Schlaffke ist aus der deutschsprachigen Punkszene nicht mehr wegzudenken. Zwar ist der große Erfolg ihm in den unterschiedlichen Konstellationen verwehrt geblieben, dennoch beehrt er seit über 40 Jahren die Bühnen und CD-Spieler mit stoischer Regelmäßigkeit. Gemischte Tüte ist das 10. Werk aus dem Hause Zwakkelmann, erst letztes Jahr erschien eine neue Single von Schließmuskel. Trotz der 60 Jahre wird der Fuß vom Punkpedal nach wie vor nicht genommen und zum ausführlichen Gespräch ist Schlaffke auch bereit. Das will doch direkt mal genutzt werden.
Punk hat mir da irgendwo Halt gegeben – und tut das bis heute noch.
AFL: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und zum Release deiner neuen Platte Gemischte Tüte – mittlerweile auch schon die zehnte Veröffentlichung, wenn mich Discogs nicht belügt. Fangen wir direkt mal sentimental an: Hätte der junge Schlaffke zu Beginn seiner Musikerkarriere, die jetzt auch schon über 40 Jahre andauert, gedacht, dass er mit 60 immer noch auf der Bühne steht?
Schlaffke: Darüber habe ich mir früher ehrlich gesagt gar nicht so groß Gedanken gemacht. Ich habe damals eher gehofft, dass ich nicht irgendwann zum Spießer werde und plötzlich andere Musik höre – also dass ich weiterhin Punkrock höre und Punk mache.
Und ja, ich glaube sogar, dass der junge Schlaffke ein bisschen stolz auf den alten wäre.
Wenn er mich heute in den Videos sehen würde, würde er wahrscheinlich sagen: „Mein Gott, ist der alt geworden“, und sich vielleicht auch ein bisschen lustig machen. Aber im Grunde wäre er, glaube ich, schon stolz.
Ich habe ja auch erst mit 25 angefangen, Gitarre zu spielen, also relativ spät. Mit Schließmuskel haben wir schon zehn Jahre vorher angefangen, und erst dann habe ich mir irgendwann Gitarre selbst beigebracht. Früher hätte ich gar nicht gedacht, dass ich überhaupt mal Gitarre spielen oder Platten produzieren würde. Ich glaube schon, dass ich als junger Schlaffke ziemlich überrascht gewesen wäre – gerade auch mit Blick auf diese lange Zeit.
AFL: Also glaubst du nicht, dass er gesagt hätte: „Boah, der alte Schlaffke ist ja peinlich. Immer noch Punkrock, immer noch drei Akkorde“?
Schlaffke: Kann natürlich sein. Aber ich glaube, ein paar Sachen würde er gar nicht so schlecht finden.
AFL: Der junge Schlaffke hätte wahrscheinlich auch nie gedacht, dass der alte Schlaffke irgendwann Jazz spielt.
Schlaffke: Auf keinen Fall. Wobei ich als Kind natürlich auch nicht mit Punkrock angefangen habe. Die ersten Sachen, die ich gehört habe, waren die Beatles, Udo Jürgens oder Simon & Garfunkel. Das hatte mit Punkrock noch überhaupt nichts zu tun.
Dann kam irgendwann Glamrock – The Sweet, Queen und so weiter – und erst danach Punkrock. Ich glaube sowieso, dass die Musik, die man als Kind hört, oft einen noch größeren Einfluss auf die spätere Entwicklung hat.
AFL: Aus deiner Leidenschaft für die Ramones machst du ja kein Geheimnis. Aber würdest du sagen, dass jemand wie Udo Jürgens, der nun wirklich nicht direkt mit Punkrock zu tun hat, trotzdem einen großen Einfluss auf dich hatte?
Schlaffke: Ja, definitiv. Auf jeden Fall. Und ich glaube auch, dass das total wichtig ist, wenn man sich im Punkbereich bewegt: dass man eben auch andere Musik hört. Jello Biafra hat mal gesagt, wie wichtig es ist, sich überall Inspiration zu holen. Alles andere wäre langweilig.
Gerade bei Zwakkelmann hört man das ja auch. Da wirken viele Einflüsse auf mich ein – Sixties-Sound, Udo Jürgens, Country. Auf der neuen Platte ist ja auch wieder ein Western-Song dabei.
Du stehst nicht unter so einem Druck, kannst mehr dein Ding machen und musst dich nirgendwo anbiedern.
AFL: Kommen wir noch mal kurz auf den jungen Schlaffke zurück. Sowohl Schließmuskel als auch Zwakkelmann haben einen gewissen Kultstatus. Hättest du dir jemals vorstellen können, dass du so etwas erreichst? Das ist ja nichts, was man einfach plant – das entsteht eher aus sich selbst heraus.
