Home Sonstiges Crossover El Postre &#8...

El Postre – Schweres Gerät ::: Review (2016)

17
Teilen
- Werbung -
Christmas

Eieiei, El Postre aus dem Ruhrpott leiden definitiv unter Selbstüberschätzung. Aus ihrer offiziellen Facebook-Seite zitiert:

EL POSTRE sind fünf Heavy-Metal-Malocher aus dem Pott. Teils komplex, teils eingängig, mal sozialkritisch, mal persönlich crosst EL POSTRE seit 1997 unkonventionell durch die Genres und verarbeitet das Leben in der Mittelschicht. Mit ihrem einzigartigen Style, der Rap und Metal miteinander verbindet…

Und so weiter und so fort. Nichts könnte falscher sein. Komplex ist hier gar nix. Das ist Musik für Leute, denen die frühen Aggro-Berlin-Texte zu anspruchsvoll sind und die nicht kapieren, was Die Kassierer von sich geben. Malochermucke mit unterirdischen Texten, und ich meine nicht unterirdisch wie bei Zechen. Man ist ja sowohl im Metal als auch im Rap einiges gewohnt. Aber das unterbietet wirklich alles. Das ist Musik für Leute, denen die Texte der frühen Aggro Berlin noch zu anspruchsvoll sind oder Lokalmatadore für intellektuelle Überflieger halten. Ernsthaft, schlechtere Texte habe ich tatsächlich noch nie gehört. Und Sozialkritik? Wo bitte? Und man muss leider sagen, dass es in beiden Lagern, also im Rap und im Metal Künstler gibt, die den Working-Class-Mythos bedienen und dabei nicht peinlich wirken. Das wären zum Beispiel der Hip-Hopper Pedaz oder das Angelripper-Sideproject Die Knappen. Doch was hier aus den Boxen kriecht, das ist wahrlich kaum auszuhalten. Beispiele?

Laut wie die Kumpels auf dem Bau
Oder Wasserpumpen, die Wasser pumpen durch nen Schlauch
(…) Laut wie die Schreie der Schweine beim Schlachter (Gehörschutz)

Noch was? Gerne…

Halt die Schnauze, sag mal nichts gegen meine Plauze (…)
Ich stopf mich voll, hau mir die Gabel rein
Komm mir nicht mit Haferbrei, mein Magen brauch Fleisch (Plauze)

How low can you go? Oh, da geht noch was…

Um 8 Kaffe, Kippe und ein Doppel Dubbel* mit Fleischwurst
Bild-Zeitung, Kacken und lass dabei ein Furz
Dann um vier ist die Bierbrause da
Yeah, wenn ich Planierraupen fahr (Der Schubkarrenfahrer)

- Werbung -

Müßig sich über die Texte aufzuregen. Kommen wir zur Musik. Die Kritik daran geben sie selbst schon im Track Malochermasche. Die Musik erinnert an den deutschen Crossover Ende der 1990er. H-Blockx, Blackeyed Blonde, Mr. Ed Jumps the Gun, Dog Eat Dog… das war schon damals unerträglich und dieser Musikstil ist nicht umsonst in der Versenkung verschwunden. Manchmal lebt er ja wieder auf, aber dann zum Glück ohne (oder mit nur geringen) Peinlichkeiten, wie beispielsweise bei Trouble Orchestra (ohne Metal halt) oder Tamas. Hier, nun ja, wie die Texte, so auch die Musik. Als wäre Hip-Hop in den 90igern stehen geblieben und die Metalpassagen… naja, schlimm eben. Ich meine, es gab ja auch damals Bands, die wegweisend waren und unpeinlich, RATM natürlich, Body Count (außer auf den späteren Alben) und Clawfinger. Aber das funktioniert mit deutschen Texten eben nur bedingt und mit diesen schon gar nicht.

Bisher das schlechteste Album, das ich jemals reviewen durfte. Man schämt sich schon beim bloßen Zuhören fremd. Hochnotpeinlicher Mist.

* hab ich mich belehren lassen

Demons Run Amok - Fest
BEWERTUNG
Bewertung
Teilen
Vorheriger BeitragBROKEN TEETH – “Leach Regress To Snake” Video
Nächster BeitragWIZO – Interview mit Sänger Axel Kurth zum neuen Album “Der”
Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf Blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc (Archivversion: http://archive.iamhavoc.de/) veröffentlicht seine Beiträge aber jetzt hier,

17 Kommentare

  1. Hab mich lange gefragt, wie ich darauf antworten soll. heute fand ich auf Laut.de ein Zitat, das sehr viel Wahres enthält: “Wenn es jetzt schon ganz unverschleiert so läuft, dass “Kritik” zum Synonym für “Lob” wird, kann ich auch gleich die Werbe-Zettelchen der Plattenfirma studieren. Die tun wenigstens nicht so, als seien sie etwas anderes als Promo.” (http://www.laut.de/News/Doubletime-Nazis-im-Zombierausch-der-Gefuehle,-Teil-3-27-10-2016-13066/Seite-1) In diesem Sinne…

  2. Ach watt is datt fein wenn man keinen Plan hat und trotzdem mal watt sagen muss. Und bevor ich auch noch negativ gereviewt werde… Da wo die Dubbels herkommen spricht man so. Aber woher soll man das wissen wenn mannie ein ordentliches Dubbel bekommen hat in seinem Leben. Naja immerhin gibt es jetzt wahrscheinlich einige Leute die sich die scheinbar schlechteste Band deines Lebens mal reinziehen werden. Die Jungs schicken dir bestimmt demnächst Blumen und Taschentücher.

