The S.E.T. – Self Evident Truth (2026)
The S.E.T. – Self Evident Truth (2026)

Self Evident Truth ist eine dieser typischen Flatspot-EPs, die keine Sekunde verschwenden. Nicht ganz überraschend, denn die Band ist eine All-Star Truppe aus Che (Gründer von Flatspot), Ryan (ehemaliger Drummer von End It) und Brady (ehemaliger Gitarrist von Turnstile). Die Band bringt sieben Songs in knapp fünfzehn Minuten und maximale Power. Denn The S.E.T. spielen Hardcore mit Crossover-Elementen: wenig Deko, viel Groove und starke Riffs als klare Kampfansage an die Konkurrenz. Es ist erkennbar Baltimore-Schule, aber mit dem New-York-Mindset im Hinterkopf. Also eher Leeway/Judge als moderner Metalcore.

Musikalisch funktioniert das super: Die Band setzt auf kurze, kantige Motive, die nicht abgedroschen klingen und einen hohen Wiedererkennungswert liefern. Die Riffs sitzen in wenigen Takten und werden so lange wiederholt, bis sie sich wie ein Slogan im Gehirn festbeißen. Die Breaks sind wie harte Schnitte mit der Machete: kurz Luft holen, nächster Schwung. Gerade „T.M.T.“ steht sinnbildlich für diese Logik: Groove-first und kontrollierte Aggression.

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Also insgesamt alles cool, oder? Nope! Man kann dieses Release nicht besprechen, ohne die Tatsache zu benennen, dass Brady kurz vor der Veröffentlichung der EP aus der Band geworfen wurde. Nachdem Brady bereits bei Turnstile durch ein schwieriges Verhalten aufgefallen war und daraufhin die Band verlassen musste, wurden ihm nun erneut seine Fehltritte zum Verhängnis. Nachdem er kürzlich dem Sänger von Turnstile, Brendan Yates, der Veruntreuung von Spendengeldern während ihrer gemeinsamen Zeit vorgeworfen hatte, ohne dafür Beweise oder Anhaltspunkte zu liefern, traf die Band die Entscheidung ihren Gitarristen umgehend aus der Band zu schmeißen. The S.E.T. müssen sich also schon zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung ohne die Quelle ihrer herausragenden Riffs neu erfinden. Sicherlich eine große Aufgabe!

Unterm Strich ist Self Evident Truth keine EP, die überraschen will. Sie will den Zeitgeist treffen. Und sie trifft ins Schwarze: mit kompakten Songs und einer konsequent umgesetzten ganz eigenen Klangwelt. In Summe ein sehr solides Stück Hardcore, das genau weiß, was es ist und doch nie wieder das sein wird, was es mal war.

Die EP erscheint am Freitag via Flatspot Records.

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– Playlist: Happy Release Day

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