Pascal ist Sänger der hessischen Melodycore Band No Guidance. Kürzlichst kam von ihm die Anfrage ob er hier seine zehn Lieblingsplatten vorstellen mag. Wer nett fragt, bekommt auch eine nette Antwort und, in seinem Fall, auch Platz über seine Lieblingsplatten zu schwärmen!

1Blink 182 – Untitled

Für mich Blink at their peak.
Bis dato das abwechslungsreichste ihrer Werke und definitiv ein Album, das mir den Weg in die Welt unseres facettenreichen Genres geebnet hat.
Immer wenn ich auf VIVA oder MTV Tom’s Stimme gehört habe, war ich geflasht.
Musikalisch wird hier alles abgeliefert, was mein Herz begehrt. Punk, Emo, sogar Hardcore-Elemente fließen mit ein.
Die Tom DeLonge Signature ES besitze ich noch immer.
Ein Stück Musikgeschichte, das mich immer wieder an meine Kindheit und frühe Jugend erinnert und das ich auch heute noch gern, ohne zu skippen, höre.

2Avail – Over The James

Avail kannte ich lange Zeit nur von T-Shirts oder Hörensagen. Erst während Corona und einer Menge Freizeit habe ich mich ausführlich mit deren Diskografie beschäftigt und kam zu dem Entschluss, dass diese Band keine schlechten Songs schreibt.
Mein absolutes Lieblingsalbum ist jedoch Over The James. 18 Songs, die in 43 Minuten absolute Spielfreude und das Gefühl von Geborgenheit vermitteln.
Man braucht einen Soundtrack fürs Mit-Kumpels-um-die-Häuser-Ziehen und viel zu viel

3Trinken? – Over The James

Man braucht Musik, um mit seinem Weltschmerz klarzukommen und sich nicht komplett allein zu fühlen? – Over The James
Mitreißende Songs, die einen animieren, von Herzen mitzusingen. Avail klingen wie keine andere Band. Die haben bei mir ihren ganz eigenen Platz im Melodic Hardcore. Härter, melodischer.
Einen nicht unwesentlichen Anteil daran scheint Tim Barry, Sänger und Songwriter, zu haben. Mega sympathischer Kerl und auch als Solo-Artist wahnsinnig gut.

4Lagwagon – Hoss

Joey Cape, der Grund, warum ich Musik mache, Gitarre spielen gelernt habe und warum No Guidance existiert.
Keine Band habe ich so oft live gesehen, 20x genügt nicht.
Hoss ist ihr drittes Album und für mich das ikonischste aller Lagwagon-Alben.
Hoss fesselt mich vom ersten bis zum letzten Song.
Wie bei allen anderen Alben der Band finde ich es überragend, wie Joey Cape es schafft, bittersüße Melancholie und schwarzen Humor in unfassbar melodische Unikate zu verpacken.
Niemand klingt wie Lagwagon, und Worte können nicht beschreiben, durch wie viel Scheiße mich Joeys Musik erfolgreich durchgebracht hat.
Ich würde mich als sehr emotionalen Menschen bezeichnen, der Musik ganz anders wahrnimmt als die Personen in meinem Umfeld. Ich finde Halt in Musik, wenn alle anderen Umstände kaum beschissener sein könnten. Musik, die mich mein Leben lang begleitet, muss mir nicht direkt gefallen oder auf Anhieb ins Ohr gehen, sondern muss mich berühren.
Dann komme ich von ganz allein immer wieder zurück zu ihr. Ich glaube bei Lagwagon war das so.
Hoss ist bis heute mein Favorite Record von meiner absoluten Lieblingsband.
Ganz klar die beste Fat-Wreck-Band, die Mike jemals unter Vertrag hatte, und ich wette, das weiß er auch.
Hier fiel es mir äußerst schwer, mich zwischen den Alben zu entscheiden.

5The Hotelier – Home, Like Noplace Is There

Für mich die beste Live-Band, die ich je gesehen habe.
2015 hatte das Groezrock ein absolutes Mega-Line-up, und ich war mit Freunden dort, die mich zu irgendeiner monotonen Brüllband irgendeines mir völlig suspekten Metal-Genres ins Zelt schleppten. Als mir die Ohren nach zwei Songs bluteten und ich mich mit den Worten „Ich halte das keine Sekunde länger aus, ich muss hier weg“ verabschiedete, spielten im Zelt gegenüber The Hotelier. Ich bin so dankbar, dass es auch grottenschlechte Musik gibt – vielleicht hätte ich The Hotelier sonst niemals kennengelernt.
Das Zelt war überfüllt, und viele Menschen standen schon auf den Flächen vor dem Zelt, um sich diese Show zum Besten zu geben.
Drei Songs durfte ich noch miterleben.
Pure Emotionen und laute Chöre aus dem Publikum, als die Band als letzten Song „Dendron“ aus dem damals neu erschienenen und hier erwähnten Album spielte.
Es bleibt bis heute mein Lieblingsalbum der Band, und ich hoffe, es folgen eines Tages weitere Alben.
Letztes Jahr in Köln wieder live gesehen – ich kann das nur jedem empfehlen! Ich kenne keine Band, die an die Live-Qualität von The Hotelier drankommt.