  3. So eine schlecht geschriebene Review habe ich noch nie gelesen. Es sollte immer eine gesunde Mischung an eigener Meinung und Objektivität drin sein. Das ist weder stichhaltig noch sonst irgendwie aussagekräftig. Ich habe den Crossover-Sound der 90er gefeiert und diese Review hat mich nur noch interessierter auf das Album werden lassen.
    Aber die Vorstellung des Verfasser sagt schon einiges. Welcher Musikliebhaber, der sich nicht mit dem Mainstream abspeisen lässt, bezeichnet sich selbst nicht als Musiknerd. Wenn ich eine so tiefe Abneigung gegen ein bestimmtes Genre habe, behalte ich meinen Senf für mich. Das liest sich mehr nach einem Versuch, sich selber zu profilieren, als etwas konstruktives auszusagen. Wenn man keine Ahnung hat…..

  4. Ich bin sicherlich nicht der größte Rap-Fan vor dem Herrn, aber Crossover hab ich immer wert geschätzt. Diese Rezension hier ist absoluter Müll und widerspricht sich meiner Meinung nach selbst.

    “Laut wie die Schreie der Schweine beim Schlachter” – Ich bin sicher nicht der einzige, der bei diesem Zitat an Massentierhaltung denken muss.

    “Ich stopfe mich voll hau, mir die Gabel rein, komm mir nicht mit Haferbrei mein Magen braucht Fleisch” – Auch hier vernehme ich eine Gesellschaftskritik an dem immer größer werdenden Fleischkonsum der westlichen Welt. Der Titel lässt sogar vermuten, dass hier die Fettleibigkeit als solche kritisch betrachtet wird.

    …Und dann wäre da noch die Sache mit dem Dubbel. Vielleicht hätte man vor dem Review lieber keinen Doppelten trinken sollen, oder mal Abseits des Computerbildschirms arbeiten gehen. Dann wüsste man vielleicht auch, dass ein Dubbel mit Fleischwurst im Ruhrgebiet in Kombination mit einer BILD-Zeitung als das Handwerker Frühstück gilt.

    Ich werde mir lieber selbst meine Meinung bilden, als einer äußerst subjektiv geschriebenen Rezension glauben zu schenken.

  5. Nicht wirklich sachlich dieser “Fach”-Presse-Artikel… Zumindest wird klar, dass dem Autor die Musik nicht gefällt. Ob sie mir gefallen könnte geht nicht aus dem Geschriebenen hervor. Für diese Review gibt es 0 von 5 Sternen.

  6. Wie schon vorweg genommen wir hier fahrlässig mit Kritik umhergeworfen und hingenommen, dass eigene Glashaus zu Bruch zu bringen. Ich selbst würde wohl kaum ein freudiges Wort für jegliche Art von Schlager finden. Deshalb schreibe ich auch keine sachlichen Rezensionen darüber.
    Desweiteren überprüfe ich meine eigenen Texte vielleicht besser bevor ich andere zerrupfe. Das einzige was hier nicht passt ist die Wortkotze aus deiner Plauze. Wenn Musiknerd bedeutet Musik kaputtzureden dann gratuliere ich dir. Das gelingt dir gut. Deshalb bleibe ich lieber dabei selber zu höreb als so einen Dummscheiss zu lesen. Dir weiterhin viel Spaß in deiner kleinen Wiki-Welt!!!

  7. war jetzt mal neugierig und hab mal was im netz gesucht. die band gibt es seit 1997. warum sollten sie dann nicht auch musik der 90er machen dürfen? es gibt ja auch beat-bands, die sich neu gründen. denen macht man nicht zum vorwurf, dass sie 60er-musik machen.
    was soll diese alberne kritik? die ist wohl wenig sachlich und schon gar nicht objektiv. man muss es ja nicht mögen, aber mit der aussage, dass das eh alles scheiße ist, kann ich als leser wenig anfangen. das album wird vermutlich nicht in die analen eingehen, aber diese journalistische meisterleistung auch nicht. mag ja das schlechteste album sein, dass du je gehört hast, aber als review ist das hier kaum zu unterbieten. glückwunsch!

  8. “Das ist Musik für Leute, denen die frühen Aggro-Berlin-Texte zu anspruchsvoll sind”…die gleiche Einleitung in zwei aufeinander folgenden Sätzen verwenden, und sich dann über linguistische Fehltritte aufregen. Zudem eine Review über eine Crossover-Band zu verfassen, wenn man offensichtlich schon zu Hochzeit des Genres nichts damit anfangen konnte, halte ich für mehr als sinnfrei…das braucht kein Mensch. Wenn man das Verlangen hat seine geistigen Ergüsse über etwas auszulassen, von dem man behauptet man sei sowas wie ein Fachmann, dann sollte das immer objektiv geschehen und dem Leser von Nutzen sein. Das hier Verfasste klingt für mich nach Vergangenheitsbewältigung und Abrechnung mit einem Musikgenre, was klein Gripweed früher nicht gefallen hat. Daumen runter!

  9. Ahoi!
    Ich gehe mit dir ja überein, aber was kann denn der gute und alte Crossover der 90er dafür?
    Songs wie “Krieg Ist Geil” von Blackeyed Blonde oder “Gegen Den Strom” von Such A Surge hatten mehr als eine Daseinsberechtigung…meiner Meinung nach! 😉

  10. Verzeihung, das muss ich jetzt mal als 18-jährige Abiturientin loswerden…Geschmäcker sind verschieden. Aber traurig, dass es Leute gibt, die Reviwes öffentlich schreiben dürfen und noch nicht mal richtig zitieren können.
    Und was bitte soll ein “Doppel mit Fleischwurst” sein ? Ich kenne nur “ein Dubbel (…)” . 🙂

Teile deine Meinung mit und schreibe einen Kommentar

Kommentar eingeben
Name eingeben