Christoph Ziegltrum ist seit 2002 Musikjournalist (u.a. bei Vampster) und legt nun seinen Debütroman Mammal, Untertitel:Ein dystopischer Rock ’n‘ Roll-Roadtrip vor. Insgesamt sechs Jahre hat er an dem Buch gearbeitet, das merkt man auch: stolze 416 Seiten im Paperback (oder als ePub), über BOD veröffentlicht.g
Mammal handelt von der gleichnamigen (fiktiven) Band und dem Musikjournalisten Henny Verstrappen. Es spielt im Jahr 2043 in Europa, das grundlegende Veränderungen erfahren hat. Alle diese werden nicht erklärt, sondern der Leser wird langsam hineingeführt. Nach einem gescheiterten Interviewtermin mit dem charismatischen, aber auch teilweise unnahbaren Bandleader erhält Henny dennoch das Angebot die anstehende Tour zu dokumentieren und über die Webseite eines Magazins als Videotagebuch zu führen. Doch Gabriel hat einen Plan: er will die verbotenen und von Repression gezeichneten Ostblockstaaten bereisen und auch dort illegale Konzerte durchführen. Henny soll dabei draufhalten. Während der Tour de Force, die schon in Europa Band und Journalist an ihre Grenzen bringen, gelingt es Henny Gabriel einige Informationen zu entlocken, man erfährt die dunklen Geheimnisse von Gabriel und dennoch bleibt eine gewisse Distanz. Ich denke, ich mache kein Geheimnis daraus, dass die Beziehung zwischen den beiden bei der Reise in den Ostblock eskaliert. Aber wie, das müsst ihr selbst herausfinden.
Mammal ist eine Band in der Tradition von Tool und Ulver, eine Band, die mit den Erwartungen des Publikums spielt, häufig den Musikstil wechselt und von Zeit zu Zeit auch mal ein Trollalbum auf den Markt wirft. Dem Buch liegt eine komplette Diskografie bei, die 2023 begonnen hat. Konnte dennoch kein Album auftreiben 😉 Aber auf Deezer gibt es eine Playlist, die so ein bisschen die Inspirationen darlegt, die Ziegltrum verwendet hatte. Das sind so illustre Bands wie Blut aus Nord, Lubomyr Melnyk, Godflesh, Sigur Rós, Integrity usw. Also nicht so das einfache Programm musiktechnisch.
Kommen wir mal zum Inhalt und ob das ganze fesseln kann: Ja, das kann es. Ziegltrum hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der sehr beschreibend ist, ohne langatmig zu wirken. Die Bilder, die er verwendet, sind klar und man wird schnell in die Geschichte hineingezogen. Sie ist spannend erzählt und weiß über die recht lange Laufzeit zu fesseln. Ab und zu konnte man die Zigaretten quasi riechen, die die Protagonisten im engen Tourbus geraucht haben, oder das Gläserklirren im Backstage hören. Ich habe das Buch gerne gelesen, vor allem, weil es ein durchaus interessantes Konzept ist. Eine Leseempfehlung von mir dafür.








![Interview mit Robert “Nunzio“ Ortiz und Drew Stone von Antidote [2013]](https://www.awayfromlife.com/wp-content/uploads/Antidote-Hardcore-Band-New-York-218x150.jpg)









