen der Anwohner.
Lion’s Law spielten viele Songs von Evermore, was ich sehr begrüßte, da ich die Songs noch nicht live gehört hatte, und natürlich ihre ganzen Klassiker.
Und ja, ich muss sagen, dass diese Band mittlerweile eine der ganz großen der Oi!-Szene ist. Und viele Songs liefern die jetzt schon als Klassiker in die Analen eingehen werden.
Setlist Lion’s Law
- Ouverture
- Crucified
- Our generation
- Lafayette
- Brother
- Escape
- Lonely Road
- I Don’t Give A Damn
- Paris
- It’s A Shame
- The Code
- I Ran (A Flock Of Seagulls Cover)
- Knock’em Out
- Sewer Rats
- The World is On Fire
- Zonard
- Emeute (Crew 86 Cover)
- Antisocial
- For My Clan
- Skinhead
Beim letzten Song machte ich mich schnell zu Merch, holte mir noch eine Platte und ein T-Shirt, und wir machten uns ohne uns zu verabschieden vom Acker. Ich kenne mich, und ich konnte es mir echt nicht erlauben, mich noch in Gespräche zu verwickeln.
Nach ein paar Stunden Schlaf sollte der Wecker wieder klingeln, und ich fragte mich morgens auf der dunklen Autobahn, als ich die 120 Kilometer total übermüdet zur Frühschicht fuhr, warum man sich das immer wieder antut. Im Radio lief gerade Sewer Rats, das von einer meiner Playlisten abgespielt wurde, und mir wurde klar: Deshalb, genau deshalb!
A working class hero is somethning to be Oi!
Fazit
Super Abend, mit zwei geilen Bands, die alles lieferten, was man erwartet hatte. Zwei Oi!-Bands, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Soviel zu „diese Musik ist stumpf“.
Großen Dank an Petrik Nischik für die Bilder und die Videos.





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