Ein weiterer Exportschlager aus Stuttgart! Die Landeshauptstadt Baden-Württembergs liefert die letzten Jahre so stark und kontinuierlich wie kaum eine andere Szene in Deutschland neue Bands und Releases. Prison Of Hope ist da neben Minus Youth, Soulprison und Defiance – um nur ein paar zu nennen – ebenfalls ganz vorne mit dabei. Nun also liegt mir die neue EP, Question Your Privileges, als einseitig bespielte 12inch in blau-marbled vor. Farbiges Vinyl gefällt mir immer, der Platte liegt außerdem ein Textblatt bei. Das Cover trifft nicht ganz meinen Geschmack, der Oldschool-Vibe passt aber durchaus zur Band (siehe weiter unten). Und sowieso lässt sich über Geschmack bekanntlich streiten.
Die neue EP ist der dritte Output der Band, die nach einem Demo 2022 – damals noch mit Hagen am Gesang – eine Mini-EP 2024 veröffentlichte, auf der dann Janika das Mikrofon übernahm und auch auf Question Your Privileges für den Gesang zuständig ist.

Hagens Stimme, die auf dem Demo zu hören ist, hat mir sehr zugesagt. Auf der einen Seite ist es schade, dass er das Mikro beiseitegelegt und sich an die Schießbude gesetzt hat. Auf der anderen Seite füllt Janika die Lücke überragend aus und ihre Vocals passen auch besser zum Sound der Band. Wo Hagens Stimme in meinen Augen super bei einer Hardcore-Punk Band mit Fokus auf Schnelligkeit und Melodien wirken würde, fügen sich Janikas tiefe und brachiale Shouts perfekt bei Prison Of Hope ein. Eine folgerichtige Entwicklung, die die Band da gemacht hat.
Stichwort Sound der Band: Prison Of Hope orientieren sich an alten Vorbildern wie Earth Crisis oder Unbroken, verpassen dem 90er-Jahre Hardcore aber ein modernes Glow-Up durch Death Metal Anleihen und kleineren Experimenten, wie beispielsweise cleanem Gesang in One Commandment Would Be Enough. Uptempo-Passagen werden gänzlich ausgelassen, der Fokus liegt klar auf Mosh-Elementen, garniert mit dem ein oder anderen Mid-Tempo-Part. Die Gitarrenfraktion leistet saubere Arbeit, da ist definitiv zu hören, dass hier keine Anfänger*innen am Werk sind. Auch die Drums fügen sich perfekt ein, ohne aufdringlich zu sein. Besonders der Snare-Sound sagt mir zu. Ein Highlight am Bass gibt es ebenfalls zu hören und zwar das Intro zu Burning Bridges, der beste von ausschließlich hervorragenden Songs der EP.

Textlich geht es in den sechs Songs viel um relevante und wichtige politische und gesellschaftliche Themen: So wird männliche Vorherrschaft und damit verbundenes rücksichtsloses Verhalten in der Szene angeprangert. Atheismus & Religionskritik, sowie Fleischkonsum & Tierrechte werden ebenfalls thematisiert. Kostprobe?
we won’t stop until every slaughterhouse is burned to the ground. we will not shut up. the impact of your decisions is so much bigger than yourself. your stone age mindset has to come to an end.
Prison Of Hope fokussieren sich auf klassische Hardcore- und Punk-Themengebiete, intelligent geschrieben, mit viel Druck dahinter und oft mit einer gewissen persönlichen Note.
Was gibt es noch zu sagen? Prison Of Hope haben mit Question Your Privileges eine astreine EP vorgelegt, die durch Härte, klare Kante in den Lyrics, brachiale Shouts und Variabilität an den Instrumenten zu überzeugen weiß. Sichert euch eine Platte bei Drastic Actions oder Choke Records!




![Interview mit Robert “Nunzio“ Ortiz und Drew Stone von Antidote [2013]](https://www.awayfromlife.com/wp-content/uploads/Antidote-Hardcore-Band-New-York-218x150.jpg)












