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Scheisse Minnelli

Brendan Kelly and The Wandring Birds veröffentlichten am 26. Oktober ihr neuestes Album Keep Walkin’ Pal. Wer das Ding als CD oder Vinyl in Händen halten möchte, muss sich noch bis zum 23. November gedulden. Obwohl dieses bereits der Nachfolger des Debütalbums aus dem Jahr 2012 ist, war mir die Band noch nicht bekannt – Brendan Kelly allerdings schon. Denn dieser darf sich als Sänger der Lawrence Arms durchaus großer Beliebtheit erfreuen. 

Nun gut, wenn Brendan Kelly eine neue Platte auf den Markt bringt, denke ich sofort an Sound a lá The Lawrence Arms oder The Falcon. Wahlweise dürfte es auch wie Chuck Ragan oder Brian Fallon klingen. Ich habe mich also sehr auf dieses neue Werk gefreut. Dann wurde ich ordentlich überrascht! Wer meint, man könne das musikalische Rad nicht neu erfinden, der hat nicht mit Brendan Kelly gerechnet. 

Brendan Kelly and The Wandering Birds

 

Tatsächlich erkennt man die Verbindung zu den Lawrence Arms sofort, dafür sorgt Brendans verrauchte Stimme und sein einzigartiger leicht lallender Gesang – super! Der Sound ist allerdings deutlich gedrosselt und erinnert daher eher an die langsameren Nummern der Lawrence Arms. Zwischendurch klingen dann die bewährten Country-Einschläge anderer Solokünstler durch und auch die Beach Boys werden mit Boardin’ USA geehrt. Alles schön und gut, doch was der Opener und Titelsong Keep Walkin’ Pal noch nicht erahnen lässt, sind die völlig übertriebenen Synthie-Sounds, welche die weiteren neun Songs begleiten. 

Versteht mich nicht falsch, ich kann mich durchaus für elektronische Elemente begeistern, sofern diese zum Grundkonzept passen und gekonnt eingesetzt werden. Doch hier ist meiner Meinung nach einiges schief gelaufen. Mein erster Gedanke: Square-Dance-Disco! Inzwischen habe ich das Album mehrmals durchgehört und wirklich fantastische Songs gefunden. Up In Them Guts, The Ballad Of Buffalo Bill sowie Bottle and Tray würden in meiner Mediathek direkt eine 5-Sterne-Wertung erhalten, würden sich hier nicht spätestens noch gegen Ende deplatzierte, völlig aus dem Takt geratene Störgeräusche einmischen! 

Die Idee die hinter diesem wirren Projekt steckt, ist sicherlich nicht schlecht. Hätte aber getreu dem Motto „weniger ist mehr“ sicherlich besser umgesetzt werden können. Eigentlich richtig schade, denn die Songs hätten wirklich potential! 

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