Face To Face - No Way Out But Through (2021)
Face To Face - No Way Out But Through (2021)

Über den Fußabdruck, den die Kalifornier von Face To Face in der Punkwelt hinterlassen haben, lässt sich sicherlich streiten. Aber das sie dem Subgenre des SoCal-Punk einen ordentlichen Stempel aufgedrückt haben, bleibt wohl unbestritten.
Gerade die 90er waren hier mit Alben wie Big Choice (1995) oder ihrem selbst betitelten Album Face To Face (1996) geradezu prägend für so manche Bands, die sich gerade gründeten.
Aber wie bei allen neueren Veröffentlichungen von Bands, die man als alte Helden bezeichnen könnte, stellten sich auch mit dem neuen und mittlerweile zehnten Album von Face To Face wieder einmal die altbekannten Fragen:
Was ist von ihnen heute noch übrig? Von ihrer Energie, die sie damals mit Liedern wie Resignation oder Disconnected übertrugen?
Das galt es nun, mit ihrer neuesten Veröffentlichung No Way Out But Through, mal wieder herauszufinden.

Wobei mich in diesem Fall eine Sache positiv stimmte und das war das Vorgängeralbum Protection (Review) aus dem Jahr 2016.
Bei diesem war ich Anfangs nämlich auch mehr als skeptisch und dann hat es mich doch vollends überzeugt. Somit hoffe ich, dass das zwischenzeitlich erschienene Akustik-Album Hold Fast (2018/Review), das Live-Album Live In A Dive (2019) und das Cover-Album Standards and Practices Vol. II (2020) diese Strähne nicht gestört hat.

Nach den ersten Durchläufen musste ich jedoch feststellen, dass dieses der Fall ist, denn irgendetwas war an diesem Album anders. Der Sound war klarer und auch die Titel selbst klangen zwar noch nach Face To Face, kamen aber trotzdem anders bei mir an, irgendwie nicht mehr so kompromisslos und mehr auf Hochglanz getrimmt. Und das wunderte mich nun doch, schließlich hat sich an der Bandkonstellation seit zehn Jahren nichts mehr geändert und auch mit dem Produzentenduo Siegfried Meier und Davey Warsop sowie dem mixen und mastern von Jason Livermore sind wieder einmal altbekannte mit an Bord.

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Nun gut, vielleicht haben diese sich im Vorfeld einfach gesagt, wir stellen mit diesem Album mal die Professionalität von Face To Face in den Vordergrund. Und da sind sie auch bei diesem Album wieder einmal über jeden Zweifel erhaben.
Mal abgesehen vom melancholischen Songwriting von Frontman Trever Keith ist besonders das Bassspiel von Scott Shiflett eine „Ohrenweide“. Gerade im etwas ruhigeren Abschlusstitel Farewell Song kommt dieses noch einmal richtig zum Tragen.
Aber auch in Titeln wie dem melodiösem Stück Anonymous und dem erfrischend kraftvollen Singalong No Way Out stechen die Basslinien hervor, was aber an keiner Stelle störend wirkt…im Gegenteil. Dieses fügt sich wunderbar in die gesamten Songstrukturen ein und ich erwische mich an manchen Stellen dabei, dass ich das Schlagzeug von Danny Thompson kaum noch wahrnehme.
Besonders hervorheben möchte ich aber auch noch einmal den Titel Long Way Down, welcher zumindest mich von der ersten bis zur letzten Sekunde voll abholt.

So habe ich im Laufe der Spieldauer von über 40 Minuten auch schon meinen anfänglichen Kritikpunkt vergessen. Er ist aufgrund der Qualität der Songs schlichtweg in den Hintergrund getreten und vielleicht kann ich es auch ein bisschen verstehen, dass man mal zeigen möchte was man kann und nicht immer nach Garage klingen mag. Auch wenn das unbestritten seinen Charme hätte möchte ich dieses Album im Hochglanzformat nicht missen!

FACE TO FACE – NO WAY OUT BUT THROUGH (2021)

Face To Face - No Way Out But Through (2021)
Face To Face – No Way Out But Through (2021)
  1. Black Eye Specialist
  2. No Way out But Through
  3. A Miss Is as Good as a Mile
  4. Blanked Out
  5. Anonymous
  6. Ruination Here We Come
  7. Long Way Down
  8. Vertigo-go
  9. You Were Wrong About Me
  10. Spit Shine
  11. This Is My Vanishing Act
  12. Farewell Song
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