Schlaffke: Am Anfang nicht so wirklich. Aber später, mit Schließmuskel, habe ich schon gemerkt, dass das, was wir da machen, irgendwie originell ist und für sich steht. Und Zwakkelmann und Schließmuskel kann man da durchaus vergleichen. So richtig großen Erfolg hatten wir ja nie, und deswegen war mir eigentlich immer klar, dass das eher in Richtung Kultstatus geht.
AFL: Man könnte vielleicht sagen, dass beide Bands eher so ihre One-Hit-Wonder haben.
Schlaffke: Wäre schön, wenn da wirklich welche bei wären. Ja, vielleicht bin ich asozial läuft super, darüber bin ich auch total froh. Aber natürlich könnte da noch viel mehr gehen. Da bin ich manchmal ein bisschen hin- und hergerissen. Auch Der erfolgloseste Musiker aller Zeiten ist super gelaufen, oder Interessiert doch kein Schwein. Es könnte aber alles noch viel besser laufen, klar. Aber man muss zufrieden sein mit dem, was man hat.
Und dieser Kultstatus hat natürlich auch riesige Vorteile: Du stehst nicht unter so einem Druck, kannst mehr dein Ding machen und musst dich nirgendwo anbiedern. Gerade künstlerisch ist das ein riesiger Vorteil.
AFL: Es ist ja nicht nur so, dass du mit Zwakkelmann durchgehend aktiv bist. Auch mit Schließmuskel spielst du wieder vereinzelt Konzerte und hast zuletzt eine Single veröffentlicht. Kann man da schon von einem Revival sprechen?
Schlaffke: Erst mal nur von einem halben Revival. Wir haben ja nur zwei neue Songs veröffentlicht und bisher auch nur einen Auftritt gespielt, beim Punk im Pott. Alles andere, was reinkam – und da kam einiges – haben wir erst mal abgesagt. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass da noch mehr draus wird. Ede, mein Zwillingsbruder, der Gitarre spielt, kommt im Moment ständig mit neuen Songs und will die unbedingt umsetzen. Er schickt mir Videos mit Ideen und hat da richtig Bock drauf.
Da schauen wir mal, wie sich das entwickelt. Da sind wirklich gute Sachen dabei – von ihm, aber auch von mir. Es ist am Ende einfach eine Frage der Zeit. Und ich merke schon, dass das alles sehr anstrengend ist.
Es war ja auch gar nicht so geplant, dass jetzt plötzlich Schließmuskel eine Single rausbringt und kurz danach Zwakkelmann mit einer neuen Platte kommt. Ich habe sogar versucht, das noch ein bisschen nach hinten zu schieben, weil das schon an die Substanz geht, wenn man das alles so durchzieht. Vor allem, weil bei Veröffentlichungen das meiste an mir hängen bleibt.
Diese ganze Social-Media-Geschichte ist schon heftig. Da merke ich, dass mir das manchmal zu viel wird. Aber ich finde es natürlich auch total geil, dass bei Schließmuskel Der Liegeradfahrer, Halt’s Maul und Wir können es noch so gut angekommen sind. Darüber habe ich mich total gefreut. Und ich glaube schon, dass Schließmuskel da auch ein bisschen von Zwakkelmann profitieren konnte. Ich merke schon, dass wir da an so einer kleinen Schwelle stehen, wo vielleicht doch noch ein bisschen mehr passieren könnte.
Bei Zwakkelmann lebe ich mein Ego aus, bei Schließmuskel sind es mehrere Egos, die sich verwirklichen wollen.
AFL: Zwakkelmann ist im Grunde ein Soloprojekt, bei dem die anderen beiden Musiker mitspielen dürfen. Schließmuskel ist eine komplette Band, in der du „nur“ ein Bandmitglied bist – wenn auch der Sänger. Wie ist es, in diesen zwei unterschiedlichen Kosmen unterwegs zu sein? Wo siehst du da Unterschiede? Und was kannst du vielleicht von einem in das andere mitnehmen?
Schlaffke: Es gibt Leute, die da gar keinen Unterschied zwischen Zwakkelmann und Schließmuskel sehen. Aber der Unterschied ist schon gewaltig: Bei Zwakkelmann lebe ich mein Ego aus, bei Schließmuskel sind es mehrere Egos, die sich verwirklichen wollen – vor allem Ede, der hat viel Einfluss.
Mit Schließmuskel einen neuen Song zu machen, ist viel schwieriger als bei Zwakkelmann.

Bei Zwakkelmann komme ich mit einer fertigen Idee oder sogar mit einem fertigen Song in den Proberaum. Ich will überhaupt nicht klein reden, was Marius und Baum da machen – ich bin heilfroh, dass ich so gute Musiker an meiner Seite habe. Aber eigentlich ist bei mir schon vieles fertig. Ich weiß ungefähr, wie der Song gespielt werden soll und wo ich hinwill. Dann gucken wir gemeinsam, wie wir das am besten arrangieren können. Da kommen natürlich auch noch Ideen von Marius und Baum dazu. Aber bei Schließmuskel ist das auf jeden Fall schwieriger. Da wird mehr rumgemeckert.
