Ursprünglich war das ANTATTACK PRE FEST als WarmUp für das eigentliche Festival gedacht. In diesem Jahr haben die Veranstalter aber bereits für die Pre-Sause ein Line-Up aufgefahren, nach dem andere Festivals sich die Finger lecken würden.

Recht früh ging es los. Dass bei den Sidewalk Surfers wenig los war, war wohl der Tatsache geschuldet, dass viele Besucher späterer Stunde vor 18:00 Uhr noch dem Alltagsstress verfallen waren. Der Keyboarder fiel mir bislang nie auf – entweder war er neu oder sein cluburlaubartiger Animationstanz lenkte erstmalig meine Aufmerksamkeit auf ihn. Musikalisch blieb bei mir diesmal nicht viel von den Jungs aus Saarlouis hängen. Ich weiß jedoch noch, dass sie noch nach einem Mineralienverlust-Schw*nze-Lutsch-Spruch allesamt Bier aus ihren eigenen Schuhen getrunken haben. Ja. Nach dieser Show-Einlage mit Fremdschäm-Faktor, irgendwo zwischen Ballermann und Dschungelcamp, war dann die erste Band des Tages auch fast durch. Mehr Musik und dafür weniger Malle hätte ich da netter gefunden.

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Auf dem zweiten Startplatz machte sich der nächste lokale Act bereit: Giulio Galaxis heißen sie, sie kommen aus St. Wendel und sie trinken ganz profan aus Flaschen. Von Null auf Hundert lieferte die Band um Frontmann Measy eine solide Hardcore-Punk-Show ab – selbst wenn publikumstechnisch nach wie vor etwas Luft nach oben war. Doch die Garage füllte sich allmählich. Auch Songs von der inzwischen frisch erschienenen EP Schwarze Erde kamen bereits gut beim Publikum an. Giulio Galaxis waren ein gelungener Anheizer für alle weiteren line-up-technischen Großartigkeiten!

Aus den Niederlanden fand das Punkrock-Trio Antillectual den Weg ins Saarland. Schlag auf Schlag beschallen sie die Garage mit Punk, behaftet von Einflüssen aus Skate und teilweise auch Emo. Hardcore- und Post-Punk-Einflüsse sind ebenfalls zu erkennen. Antillectual machen schlichtweg auf’s authentischste ihr eigenes Ding – und das tun sie ohne viel Zeit zu verlieren.

Not On Tour heißt die israelische Band, die sich als nächstes um das Publikum der saarbrücker Garage kümmert. Frontfrau Sirma springt wild über die Bühne während sie zu den schnellen, überwiegend recht kurzen Songs der Band ins Mikro singt und schreit. „Mal was anderes“, denkt man sich schnell. Gemeint ist hier aber etwas wirklich besonderes, denn ein Vergleich mit einer anderen Band würde mir äußerst schwer fallen.
Mich überzeugt besonders die einzigartige Performance von Sirma in Kombination mit den kraftvollen und doch auch positiven Songs.

Mit Cutesy Monster Man starten Iron Chic ihre Show und ziehen damit direkt das Publikum in ihren Bann. Der Mitsingpart wird dankend angenommen und auch die letzte Person sollte nun geistig auf diesem Wochentags-Festival angekommen sein. Viel Midtempo, hier und da Uptempo und der unvergleichliche Gesang von Jason Lubrano. Für mich mein persönliches Highlight des Abends.

Als Headliner betreten schlussendlich Propagandhi die Bühne. Die Band aus Kanada liefert eindeutig alles ab, was dem einen oder anderen vielleicht noch zum perfekten Abend gefehlt hat. Neue Songs und alte Hymnen – egal was Propagandhi anstimmten, die Menge ging mit. Für den letzten Werktag vor dem Wochenende hat sich wohl niemand geschont. Propagandhi beweisen sich einmal mehr als großartige Live-Band und gehen nach einer Zugabe unter Applaus von der Bühne. Zwei oder drei Lieder mehr hätte der Zuschauer sicher auch noch dankend angenommen!

Mir persönlich gefiel das Konzept des Festivals an einem Wochentag mit vielen, teils eher kurzen Gigs wirklich gut und bei dem abwechslungsreichen Line-Up sollte für jeden Punkrock-Fan etwas passendes dabei gewesen sein.

 

 

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– Playlist: Happy Release Day

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