Ja ist denn schon wieder so viel Zeit vergangen, dass ein neues Melonball-Album ruft? Tatsächlich… Nach dem doch sehr durchschlagenden Erfolg vom Debüt der Nürnberger Punkformation war die Messlatte aber auch hoch und so durfte man sich entspannt zurücklehnen und Take Care auf sich wirken lassen. Nachdem wir ja schon mit der ein oder anderen Vorabsingle beglückt wurden wissen wir, dass sich der Sound von Melonball nicht zum Negativen entwickelt hat und die Power, die das Quintett um Frontfrau Oli an den Tag legt immer noch ganz weit oben anzusiedeln ist. Schnelle Songs mit viel Wut treffen auf schöne Melodien, die ins Ohr gehen und dort auch bleiben. Die unverblümt politische Message lässt einen auch nicht im Unklaren, wie wichtig der Band eine deutliche Positionierung ist.

Das Album beginnt mit Silence = Compliance und so ein Opener muss ja bekanntlich die Gangart der Scheibe schon in gewissen Maße vorgeben. Das passiert auch hier. Die Harmonien und das Tempo geben dem bekannten Melonball-Sound ein frisches Gewand und man merkt, dass sich im Songwriting auch einiges getan hat. Ausgefeilte Riffs, starke Arbeit an den Drums und eine Wut, die sich sowohl in den Lyrics, als auch in der Art der Vocals wiederspiegeln. Ignite ist dann ein Beweis dafür, dass sich verschiedene Stile in qualitativer Hochwertigkeit zwar in einen Song packen lassen, dennoch aber im Ohr des Laien einfach wirken können. Was da aber dahinter steckt, das merkt der Kenner / die Kennerin aber sofort.

Melonball by Shmagi Liklikadze
Melonball by Shmagi Liklikadze

Garbage Day, eine weitere Vorab-Auskopplung gibt dann mal in knapp anderthalb Minuten alles. Vollgas, aggro, einfach alles. Aber auch bei vielen anderen Songs spielen sich die einzelnen Instrumente den Ball gegenseitig zu und Jener wird von den immer passenden Vocals geschmeidig ins Netz geballert. Auch Songs wie 129 oder Bullshit Revolution sind beste Beispiele, dass man sich einfach nicht auf den Lorbeeren ausruhen wollte, sondern dass es der Band wichtig ist, durchgehend Qualität zu liefern.

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Final bleibt mir hier einfach eine Gratulation an Rookie Records auszusprechen, die sich neben Thousand Islands Records dran gemacht haben, diese Band zu signen. Gab schon wesentlich beschissenere Deals 😉 Nein, im Ernst: Melonball haben für meinen Geschmack eine Schippe drauf gelegt und Take Care finde ich im Geamtpaket sogar nochmal eine Stufe besser als Breathe. Die 12 Tracks bestechen durch solides Songwriting, starke Instrumente und durchdachte Lyrics ohne stumpfes Gedresche. Meloball werden ihren steilen Weg weiter gehen und sich in der Szene weiter etablieren. Starkes Ding.

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