AFL: Gemischte Tüte macht ziemlich viel neu, auf die Einzelheiten komme ich gleich noch. Aber lass uns erst mal über den Elefanten im Raum sprechen: FC Baum am Schlagzeug. Nicht nur, dass dadurch der Altersdurchschnitt bei Zwakkelmann gefühlt halbiert wurde – er bringt ja auch ordentlich neuen Schwung in die Kapelle. Wie hat sich das ergeben? Und wie hat Baum mit seinen Stöckchen den Sound von Zwakkelmann, gerade auf der neuen Platte, beeinflusst?
Schlaffke: Tobi hat sich irgendwann von uns verabschiedet, weil er sich mehr um seine Familie kümmern wollte und ihm das alles zu viel wurde. Ich habe das erst mal gar nicht an die große Glocke gehängt. Wir haben dann im Proberaum ein paar Schlagzeuger ausprobiert, da waren auch gute Leute dabei. Aber so richtig funktioniert hat es am Ende nicht. Manche haben auch selbst gesagt, dass das wohl doch nicht das Richtige für sie ist.
Zum Beispiel Lukas – bei dem hätte ich mir gut vorstellen können, dass er fest bei Zwakkelmann einsteigt. Aber er war dann einfach doch zu jung und hat außerdem angefangen zu studieren.
Irgendwann haben wir dann im Sonic Ballroom mit Ernte 77 gespielt. Im Backstage saßen wir zwischen den Auftritten zusammen, und ich hatte Baum schon ein paar Mal gesehen und fand ihn immer großartig als Schlagzeuger. Dann habe ich ihn einfach gefragt: „Sach mal Baum, könntest du dir vorstellen, bei uns zu spielen?“
Gerade auch superharte, schnelle Songs – dieses Geknüppel – das ist für ihn körperlich einfach kein Problem. […] Aber ich muss da natürlich auch selber mithalten können.
Er hat mir seine Spotify-Playlist gezeigt – da war etliches drin, was passte – und meinte: „Ja, da hab ich Bock drauf.“ Dann habe ich ihn eingeladen. Wir haben erst mal nur zu zweit geprobt, also Baum und ich, und er konnte die Songs sofort super spielen. Er hatte die besser im Kopf als ich. Danach habe ich zu Marius gesagt: „Ey, ich glaube, wir haben gerade unseren neuen Schlagzeuger gefunden.“ So hat sich das ergeben.
Das Geile an ihm ist: Er ist unglaublich breit aufgestellt. Der kann alles umsetzen, sogar Jazz, sag ich mal. Und er hat ein Wahnsinnsgedächtnis – im Gegensatz zu mir. Ich weiß nicht, wie er das macht, aber der ist echt wahnsinnig begabt.
AFL: Ich wollte in dem Zusammenhang noch mal auf Tobi kommen. Ich habe mir in den letzten Tagen auch noch mal ältere Sachen angehört. Und ich würde sagen: Tobi war in seinem Schlagzeugspiel schon eher vorhersehbar. Da kamen oft genau die Beats, mit denen man gerechnet hat. Würdest du sagen, dass die Musik dadurch vielleicht auch ein Stück weit limitiert war?
Schlaffke: Ich habe das ehrlich gesagt früher gar nicht so stark wahrgenommen. Ich bin auch nicht der Typ, der extrem auf Schlagzeugspiel achtet. Aber mittlerweile habe ich da, glaube ich, schon ein bisschen mehr Ahnung. Ich glaube, Baum spielt härter, eckiger und auch präziser. Das ist zumindest mein Eindruck.
Tobi hat ein bisschen schwammiger gespielt. Und Techt zum Beispiel – der früher bei Zwakkelmann Schlagzeug gespielt hat – der spielt wieder ganz anders. Der hat irgendwie sein eigenes Timing, manchmal auch so ein bisschen am Schlabbern, so wie ich ja auch. Der kann manche Sachen total geil spielen. Aber bei Baum ist das noch mal eine ganz andere Geschichte. Das ist wirklich ein Naturtalent. Die anderen waren das auch, aber bei ihm merke ich einfach: Der hat noch mal was anderes.
Ich will das gar nicht gegeneinander ausspielen. Aber ich finde einfach super, wie Baum das macht. Und auch beim Einstudieren der Songs für die neue Platte hat das perfekt funktioniert. Er wusste sofort, wo ich hinwill. Und er ist natürlich auch körperlich einfach fit.
Vielleicht hängt das natürlich auch mit dem Alter zusammen, aber bei den älteren Herrschaften kommt dann schon mal eher: „Ja, ich kann jetzt langsam mal die Probe beenden.“ Und Baum zieht das eisenhart durch. Der kann auch zwei Auftritte an einem Tag spielen – erst mit Ernte 77 und später noch mit Zwakkelmann. Das ist natürlich auch geil. Der steht einfach noch voll im Saft.
