Nach den beiden Coversong-EPs und der letzten EP mit den ersten eigenen Songs ist es nun endlich soweit und Uli Sailor veröffentlicht sein erstes komplettes Album. Mit vielen Konzerte und einem einmaligen Konzept hat es der Wahl-Berliner geschafft, sich eine beträchtliche Fangemeinde aufzubauen und konnte sich schon ins Vorprogramm vieler Größen des Genres spielen. Mit Besser Anders hat er nun den nächsten Schritt seiner Laufbahn gemacht und gleich vorweg: Es überzeugt auf ganzer Linie und bringt neben dem bekannten Sound auch viele neue Klangelemente rein. Irgendwie zwischen Punkrock und Indie angesiedelt und auch poppig tauchen alle möglichen Genres auf.

Vielleicht eines der besten Beispiele dafür ist der Opener Punkrock Lebensberatungstermin. Denn mit Piano beginnend kommt zum Refrain auch Beat dazu und die Auskleidung des gesamten Sounds macht das ganze zu einem vollen Sound, der druckvoll aus den Boxen kommt. Das erste Feature lässt auch nicht lange auf sich warten, denn Der demagogische Wandel bringt ein es mit: Guido Donot ist hier am Start und auch ein Part mit mit E-Gitarre ist in diesen Song eingebaut. Ja, jetzt hätte ich schon Bock, Docs mit roten Schnürsenkeln anzuziehen…
Chris Kotze ist dann im Kiezblock mit am Start. Der poppig-rockige Indiepunk-Song (Grandiose Genreneuschöpfung oder?) ist als Vorabsingle schon sehr auffällig gewesen, denn mit dem bisherigen Schaffen von Uli Sailor hat der ja nicht viel gemein. Schön auch, dass der Multiinstrumentalist auch mal ein Saxophon einbaut und schöne Chöre. Klasse Song, wenn ihr mich fragt. Wenn ich mal groß bin war die erste Single, die uns Uli als Vorgeschmack präsentierte. Da waren wir auch schon vorgewarnt, dass sich zu Piano und Cello auch andere Dinge, wie Drums gesellen. Textlich ist es im allgemeinen aber so, wie man es von der Für immer jung – EP kannte. Uli Sailor besingt das Leben als Punker, das aufwachsen im überschaubaren Ort und die Entwicklung als Punkrocker, der sich halt doch den Jahren der Midlife Crisis nähert. Texte, mit denen man einfach relaten kann.

Wer Uli Sailor kennt, der hat auch vielleicht das Wissen, dass der werte Herr auch eine Plattensammlung hat und sich gerne Musik auf Vinyl zu Gemüte für. So ist es nicht verwunderlich, dass hier auch ein Song am Start ist, der dieses Thema trägt. Aber auch die musikalisch sehr ruhige Schiene bedient der Songwriter hier immer wieder. Nie so, dass es es komplett fade klingt. Nehmen wir hier als Beispiel Swipe Leben. Textlich durchaus kritisch der Social Media Gesellschaft gegenüber, aber musikalisch in ein balladenartiges Gewand gepackt. Hört sich zum Teil auch etwas nach Wohlstandskinder der späteren Jahre an. Nur eben ohne Gitarren. Aber mittendrin bricht der Song dann auch mal in ein bedückendes Klima mit Moll-Tonlage ein. Somit ist weitere Abwechslung garantiert.
Insgesamt beinhaltet das Album zehn Tracks, von denen nicht ein einziger irgendwie ein Ausfall ist. Von Anfang bis Ende hat mich Besser Anders gefesselt und bereitet Freude. Uli Sailor war bisher schon wirklich gut, aber er ist Besser…Anders. Tolle Scheibe.





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