Wisst ihr Leute, es gibt Aufgaben die erscheinen unmöglich. Aber wenn man sich dann einmal daran gemacht hat, stellt man fest…Mist, sie sind tatsächlich unmöglich.

Hi, ich bin Kev und seit 2022 bei AWAY FROM LIFE dabei. Ab und an schreibe ich mal eine Review und tue dann so, als würde ich irgend etwas von Musik verstehen. Aber lassen wir das besser, denn heute soll ich mich also dieser unmöglichen Aufgabe widmen:

10 Records We Would Die For »

Wie soll man denn bitte aus allen Alben aller Zeiten und Musikrichtungen wählen? Nachdem ich nun schon eine Weile versuche mein Hirn zu einer Lösung zu bewegen, wird mir klar, dass ich die Auswahl einschränken muss. Vielleicht nur Hardcore, Punk und Oi?… das ist eindeutig zu viel. Nur Hardcore?… nee, immer noch zu viel.
Ok, so wird das nichts. Ich muss ein klein wenig mogeln, man möge es mir verzeihen.

Hier nun also die 10 Hardcore Alben, die mich in den ersten Jahren, nach Entdeckung dieser Musik, am meisten geprägt und einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben.

Ryker's
Rykers – A Lesson In Loyality – Cover

1Ryker’s – A Lesson In Loyality

Ich lernte über einen Kumpel dessen Mitbewohner kennen. Beim Hallo fiel mir sofort seine CD-Sammlung auf und da dort einiges dabei war, was ich kannte und mochte, kamen wir ins Gespräch über Musik und freundeten uns schnell an. Und eben dieser Freund zeigte mir nun also die A Lesson In Loyality von einer Band namens Ryker’s. Schnitzel, vielen Dank dafür Mann. Das war, soweit ich mich erinnere, tatsächlich das erste Mal, dass ich Hardcore, zumindest bewusst, hörte. Damals war ich noch in meiner recht kurzen, langhaarigen Metal-Head Zeit und konnte mit Gitarren-Musik daher durchaus etwas anfangen und auch mit Punk hatte ich davor schon recht viel Berührung. Aber Hardcore… das war noch einmal etwas anderes. Die Energie und der Kick den mir dieses Album gab, war mit nichts aus dem Metal Bereich zu vergleichen, den ich damals hörte. Es war schnell klar, dass ich mehr wollte… und das bekam ich zum Glück auch.

Miozän - Thorn In Your Side - Cover
Miozän – Thorn In Your Side – Cover

2Miozän – Thorn In Your Side

Die Thorn In Your Side von Miozän war es dann, die schließlich komplett die Liebe zum Hardcore entfachte. Ich erinnere mich, dass ich damals eine Woche auf einen überbetrieblichen Lehrgang musste und schnappte mir blind einige CDs von meinem Kumpel, ohne ihn zu fragen. Ich meine, das hätte ich ja getan, aber ich konnte ihn nicht erreichen. Außerdem brauchte meine frisch erweckte Neugier ganz dringend Futter. Zum Glück nahm er mir das nicht krumm. Unter meiner Beute befand sich nun auch dieses Album. Es lief quasi eine Woche in Dauerschleife und auch danach noch viele viele weitere Male. Der Sound und die gesellschaftskritischen Texte trafen einen Nerv. Ich war sowas von angefixt und kritzelte ein Zitat in einen Spind der Handwerkskammer. Das Album wäre wahrscheinlich immer noch mein Favorit, wenn die Band nicht viel später mit Surrender Denied ihr Magnum opus nachgereicht hätte.

Folgt hier die Spotify-Playlist zur Rubrik 10 Records AWAY FROM LIFE Would Die For.

Brightside - Bulletproof - Cover
Brightside – Bulletproof – Cover

3Brightside – Bulletproof

Wenn man also sagen möchte, dass Ryker’s mein Hardcore-Fundament gelegt, und Miozän dann das Haus darauf gebaut haben, dann haben Brightside dem Ganzen das Dach aufgesetzt. Immer noch eine der, für mich, besten Hardcore-Bands überhaupt, auch wenn es die Truppe schon eine Weile nicht mehr gibt. Die Bulletproof war zwar nicht mein erstes Album der Jungs aus Kassel, aber es wird für mich ewig mit meinem ersten Auto verbunden sein, denn es war das erste Album, welches ich nach Einbau eines CD-Radios hörte. Jede Menge Gang-Shouts, fette Bassläufe und ein schön böser Sound, der einfach gnadenlos nach vorne geht. Leider konnte ich nie ein Konzert besuchen und obwohl ich schon eine Mitfahrgelegenheit zum Abschiedskonzert hatte, kam genau einen Tag bevor es los gehen sollte etwas dazwischen.

Only Attitude Counts - Point Of No Return - Cover
Only Attitude Counts – Point Of No Return – Cover

4Only Attitude Counts – Point Of No Return

Die Band selbst taufte ihre Musik Vienna Style Hardcore. Only Attitude Counts könnten aber, mal abgesehen von dem teilweise doch etwas schlechtem Englisch auf diesem Album, auch direkt aus den Staaten kommen. Will heißen: Toughguy-Hardcore mit starken Anlehnungen an den NYHC und Agnostic Front. Ach ja… und Filmsoundschnipsel dürfen in vielen Song Intros auch nicht fehlen, was ich irgendwie immer sehr mag. Auch wenn mir der Nachfolger Hard To Swallow etwas besser gefällt und damit mein Lieblingsalbum der Truppe ist, so triggert doch die Point Of No Return die stärkeren Erinnerungen.