AFL: Ich hake da trotzdem noch mal nach: Würdest du sagen, dass Tobi dich musikalisch beim Songwriting ein Stück weit zurückgehalten hat – und dass du jetzt mit Baum freier bist, weil du einfach weißt, dass er bestimmte Sachen anders oder vielleicht auch besser umsetzen kann?
Schlaffke: Ein kleines bisschen freier bin ich schon, glaube ich. Einfach weil Baum noch mehr umsetzen kann. Gerade auch superharte, schnelle Songs – dieses Geknüppel – das ist für ihn körperlich einfach kein Problem. Für Tobi wäre das, glaube ich, schon schwieriger gewesen. Aber ich muss da natürlich auch selber mithalten können.
AFL: Noch kannst du das ja.
Schlaffke: Ja, aber Vicky muss das auch können – und da habe ich auch Glück, dass sie so talentiert ist. Das darf man nicht vergessen, wie wichtig Vicky ist. Die hat auf der Platte viel eingespielt – Klavier, Chöre und alles Mögliche. Die hat da wirklich Einfluss darauf gehabt. Und auch live ist sie total wichtig. Ich spiele ja teilweise sogar mehr Auftritte mit Vicky als mit der Band. Sie hat, ähnlich wie Baum, auch ein super Gedächtnis für die Songs. Und sie haut auch richtig rein – die streichelt das Cajón nicht, die kloppt da drauf. Sie muss sich Pflaster auf die Hände kleben, damit sie sich nicht verletzt.
AFL: Ihr hattet eine Zeit lang auch den Gedanken, ob Vicky vielleicht am Schlagzeug einsteigen könnte.
Schlaffke: Ja, darüber hatten wir tatsächlich mal nachgedacht – mit einem kleineren Schlagzeug vielleicht. Aber dann hast du eben wieder diesen Krach vom Schlagzeug. Nee, irgendwie ist die Lösung mit Cajón, Becken und ein paar kleineren Sachen mittlerweile echt ideal. Oder auch mal mit Besen. Gerade bei kleineren Auftritten ist das super, weil dieser typische Schlagzeug-Krawall dann wegfällt.
AFL: Aber wie würdest du sagen, hat Baum die Produktion oder das Songwriting von Gemischte Tüte beeinflusst?
Schlaffke: Ich hatte von Anfang an den Gedanken, dass es ganz geil wäre, wenn wir im Vergleich zu Liebhaberei wieder ein bisschen einfacher werden – also wieder mehr Punk machen. Und weil Baum eben diese Energie mitbringt und man das mit ihm so leicht umsetzen kann, war das so ein Grundgedanke. Deshalb wollte ich auch, dass die Platte wieder ein bisschen dreckiger klingt als die davor. Kurt Ebelhäuser sagt immer so schön: „räudig“. Und das ist uns bei manchen Songs auch gelungen. Detlef zum Beispiel klingt schön dreckig. Das finde ich geil. Dass wir da wieder ein bisschen zurück in die Garage gefahren sind.
AFL: Fett klingt die Platte auf jeden Fall. Sicher auch wegen der sehr hochwertigen Produktion. Gleichzeitig kann man sich fast fragen: Ist das überhaupt noch Zwakkelmann? Also natürlich schon – aber eben auch auf eine ziemlich große, satte Art.
Schlaffke: Ja, klar. Da gibt es dann auch immer Leute, die sagen: „Ja, aber das Solo – wollt ihr das denn live auch so machen?“ Und dann sage ich: Nee, lassen wir halt weg. Da hat früher auch nie ein Hahn nach gekräht. Ich glaube schon, dass wir die Songs live gut umsetzen können. Natürlich hast du immer mal einen scheiß Sound oder so. Aber wir haben neulich nach langer Zeit wieder mit der Bigband gespielt, vor Butterwegge im Zentrum Altenberg, direkt vor 500 Leuten. Das hat super funktioniert. Auch die neuen Songs haben meiner Meinung nach direkt gezündet. Das kriegen wir schon hin. Und manchmal muss man die Feinheiten eben weglassen – so wie die Ramones früher auch.
Die bringen nach drei Jahren eine neue Platte mit zehn Songs raus – und ich denke dann: Kann doch nicht alles sein.
AFL: Die neue Platte erscheint ja nicht mehr über Hulk Räckorz, sondern als Split-Veröffentlichung über Weird Sounds und Sterbt Alle Records. Wie kam es zu dem Wechsel?
