„KI kann keinen Punkrock“ habe ich gerade eben in einem Interview mit Pogendroblem im Musikexpress gelesen. RocKI will uns mit seinem zweiten Punk-Album Kein Künstler das Gegenteil beweisen. Wie schon beim Erstling Kunst ist künstlich (Review hier) ist nicht alles künstlich. Die Texte stammen von der Person hinter der KI, die Musik und der Gesang wurden jedoch per KI erzeugt. Dabei bedient sich der Schreiberling der SunoAI, ein kostenpflichtiger Musik-AI-Generator.

Musikalisch gelingt es auf dem Album besser die Songs etwas dreckiger klingen zu lassen. Auch die Stimme(n) Sind gar nicht mal so schlecht. Die Texte sind engagiert, gegen rechts und gesellschaftskritisch. Sehr gut gefallen mir die Songs, die ein bisschen gruftiger ausgefallen sind. Mit dem Titelsong Kein Künstler stellt RocKI klar, das er sich nicht wirklich als Konkurrenz zu den „richtigen“ Punkbands versteht. Natürlich ist hier nicht alles Gold was glänzt, aber so schlecht kommt das Ergebnis nicht rüber. Und wenn man an die berühmten Schlachtrufe-Zeiten, insbesondere zu S.I.K./Nix-Gut-Zeiten, denkt, dann ist das Ergebnis sogar qualitativ besser. Mann, was gabs damals für Schrottbands…

Ich will jetzt nicht auf die einzelnen Songs eingehen, aber dennoch ein paar hervorheben. So funktioniert Geschichten und Der Himmel ist blau ziemlich gut, sie erinnern ein wenig an Bands wie Fliehende Stürme oder auch Wolfsheim. Natürlich ohne deren Klasse ganz zu erreichen. Aber: die KI-generierte Stimme ist angenehm düster und die Texte überraschend gelungen. Andere sind generischer Deutschpunk, wie ich ihn oben bereits beschrieb. Pirat hat auch was von Mr. Hurley und wirkt als Punkstück auch ziemlich gut. Was mir besonders gut gefällt: auf dem letzten Werk klang vieles nach Deutschrock, das ist jetzt gar nicht mehr der Fall. Auch eine gewisse Rotzigkeit findet sich nun in den Songs. Zum Teil immer noch etwas zu clean produziert, aber das soll nicht stören.

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Weiterhin ein sehr interessantes Experiment. Checkt mal die Bandcamp-Seite aus, da gibts auch noch Metalalben und Neoklassik. 5€ soll das vorliegende Werk kosten. irgendwie muss das Sonu-Abo ja auch bezahlt werden. Keine Wertung, da außer Konkurrenz.

1. Deutsche Rebellen 03:19
2. Kein Künstler 02:47
3. Gedankenraum 03:16
4. Kreisel fahr’n 02:11
5. Geschichten 04:24
6. Trümmerkinder 04:24
7. Auf dem Weg 03:12
8. Schönen Gruß 03:05
9. Einfach stumm 04:31
10. Der Himmel ist blau 05:14
11. Blaulicht (Trümmerkinder II) 03:31
12. Nimm mich 05:48
13. Pirat 03:15
14. Abschied 04:09

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– Playlist: Happy Release Day
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Gripweed
Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.

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