6Satanic Surfers – Going Nowhere Fast

Die Helden meiner Schweden-Skatepunk-Vorliebe.
Es gibt verdammt viele 90s-Skatepunk-Schwedenbands und so gut wie alle genießen bei mir hohen Stellenwert, aber an die Surfers kommt keine andere dran. Die Songs ausgefeilt bis ins letzte Detail, der Gesang melodisch, kreativ und unvorhersehbar und die Texte unmissverständlich klar positioniert.
Ich kann mich mit Rodrigos Art, Musik und Texte zu schreiben einfach super gut identifizieren und fühle mich in seinen Standpunkten selbst verstanden und vertreten.
Going Nowhere Fast kombiniert für mich die Härte der vorherigen und die Melodik der darauffolgenden Alben perfekt.
Es kam der Zeitpunkt für mich im Leben, an dem ich mir geschworen habe, dass ich mich für keinen Menschen, keinen beruflichen Werdegang und keinen anderen möglichen Vorteil verstelle oder von meinen sozialistischen Idealen und Überzeugungen abbringen lasse sondern für genau diese einstehe – und ich meine das todernst. Dieses Album hilft mir dabei, für das, was ich bin und wie ich fühle, einzustehen wie kein anderes..

7Modern Baseball – You’re Gonna Miss It All

Ein Meisterwerk seines Genres.
Die perfekte Mischung aus Midwest Emo, Folk- und Pop-Punk.
Ich bin auf Modern Baseball mit dem Release dieser Scheibe aufmerksam geworden und habe mich daraufhin in sehr viele dieser Bands reingehört.
Die Band und dieses Album bleiben für mich aber absoluter Kultstatus. Der abwechselnde Gesang von Brendan und Jake und die Verspieltheit bzw. die Experimentierfreude auf dieser Platte machen auch nach Jahren des regelmäßigen Hörens immer wieder Spaß und lassen keine Langeweile entstehen.
Ich liebe die Harmonien und diese unfassbar catchygen Songs und hoffe so sehr auf eine Reunion..

8SNFU – Something Green and leafy this way comes

Chi Pig auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
Kanadischer Hardcore Punk par excellence.
Wie immer ein absolut einzigartiger Songwriting-Style.
Die Songs irgendwas zwischen verrückt, witzig, traurig, aber immer grandios melodisch. SNFU ist alles, nur nie langweilig.
Der Grund, warum ich dieses Album bei dieser großartigen Diskografie ausgewählt habe, ist das herausstechende Gitarrenspiel der Belke-Brüder auf dieser Platte. Musikalisch war SNFU der Szene stets fünf Jahre voraus. Zeitreisen müsste man können. Was würde ich dafür geben, die Jungs einmal in den frühen 90ern live zu sehen …
RIP Chi

9Truck Stop – Zuhause

Tanzt vielleicht etwas aus der Reihe, ist aber eine schöne Kindheitserinnerung. Mein Vater legte „Zuhause“ auf, da war ich schätzungsweise drei Jahre alt.
Seitdem begleitet mich die Band, und ich glaube, ich kenne so ziemlich alle Alben bis ins Jahr 2012 auswendig. Als die Urbesetzung leider kurz hintereinander verstarb und/oder ausschied, verlor das Ganze leider gänzlich seinen Charme.
Ich bin weiterhin großer Fan des alten Zeugs.

10Placebo – Meds

Big Fan of Brian Molko here!
Je weniger elektronische Spielereien ein Placebo-Album aufweist, desto besser finde ich es.
Meds klingt nach super gut gemachter Handarbeit und liebevoller Produktion.
Ich kann die Platte anhören und komme runter! Musik, die mich beruhigt und gleichzeitig traurig macht – auf die bestmögliche Art und Weise.
Die Atmosphäre, die beim Hören dieser Platte entsteht, bleibt für mich bis heute unerreicht.
Um die Zeit, als die Platte veröffentlicht wurde, trennten sich meine Eltern, und als Kind, das nur ein paar Wörter Englisch versteht, muss es die Atmosphäre gewesen sein, die mir ein Gefühl von Geborgenheit vermittelte. Ich assoziiere Meds bis heute mit genau dieser Zeit. Eine Art süßer, nostalgischer Schmerz, der mich an den Sommer 2006 erinnert. Nicht der beste Sommer meines Lebens, aber verglichen mit heute scheint er manchmal fast unbeschwert.

11The Lawrence Arms – The Greatest Story Ever Told

Der Soundtrack meiner Zwanziger! Zu jeder durchzechten Nacht, jedem gebrochenen Herzen, jeder einsamen Winternacht und jedem tollen Sommerabend mit meinen Liebsten gibt’s einen passenden Song.
Lawrence Arms begleiten mich beim Altern wie keine andere Band, und auch das ist eine Band, die in meinen Augen noch kein schlechtes Album gemacht hat.
Für mich der Inbegriff des Chicago-Punkrock-Sounds und ein großer Einfluss auf mein musikalisches Dasein.

ps: 10 sind einfach zu wenig.
Hier noch 10 weitere aufgelistet, die es ganz knapp nicht geschafft haben:

  • Osker – Idle Will Kill
  • Shelter – Beyond Planet Earth
  • Good Riddance – Ballads From The Revolution
  • The Front Bottoms – The Front Bottoms
  • The Bouncing Souls – How I Spent My Summer Vacation
  • Black Train Jack – Reward
  • Strike Anywhere – Change Is A Sound
  • Alkaline Trio – Crimson
  • Jawbreaker – Dear You
  • Samiam – Trips
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