Schlaffke: Ich hätte gerne auch weiter mit Fratz gearbeitet, aber ich wusste, dass er dieses Jahr – gerade in der ersten Jahreshälfte – so gut wie keine Zeit haben würde, weil er mit WIZO diese Monster-Tour fährt. Er ist ja quasi das vierte Bandmitglied bei WIZO. Dann kam über Schließmuskel der Kontakt zu Sterbt Alle Records zustande, und das hat mit Maik einfach super funktioniert. Der ist schnell, sympathisch, macht das gut und beteiligt sich auch an den Presskosten. Da habe ich dann gedacht: Okay, dann kann ich das auch mit Sterbt Alle machen.
Ich hätte das vielleicht auch mit Fratz machen können, aber dann kam mir noch Andre Sinner in den Sinn, weil mir wichtig war, dass es eben nicht nur Vinyl gibt. Sterbt Alle konzentriert sich ja eher darauf. Vielleicht hätten die auch eine CD gemacht, aber ich wollte unbedingt eine. Also habe ich gedacht: Komm, ich probiere das jetzt einfach mal zweigleisig.
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich irgendwann noch mal was mit Fratz mache. Der wohnt ja auch direkt um die Ecke. Vielleicht lasse ich bei ihm demnächst T-Shirts machen. Das war überhaupt kein Groll. Und ich bin mit Zwakkelmann neben WIZO natürlich auch nur ein ganz kleines Licht. Insofern war das für ihn, glaube ich, auch überhaupt kein Problem.
AFL: Wir hatten ja schon öfter darüber gesprochen, warum es bisher kein Vinyl von Zwakkelmann gab. Du meintest immer: Das fühlt sich nicht so an. Und jetzt kommt plötzlich doch eine Vinyl – und dann direkt in drei Varianten, plus Vinyl-Single. Wie kam es dazu? Und wie war das Gefühl, zum ersten Mal deine eigene Platte aufzulegen?

Schlaffke: In meinem Buch steht ja noch, dass ich nicht wieder zum Vinyl zurückkehren würde. Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst. Aber durch die Schließmuskel-Single habe ich doch wieder Gefallen daran gefunden. Ich hatte auch noch einen alten Plattenspieler rumstehen, habe mir jetzt aber extra noch mal eine neue Anlage gekauft. Und ich muss sagen: Das ist schon geil. Das ist einfach ein anderes Hören, weil man so eine Platte eben ganz anders durchhört.
Und natürlich war es ein großartiges Gefühl, die eigene Platte aufzulegen und sich dann anzuhören. So wie es ja auch in der Geschichte von der Gemischten Tüte anfängt. Ich bin schon froh, dass ich diesen Weg zurück zum Vinyl doch noch mal gefunden habe.
AFL: Also gar nicht mit dem Gedanken: Vinyl verkauft sich gerade einfach besser als physischer Tonträger?
Schlaffke: Nee, eher nicht. Ich dachte eher: Das ist einfach schön. Und wir haben ja dieses Cover mit den Kegelrobben, mit dem Kunstkollektiv – das kommt auf einer LP natürlich viel besser rüber als auf einer CD. Deswegen haben wir ja auch zwei verschiedene Cover. Schon allein deswegen lohnt sich das. So eine Platte in der Hand zu haben, ist einfach geiler als eine CD.
Wobei ich sagen muss: Ich glaube, dass die CD sogar noch geiler klingt als die LP, weil sie einfach mehr wiedergeben kann. Beim Vinyl musst du ja für das Mastering oben und unten was abschneiden. Die CD klingt meiner Meinung nach noch wuchtiger. Aber das hängt natürlich auch immer von der Anlage ab. Ich habe jetzt nicht den allerbesten Plattenspieler.
AFL: Also bitte nicht nur die Vinyl kaufen, sondern auch die CD.
Schlaffke: Ja, da sind ja auch noch drei Songs drauf, die nicht mehr auf die LP gepasst haben.
AFL: Du hast nie gesagt, ein Album müsse jetzt klassisch zehn, elf oder zwölf Songs haben. Bei dir wirkt das eher so, als würdest du so lange sammeln, bis es sich richtig anfühlt.
Schlaffke: Genau. Ich denke mir bei manchen Bands immer: Die bringen nach drei Jahren eine neue Platte mit zehn Songs raus – und ich denke dann: Kann doch nicht alles sein. Bei mir ist das eher so, dass ich irgendwann denke: Ach nee, den Song noch, und den kann ich unmöglich weglassen. So schraubt sich das immer weiter hoch. Obwohl mir oft gesagt wird: „Mein Gott, beschränk dich doch mal, das sind viel zu viele Songs.“
Aber ich glaube, gerade auf der LP sind diese 15 Songs doch relativ kurzweilig. Die ist ja trotzdem schnell rum.
AFL: Wie würdest du Gemischte Tüte denn insgesamt beschreiben? Ist das für dich auch ein Stück weit ein Blick auf dein eigenes Leben, also eher selbst reflektiert? Oder ist es mehr eine Ansammlung von Situationen, Gedanken und Alltagsbeobachtungen?
