Weihnachten kommt manchmal zwei Mal im Jahr. Das alljährliche Christmas Sucks Festival fand, wie im vergangenen Jahr, erneut in der Stummschen Reithalle statt. Konzerte um 17 Uhr haben ja Leider die Angewohnheit, etwas leer zu sein und auch ich hatte in der Vorweihnachtszeit meine Probleme…

rechtzeitig zu den Speedbottles da zu sein. Aus Idar-Oberstein stammend spielt die Band dreckigen 60er/70er Jahre Rock’n’Roll und damit quasi Protopunk. Gut dazu passte die entweder an einen Harlekin oder an Clockwork Orange angelehnte Schminke des Sängers. Der Saal war entgegen meiner erwartung schon sehr gut gefüllt. Ein Beweis für das diesjährige hochkarätige Line-up. Niemand wollte was verpassen. Jedenfalls begeisterten die Speedbottles mich sehr. Meine Versuche, eine Platte von ihnen zu kaufen, scheiterten jedoch immer wieder das niemand am Merchstand war.

Loaded aus Mannheim waren die nächsten. Ich hatte sie vor Jahren mal im Vorprogramm der Baboon Show gesehen. Da waren Christmas auch am Start. So scheint sich eine gewisse Bandfreundschaft etabliert zu haben. Eine sehr sympathische Band, musikalisch aber leider nicht so ganz mein Fall. Auch wenn ich Skapunk durchaus zu schätzen weiß, schaffte es die Band nie, mich wirklich mitzureißen. Fun Fact: an diesem Abend die erste von zwei Schlagzeugerinnen in einem ansonsten eher männlich gelesenem Line-up. Nach ein paar Bildern und Anstandsapplaus gings für mich dann in Richtung Fressstand Saarpark-Center, um für den Rest des Abends gewappnet zu sein. Ich empfehle dort im Übrigen den kleinen Asia-Imbiss am Ende des Centers, der wohl schon immer da war.

Pünktlich zu Chaos Commute war ich dann auch wieder da. Und was soll ich sagen: für mich die Entdeckung des Festivals. Ein Rockduo aus Berlin, bestehend lediglich aus Gitarre udn Schlagzeug, reduzierter Sound, aber total druckvoll. Besonders bemerkenswert das das wunderschöne antifaschistische Stück One Way. Mit Max wohl seit ihrem Support für die Richie Ramones-Tour bekannt hatte die Band sicherlich den weitesten Anfahrtsweg. Eine sehr schöne Show ohne Schnörkel. Sehr sympathische Menschen. Mit ihrem Indie-Rock auch ziemlich einzigartig an diesem Abend.

Über Bubonix hab ich bisher auch nur gutes gehört und das bestätigte sich auch an diesem Abend. Aus Limburg an der Lahn stammend besteht die Band mit Unterbrechungen seit 1994, fünf Alben bislang, das letzte auf Kidnap Music. Hardcore Punk/Post-Hardcore, ziemlich hektisch mit großer Fangemeinde. Sänger Thorsten Polomski trat zunächst in Regenbogen-Sturmmaske auf, der er sich beim zweiten Song entledigte. Was danach folgte war ein intensives Set, das zum Teil ins Publikum getragen wurde. Irgendwann waren alle Instrumente in der mittlerweile fast brechend vollen Reithalle verteilt. Man hatte schon Angst, dass sie gleich noch das Schlagzeug runter von der Bühne holen. Es ging sehr gut ab und auch das Publikum war sehr textsicher. Mit Sicherheit die Show des Abends. Und die besten Merchartikel gab es auch. Ich war kurz versucht, mir eine Bubonix-Zahnbüstee zu kaufen. Aber das schien mir dann doch zu… seltsam. Auch ein Schweizer Taschenmesser gabs…

Christmas sind ja bei den eigenen Festivals nie Headliner und es war sicherlich gut, sich zwischen Bubonix und Steakknife zu platzieren.Nach Bubonix wäre es für jede andere Band schwer, sich da raus zu spielen, aber viele waren natürlich für das Quasi-Heimspiel der Weihnachtsband gekommen. Und die spielte ein 21 Stücke umfassendes schörkelloses Haudrauf-Set mit so gut wie allen Hits. Einer meiner liebsten Songs, Suicide Girls bot dann auch eine knallharte Überraschung. Mit auf der Bühne standen Max Burnout und Andy Alcoholic, die zum Ursprungs-Line-Up der Kapelle gehörten und gröhlten fein mit dem vermutlich beständigsten Christmas-Line-up seit Entstehung . Man ist immer etwas nervös, wenn Max einem dann das Mikro ins Gesicht hält, vor allem, wenn man den Song nicht erkennt. Zum Glück traf es mich nur einmal unvorbereitet und dann einmal bei meinem anderen Lieblingssong No More Tears. Ein sehr geiler Auftritt!

Ich gebs zu, Steakknife ist nicht meine liebste Lee-Hollis-Band. Umso glücklicher bin ich, dass die Spermbirds etwas für 2026 angekündigt haben. Aber Steakknife sind mit ihrem Dead-Kennedys-lastigen Punk an diesem Abend ideal. Lee Hollis wirkt ja auf der Bühne immer irgendwie desorientiert, aber die Songs singt er mit einer wunderbaren Routine und weiß auch das Publikum mitzureißen. Kein Freund großer Worte ballert sich die Band auch durch ein Set, das 22 Songs umfasst, mit zahlreichen Highlights aus allen Phasen ihrer langen Karriere. Ein großartiger Auftritt. Dann war nach sechs Stunden auch dieses wunderschöne Festival zu Ende. Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe!




![Interview mit Robert “Nunzio“ Ortiz und Drew Stone von Antidote [2013]](https://www.awayfromlife.com/wp-content/uploads/Antidote-Hardcore-Band-New-York-218x150.jpg)






























































































