Auch wenn der Titel etwas irritierend ist, es handelt sich mitnichten um den siebten Teil der Serie, sondern um den bisher 18. Teil der Punk Goes…-Reihe von Fearless Records, die 2000 mit Punk Goes Metal ihren Anfang nahm. Punk Goes Pop, auf dass sich die 7 hier bezieht ist der zweite Teil der Reihe und wurde 2002 veröffentlicht. Und ja, davon handelt es sich um den siebten Teil. Man sieht, die Reihe ist alt, aber auch einigermaßen populär. Pop Goes Pop Vol. 2 erreichte sogar Platz 15 der in den USA wichtigen Billboard-Charts. Einige weitere Einträge konnten sich ebenfalls in den Billboard 200 platzieren. Das Konzept ist relativ einfach, mehr oder weniger bekannte Punkbands verdingen sich an populären Songs des jeweils im Titel angegebenen Genres (außer bei Punk Goes Crunk, da wars irgendwie auch normaler Hip-Hop und den Acoustic-Teilen, bei denen die Bands eigene Lieder unplugged vortragen). Um deutlicher zu machen, was dies in diesem Fall heißt, hier einfach mal die Tracklist:

1. State Champs – “Stitches” by Shawn Mendes
2. Dance Gavin Dance – “That’s What I Like” by Bruno Mars
3. New Years Day – “Gangsta” by Kehlani
4. The Amity Affliction – “Can’t Feel My Face” by The Weeknd
5. Andy Black (feat. Juliet Simms) – “When We Were Young” by Adele
6. Grayscale – “Love Yourself” by Justin Bieber
7. Capsize – “Fake Love” by Drake
8. Boston Manor – “Heathens” by Twenty One Pilots
9. Eat Your Heart Out – “Shape Of You” by Ed Sheeran
10. The Plot In You – “Let It Go” by James Bay
11. Ice Nine Kills – “I Don’t Wanna Live Forever” by ZAYN, Taylor Swift
12. Seaway – “Closer” by The Chainsmokers (feat. Halsey)
13. Too Close To Touch – “In The Name Of Love” by Martin Garrix & Bebe Rexha

Kommen wir nun zur musikalischen Bewertung. Spolier: Wer Fan vorgenannter Gruppen, des Labels oder der Original-Artists ist, kann nun getrost zu den drei Videoclips springen, denn ab jetzt werden keine wohlmeinenden Worte mehr verwendet.

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Ich befürchte, das Konzept habe ich dennoch nicht ganz verstanden, denn wenn mich nicht alles täuscht, heißt die Reihe doch eigentlich Punk Goes Pop. Nun, mit Punk hat das Ganze rein gar nix zu tun. Die Reihe sollte sich besser in Pop Goes Pop umbenennen, dann würden wenig argwöhnische Menschen nicht darauf reinfallen und denken, dies hätte auch nur irgendwas mit ihrem Lieblingsmusikstil zu tun. Klar, das Ausgangsmaterial ist sowieso so grauenhaft. Ich weiß auch nicht, wie man annehmen kann, dass man ernsthaft aus Songmaterial von The Weeknd oder Justin Bieber ein vernünftiges Lied basteln kann. Aber wenn sogar zumindest okaye Titel wie When We’re Young von Adele oder Drakes Fake Love auch noch dem letzten Rest ihres Charmes beraubt werden, dann fehlt mir so ein bisschen der Sinn von der ganzen Chose. Ich hab mir das Album zweimal angehört. Ich gebe zu, ich kenne die Originalversionen zum größtenteils nicht, aber sehr viel poppiger können die auch nicht gewesen sein. Das einzige Lied, was ich ganz gut finde, ist Shape of You von Eat Your Heart Out. Auch das einzige Lied, wo sowohl Original als auch Cover ganz gut sind. Das dürfte auch das Problem sein: um sich über die Künstler lächerlich zu machen, also ironische Versionen abzuliefern, dazu hätte man konsequenter vorgehen müssen. Das hier ist schnell zusammengespielter Schrott, der nur auf eines abzielt: euren Geldbeutel! Finger weg!

Nun zu den versprochenen Videoclips:

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https://www.youtube.com/watch?v=H3ckSpb5kNE

https://www.youtube.com/watch?v=qGhueLMJ1dw

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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu AWAY FROM LIFE.

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