Schlaffke: Ich glaube, es ist von beidem etwas. Aber die Songs sind natürlich auch wieder alle ziemlich autobiografisch. Interessiert doch kein Schwein oder auch Der erfolgloseste Musiker aller Zeiten – das hat schon alles viel mit mir zu tun. Wobei ich mich gar nicht so erfolglos sehe. Und Der erfolgloseste Musiker alle Zeiten ist auch eher eine Hommage an all die erfolglosen Bands da draußen. Aber klar, das hängt schon mit mir zusammen.
Auch Schlechter Mensch ist sehr autobiografisch, ähnlich wie mein Buch. Und ProzeDur in Moll leider auch. Es gibt natürlich auch ältere Songs darunter – ich gucke ja immer in meinem Songarchiv nach, was da noch so liegt und was für uns interessant sein könnte. Aber vieles ist eben auch aktuell. Meine Denkweise hat sich in den letzten zehn Jahren gar nicht so stark verändert, glaube ich.
AFL: Dafür landen manche Sachen dann auch erst mal in der Schublade, bis sie später passen.
Schlaffke: Genau. Wenn ich mir so einen alten Song raussuche, dann überarbeite ich den komplett – vor allem den Text. Am Text schraube ich sehr viel. Dann gucke ich: In welcher Tonlage kann ich den am besten singen? Wie könnte man den mit der Band umsetzen? Und dann geht’s in den Proberaum, wo Marius und Baum natürlich auch noch Einfluss drauf haben. Dann überlegt man, welchen Beat man spielt und so. Und am Ende ist so ein alter Song dann komplett aufgemotzt. Teilweise komponiere ich auch noch neue Sachen dazu. Das macht mir total Spaß.
Ich gucke mir manchmal sehr alte Sachen an und denke: Ja, das ist doch irgendwo ein Hit, den könnte man noch mal machen. Der Jammerlappen zum Beispiel ist so ein alter Song, den ich dann noch mal aufgemotzt habe.
Komischerweise habe ich mit Vicky sogar mehr Auftritte als mit der Band.
AFL: Du sagst ja immer wieder, dass du den Leuten nicht auf den Sack gehen willst. Gleichzeitig machst du aber ständig was: Buch geschrieben, regelmäßig Musik veröffentlicht, jetzt wieder mit zwei Bands, vier Videos zur neuen Platte, Social Media, Konzerte. Ist das nicht ein bisschen widersprüchlich?
Schlaffke: Ja, manchmal schon. Das ist bei mir aber auch total tagesformabhängig. So Videos produzierst du ja oft Monate vorher und weißt schon, dass die dann irgendwann in drei Monaten rauskommen. Und dann bist du vielleicht ein paar Tage vor der Veröffentlichung plötzlich überhaupt nicht in der Stimmung dafür und denkst: Boah, alles scheiße. Vielleicht findest du das dann auch gar nicht mehr so toll. Aber dann musst du es trotzdem durchziehen – und das mache ich natürlich auch. Da bin ich viel zu pflichtbewusst. Und ich denke auch immer, dass die Songs es verdient haben, dass man etwas für sie macht.
Mir macht das ja auch Spaß. Ich drehe gerne Videos und mache auch gerne Fotos. Aber es ist natürlich total zeitaufwendig und auch kräftezehrend. Und ja, ich habe tatsächlich immer ein bisschen Angst, den Leuten auf den Nerv zu gehen. Andererseits denke ich mir: Wer keinen Bock drauf hat, kann ja einfach wegklicken. Muss sich ja keiner angucken oder anhören.
Ich selbst mache das ja auch so. Wenn mir was nicht gefällt, klicke ich weg. Ich habe zum Beispiel noch nie irgendwo bei YouTube einen Daumen runter gegeben. Ich muss da auch keinen Kommentar daruntersetzen. Zum Glück ist es ja bei mir so, dass ich fast nur positive Kommentare bekomme.
Diese ganze Social-Media-Geschichte ist schon ein zweischneidiges Schwert. Man kann sich total bedeckt halten – dann kommt man aber auch nicht vor. Und wie gesagt: Es macht mir auch Spaß. Aber manchmal denke ich schon, dass ich immer irgendwas abliefern müsste. Vielleicht müsste ich mich da manchmal auch ein bisschen zügeln. Aber bei so einer Platte versucht man dann natürlich schon, an allen Ecken und Enden Gas zu geben.
AFL: Ich empfinde das ehrlich gesagt gar nicht so extrem. Es gibt andere Bands, die auf Social Media deutlich aggressiver unterwegs sind. Wobei man da fairerweise sagen muss: Die leben häufig davon. Bei dir ist das ja eher ein Nullsummenspiel oder sogar ein Minusgeschäft.