Discipline - Love Thy Neighbor - Cover
Discipline – Love Thy Neighbor – Cover

5Discipline – Love Thy Neighbor

Trotz schwieriger Geschichte des ehemaligen Sängers, darf Discipline hier nicht fehlen, denn die Love Thy Neighbor ist ein Hammer Album. Fällt hier jetzt vielleicht ein wenig aus der Reihe, da es sich wohl eher um Streetcore als um Hardcore handelt, aber ich denke wir können das hier jetzt einfach mal großzügig dazu zählen. Auf jeden Fall zeigte mir das Album eine andere Art von, nennen wir es jetzt einfach mal Hardcore. Weil mir diese Spielart aber auch sehr gefiel, kam ich auf diesem Weg dann auch zum Oi.

Right Direction - Bury The Hatchet - Cover
Right Direction – Bury The Hatchet – Cover

6Right Direction – Bury The Hatchet

Auch dieses Album hörte ich zum ersten Mal bei meinem vorher erwähnten Kumpel. Ich fand es zwar ganz gut, aber der Funke wollte nicht so richtig zünden. Doch dann war ich, einige Monate später, auf einem Konzert, auf dem auch Right Direction spielten und es war echt verdammt gut. Die Niederländer hatten wirklich ne Menge Spaß und das Publikum und damit ich, auch. Zuhause hörte ich mir das Album dann noch einmal an und plötzlich knallte das Teil so richtig. Wahrscheinlich wegen der Verbindung die ich nun mit der Band und einigen Songs hatte.

Agnostic Front – Something's Gotta Give (1998)
Agnostic Front – Something’s Gotta Give (1998)

7Agnostic Front – Something’s Gotta Give

Wieder einmal vielleicht nicht das beste Album der Band, aber da Something’s Gotta Give mein erstes Agnostic Front Album war, muss es natürlich auch genannt werden. Zur Band selbst muss man wahrscheinlich wenig sagen. Agnostic Front sind schließlich schon seit 40 Jahren als feste Größe im Hardcore Geschäft unterwegs und haben den NYHC massiv geprägt. Und ich vermute einfach mal, auch viele von euch haben schon laut mit gegrölt wenn „…from the eastcost to the westcoast…“ aus den Boxen tönte.

Madball - Hold It Down - Cover
Madball – Hold It Down – Cover

8Madball – Hold It Down

NYHC war mir damals bereits durch Agnostic Front ein Begriff. Das erste Hören von Madball brachte das Ganze für mich aber nochmal auf ein neues Level. Nach dem Intro mit O-Tönen der Bandmitglieder gibt es mit Can’t Stop, Won’t Stop sofort ein unglaubliches Brett in die Fresse… und dann kommt Hold It Down… scheiße ich liebe dieses Album.
Ich denke ich würde auch heute noch sagen, dass Hold It Down, vielleicht mit Look My Way zusammen, meine Lieblingsalben von Madball sind.

Full Speed Ahead - Unchain The Chained - Cover
Full Speed Ahead – Unchain The Chained – Cover

9Full Speed Ahead – Unchain The Chained

Einfach nur extrem guter Hardcore aus Leipzig. Mal wieder eine Band, die es leider schon lange nicht mehr gibt. Aber wenigstens schaffte ich es noch, im Gegensatz zu Brightside, Full Speed Ahead live zu sehen. Eine Wahnsinnsenergie die sich auf das Publikum übertrug. Als dann als Zugabe Running Riot gespielt wurde und der Sänger alle… wirklich alle, dazu aufgefordert hatte mitzumachen, stürmten ca. 50 Leute die doch recht große Bühne und ich war einer von ihnen. Die Folge war absolutes Chaos und ein Spaßfaktor, der selten höher war. Ich entdeckte Stefan (den Sänger) irgendwo etwas am Rand der Bühne und stellte mich dazu. Wir trällerten also das Lied, während um uns die Leute durch die Gegend flogen, darunter auch die restlichen Bandmitglieder. Alles irgendwie bizarr… aber unfassbar geil.

Backfire - Still Dedicated - Cover
Backfire – Still Dedicated – Cover

10Backfire – Still Dedicated

Der Albumtitel wurde quasi zur Prophezeiung. Denn auch nach nun 20 Jahren bin ich tatsächlich immer noch dabei. Hätte ich mir auch nicht träumen lassen, als ich damals meine ersten Schritte in Richtung Hardcore unternahm.
Einfach ein starkes Album, welches ich mir ebenfalls über all die Jahre immer wieder angehört habe. Und jedes Mal wenn dann Still Dedicated aus den Boxen dröhnt denke ich mir: „Scheiße… tatsächlich wahr.“

Das waren sie also, meine 10 Records We Would Die For But Only In A Specific Genre And Time Period.
Auch heute ist der Einfluss dieser Alben und Bands noch deutlich in meinem Geschmack zu spüren. Wenn ich hier also ein neues Album bespreche und es so richtig abfeiere, dann könnt ihr sicher sein, dass ein wenig, oder ne Menge, von diesen 10 Alben darin steckt.

Cheers

1110 Records We Would Die For!

Ihr kennt sie vielleicht bereits! Unsere schon seit langem laufende, bei euch sehr beliebte Rubrik 10 Records Worth To Die For. Dort stellen euch alle zwei Wochen Bands bzw. deren Bandmitglieder*innen oder anderweitige Szenemacher*innen ihre 10 persönlichen Lieblingsplatten vor.

Um euch die Gesichter hinter AWAY FROM LIFE etwas näher zu bringen, starten wir parallel dazu nun die Sonderrubrik 10 Records WE Would Die For. Nach und nach, jeweils in den Wochenpausen zur Main-Rubrik, präsentiert euch jedes AWAY FROM LIFE-Mitglied (aktuell ca. 30!) seine 10 Platten, die einen besonders geprägt haben.

PS: Folgt hier die Spotify-Playlist zur Rubrik 10 Records AWAY FROM LIFE Would Die For:

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