Seit 1999 waren die Abgestorbenen Gehirnhälften quasi inaktiv. Zwischen 1990 und diesem Jahr hatte die Gruppe drei wenig beachtete Alben veröffentlicht, die trotz des seltsam anmutenden Bandnamens, der mich an Angefahrene Schulkinder erinnert, nicht dem Genre Fun-Punk zuzuordnen sind, sondern eher in Richtung Art-Punk gehen.

Seit 2013 ist die Band wieder mehr oder weniger aktiv. Ein neues Album ist seit dem 3. Mai 2018 auf Vinyl und CD erhältlich. Verdikt der Evolution heißt das Teil, auf das die Fans seit 1999 warten. Das Cover ist ein buntes Sammelsurium im Stile eines Hieronymous Bosch und wurde von Peter Wall designt. Trotz seiner bunten Farben stark dystopisch gehalten. Im Booklet tummeln sich verschiedene Bilder, die thematisch den Songtexten angepasst sind.

Um es gleich vorwegzunehmen: das Album ist äußerst sperrig, aber es lohnt sich dennoch sich damit zu beschäftigen. Hardcore Punk im weitesten Sinne bildet die Grundlage, dazu ein Wechselgesang zwischen Sängerin Uli und Sänger Stefan. Melodie und Rhythmus scheinen kaum zum Gesang zu passen und auch dieser kommt außerordentlich unmelodiös zur Geltung, wobei Uli glaube ich das besser hinbekommt als Stefan. Und dennoch finde ich, hat dies seinen Reiz. Die Texte gefallen mir außerordentlich gut, sind aktuell und dem Zeitgeschehen angepasst. Es geht um Neoliberalität, Flüchtlingskrise, Humankapital, Umweltkatastrophen, schlicht um alles, was unsere Freiheit bedroht. Ebenso äußerst dystopisch und negativ gehalten, oft zynisch und verbittert. Dabei aber eine kluge und fast komplett phrasenfreie lyrische Darbietung.

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Das Album ist sicherlich nicht für jeden geeignet. Vielleicht hilft der Videoclip von Leviathan, um sich ein gewisses Bild zu machen. Ich fand das Album jedenfalls äußerst spannend…

1. Evolution des Humanismus
2. Soziale Synchronisation
3. Achtung Parole
4. Neoliberales Mantra
5. Leviathan
6. Beweisaufnahme
7. Plädoyer
8. Immer hört nur ein Herz auf zu schlagen
9. Kassandra
10. Col de la Bataille
11. Nun, genau jetzt

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