Schlaffke: Ja, genau. Ich finde vieles daran auch ein bisschen verlogen. Es heißt dann immer: „Der Auftritt war super“, dazu ein Poser-Bild mit 5.000 Leuten im Hintergrund. Das kommt ja sogar in der Story von der Gemischten Tüte vor. So etwas haben wir neulich auch gemacht. Und ja – manchmal wirkt das auf mich schon verlogen. Und manchmal mache ich es dann selber auch. Obwohl ein Auftritt natürlich auch mal gar nicht so toll gewesen sein kann. Aber man will ja auch nicht immer nur der Jammerlappen sein.
AFL: Du hast schon ein bisschen das kleine Besteck angesprochen. Das ist, wenn mich nicht alles täuscht, während der Pandemie entstanden. Kleines Besteck heißt bei Zwakkelmann: du und Vicky. Großes Besteck heißt Bigband. Wo würdest du – abgesehen von der Lautstärke – die Unterschiede sehen? Was gibt dir das kleine Besteck vielleicht zusätzlich?
Schlaffke: Die Songs werden mit kleinem Besteck natürlich viel reduzierter dargeboten. Da fehlt dann schon der letzte Bums, den ein Schlagzeug einfach mitbringt. Da muss man musikalisch anders überzeugen. Man hört Fehler auch eher – wenn ich zum Beispiel auf der Gitarre danebengreife.
Die Songs werden da richtig runtergebrochen. Und ich finde: Wenn ein Song auch mit kleinem Besteck funktioniert, spricht das sehr für das Lied. Schön ist natürlich auch, dass man da die Stimme oft besser hört, weil die im Bandgefüge sonst schnell untergeht. Das hat alles Vor- und Nachteile.
Komischerweise habe ich mit Vicky sogar mehr Auftritte als mit der Band. Aber man muss sich da genauso anstrengen – vielleicht manchmal sogar noch mehr, weil die Leute genauer hinhören.
AFL: Hast du durch das kleine Besteck vielleicht auch Songs von dir selbst wiederentdeckt? Es ist ja kein Geheimnis, dass man eigene Lieder irgendwann auch mal satthat.
Schlaffke: Ja, auf jeden Fall. Ich habe dadurch Songs neu entdeckt. Und es ist natürlich auch einfacher, ältere Sachen mal eben mit kleinem Besteck wieder zu spielen – schon allein wegen der Probesituation. Vicky ist ja meine Lebensgefährtin, wir haben eher mal Zeit und brauchen keinen Proberaum. Wir machen das einfach bei mir im Wohnzimmer. Dadurch lässt sich das leichter umsetzen.
Ich finde es auch super, dass wir sogar die neue Platte – obwohl die so fett produziert ist – auch mit kleinem Besteck geil hinkriegen. Das bekommt dann noch mal eine ganz andere Note. Ich hatte sogar schon mal die Idee, eine Liveplatte mit kleinem Besteck zu machen, weil das wirklich was Eigenes ist. Manchmal finde ich das sogar interessanter, weil ja sonst alle immer mit Schlagzeug und vollem Bums spielen. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich schon so lange Musik mache und höre – irgendwann langweilt mich das manchmal auch.
AFL: Gibt es denn einen Zwakkelmann-Song, den du absolut hasst und nie wieder live spielen willst?
Schlaffke: Nee, eigentlich nicht. Ich hasse Ja, vielleicht bin ich asozial oder Tomatenrotes Haar überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich bin froh, dass ich auf solche Songs live zurückgreifen kann. Wenn es mal nicht so läuft, spiele ich die – und dann funktioniert es meistens. Es gibt natürlich Texte, bei denen ich heute denke, dass sie ein bisschen aus der Zeit gefallen sind. Menschen bei der Nahrungsaufnahme zum Beispiel – das war immer ein guter Live-Song, aber der Text ist heute vielleicht etwas schwierig. Wobei man den mit kleinem Besteck auch gut spielen konnte. Vielleicht texte ich den noch mal ein bisschen um.
AFL: Es gibt ja durchaus Musiker, die irgendwann sagen: „Den Song hätten wir besser nie geschrieben.“
Schlaffke: Ja, aber ich glaube, so richtige Leichen im Keller haben wir eher bei Schließmuskel. Da waren wir ja auch noch jünger, und das war einfach eine andere Zeit.
AFL: Wobei man das dann eben auch im Kontext sehen muss.
Schlaffke: Genau. Und gerade bei Humor ist das ja sowieso immer so eine Sache. Manchmal ist es ja gerade dann lustig, wenn es ein bisschen härter zur Sache geht und man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legt.
AFL: Am Ende ist es eben Punkrock und kein Pop. Da darf es auch mal knallen.
Schlaffke: Finde ich auch. Ich will mich da auch nicht immer verstellen. Ich finde es sogar ganz gut, wenn man auch textlich mal ein bisschen in die Vollen geht und nicht immer so weichgespült daherkommt, wie das heute bei vielen Bands der Fall ist.
Ich war mal bei einem Rentenberater – das ist echt erbärmlich. Davon kann ich gerade mal die Miete bezahlen.
AFL: Bald geht’s in den wohlverdienten Ruhestand?
Schlaffke: Ich weiß nicht, ob ich mir das finanziell leisten kann. Bock hätte ich schon, weil diese ganze Zwakkelmann-Geschichte im Grunde noch mal mehr als ein Fulltimejob zusätzlich ist. Und ich hätte natürlich gerne mehr Zeit, mich mit bestimmten Dingen zu beschäftigen – etwa mit meinem kleinen Tonstudio. Da gibt es so viele Möglichkeiten und Sachen, mit denen ich mich beschäftigen könnte. Da hätte ich total Lust drauf.
Aber ich weiß nicht, ob ich mir das finanziell erlauben kann. Ich war mal bei einem Rentenberater – das ist echt erbärmlich. Davon kann ich gerade mal die Miete bezahlen.
AFL: Also eher kein klassischer Ruhestand, sondern dann noch mal richtig in Musik und Schreiben reingehen?
Schlaffke: Vielleicht würde ich erst mal ein paar Monate Ruhe haben wollen. Aber ich weiß genau, dass mir dann relativ schnell langweilig würde. Ich würde auch echt gerne noch mal ein Buch schreiben. Ideen habe ich genug, mir fehlt nur komplett die Zeit. Und musikalisch würde ich auch gerne noch mal ein paar Sachen ausprobieren.
Aber man weiß natürlich nie. Ich denke bei jeder Platte inzwischen auch: Wer weiß, vielleicht ist das die letzte. Man weiß ja nie, wie lange die Gesundheit mitmacht. In meinem Alter muss man da leider schon mit allem rechnen.
AFL: Wobei ich sagen würde: Du bist noch in der Blüte deines Lebens. 60 ist jetzt auch kein Alter.
Schlaffke: Eigentlich ja. Man muss sich fit halten – das mache ich ja auch. Ich trinke nicht mehr so viel, esse kein Fleisch, ernähre mich halbwegs gesund, rauche vor allem nicht mehr. Ich habe vor zehn, zwölf Jahren aufgehört zu rauchen. Also hoffe ich natürlich schon, dass da noch ein paar Jahre kommen. Aber mein Vater ist mit 59 an Krebs gestorben.
AFL: Aber du bist ja immerhin schon drüber. Und dieser Kultstatus muss ja auch noch 30, 40 Jahre ausgekostet werden.
Schlaffke: Ja, schön wär’s. Vor allem auch mal, das Ganze ein bisschen mehr zu genießen. Dafür habe ich manchmal gar nicht so die Zeit, weil einfach ständig zu viel ansteht.
Und ja, ich glaube sogar, dass der junge Schlaffke ein bisschen stolz auf den alten wäre.
AFL: Abschließend noch mal der Perspektivwechsel: Wenn du dem jungen Schlaffke begegnen würdest, also dem, der gerade erst mit Musik anfängt – was würdest du ihm sagen? Würdest du ihm dazu raten? Abraten? Oder einfach kopfschüttelnd weitergehen?
Schlaffke: Ich würde ihm auf jeden Fall raten, das mit der Musik zu machen. Schon allein deshalb, weil man dadurch – abgesehen davon, dass man sich ausdrücken kann – unheimlich viel erlebt und viele Leute kennenlernt. Das lohnt sich auf jeden Fall.
Und ich würde dem jungen Schlaffke vielleicht auch sagen: Genieß dein Leben mehr. Wobei ich das ja heute selbst noch nicht richtig hinkriege. Ich schaffe es ja bis heute nicht, mich mal ein bisschen auf meinen Lorbeeren auszuruhen.
Vor allem würde ich ihm sagen: Lass dich nicht runtermachen und glaub an dich. Das ist super, was du da machst. Ich bin nämlich schon jemand, der sehr viele Zweifel hat. Und wenn dich dann noch Leute aus dem Umfeld oder der eigene Vater runterziehen, glaubst du das irgendwann selbst. Mein Vater hat mich eigentlich mein ganzes Leben lang eher runtergemacht. Deswegen ist es total wichtig, an das zu glauben, was man selbst macht. Irgendwie tue ich das im Geheimen auch – aber eben nicht immer. Und als junger Mensch bist du da natürlich noch viel mehr hin- und hergerissen.
Ich hatte letzte Woche noch eine Aktion mit Jugendlichen und habe die im Schwimmbad beobachtet und gedacht: Zum Glück bin ich nicht mehr jung. Ich möchte diese Zeit auch gar nicht noch mal durchmachen. Teenager zu sein ist echt eine schwierige Scheißzeit. Du weißt nicht, wo du stehst. Das weiß ich heute schon eher.
Und mir haben damals Leute wie Joe Strummer von The Clash total geholfen. Die haben mir Identität gegeben, genauso wie auch Frauen in der Musik. Punk hat mir da irgendwo Halt gegeben – und tut das bis heute noch.







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