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Scheisse Minnelli

Das 15. Tells Bells Festival ist mittlerweile wieder lange Geschichte, jedoch lohnt sich ein Blick zurück (wie übrigens jedes Jahr). Das im letzten Jahr zuviel vorhandene Wasser von oben, wäre dieses Jahr dringend benötigt worden. Die Hitze und Trockenheit machte auch vor Villmar nicht Halt und stellte die Organisatoren vor einige Herausforderungen. Dass diese gemeistert wurden, ist vor allem auch der Unterstützung der örtlichen Landwirte und Feuerwehr zuzurechnen. Es wurden 25.000 Liter Wasser in Festivalnähe gebunkert und Präventivmaßnahmen wie das Wässern des Waldrandes vorgenommen. Dafür kann man nicht genug danke sagen.

Das findet auch Andy von der Festivalcrew: „Das Festival konnte nur durch erarbeiten und umsetzen von besonderen Maßnahmen zur Vorbeugung von Bränden durchgeführt werden. Unser besonderer Dank an die Feuerwehren aller Ortsteile des Marktfleckens Villmar, den Villmarer Landwirten, die uns Fässer und Traktoren zur Verfügung gestellt haben sowie allen externen Helfern.“ Fette Aktion von allen Beteiligten!

Dass das Festival im Ort mittlerweile eine hohe Akzeptanz genießt, haben wir bereits letztes Jahr in einem Interview mit den Organisatoren erfahren können (zum Interview). Dass es auch beim gemeinen Festivalbesucher immer mehr Aufmerksamkeit erhält, lässt sich an den Besucherzahlen von bis zu 3.500 Leuten pro Tag ablesen. Auch die Tatsache, dass es am Freitag, 16.30 Uhr, schon schwer war auf dem Campinggelände noch ein Plätzchen für sein Zelt zu finden, spricht für den wachsenden Zuspruch.

Es scheint nicht mehr im Verborgenen zu liegen, dass die Mädels und Jungs vom Villmar Kult e.V. Jahr für Jahr richtig geile Bands auf ihre Bühne locken und dabei den Griff in die Geldbörse ihrer Besucher eher dezent wagen. Ich habe es letztes Jahr schon gesagt und werde es wiederholen: wer bei 30€ Weekend-Ticket inkl. Camping und 2€ pro Bier in Verbindung mit diesem Line-Up etwas zu meckern hat, bei dem spielt wahrscheinlich wöchentlich das Who-is-who der Hardcore/Punk-Szene im privaten Hinterhof und bringt dazu fässerweise Bier mit.

Eingangs muss ich zu den Bands sagen, dass für mich keine Graupe dabei war und alle echt gut abgeliefert haben. Die Running Order zeigt ja schon ganz klar, was hier Sache war: Paramagnet, Visions Only, A Traitor Like Judas, Counterparts, Wisdom In Chains, Evergreen Terrace, Dog Eat Dog und Comeback Kid zerlegten am Freitag gekonnt die Bühne und am Samstag brachten 4ZKB, Roadrage, VMZT, Straightline, P.O. Box, Stay Focused, Get The Shot, This Is A Standoff, Adhesive, The Menzingers, Silverstein und H2O die Leute zum Ausrasten.

mit freundlicher Genehmigung von @tijsvl

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht zu jeder Band was sagen kann. Das liegt hauptsächlich daran, dass das Tells Bells mittlerweile bei einem Haufen Kumpels hoch im Kurs steht und man dauernd von der Bühne weg gezerrt wird, um irgendein Wiedersehen zu feiern…Furchtbare Sitte sowas und nicht in Ordnung. Werd ich beim nächsten Plenum ansprechen…

Was ich sagen kann ist, dass es aus meiner Sicht keine schwache Band gab. Im Gegenteil: alle waren richtig mega, einige haben da einfach noch herausgestochen.

Ein wenig traurig war der Abschied von A Traitor Like Judas vom Tells Bells. Die Jungs haben sich aber auch alle Mühe gegeben, dass ein Abschied von ihnen schwer fällt und sie in guter Erinnerung bleiben. Fette Show!

Mega waren für mich auch Wisdom In Chains. Die Bande aus den Staaten reißt traditionell live einfach alles ab und sorgt für so viel Bewegungsdrang, dass sogar mein alter Körper vor der Bühne zu finden war. Es ist einfach dieser eigene Sound, dieser stimmige Mix, der diese Band so besonders macht. Dickes Like!

Evergreen Terrace legten ein richtig dickes Brett hin. Die Buben aus Florida haben einfach mal alles zerlegt und dabei sichtlich Spaß…wir übrigens auch.

Mit Dog Eat Dog spielte eine Band, die ich das erste Mal auf dem Dynamo ´95 gesehen habe… Erinnerungen an die Jugend und so… Und live einfach total geil. Irgendwie ist es beruhigend, dass sich manche Sachen auch nach so langer Zeit nicht ändern.

Der Headliner des Freitags, Comeback Kid, war das erste Mal beim Tells Bells und hoffentlich nicht zum letzten Mal. Bewaffnet mit einer guten Mischung aus Songs des aktuellen Albums „Outsider“ und den üblichen Klassikern ließen sie niemanden enttäuscht zurück.

Nach einer ausgiebigen Geburtstagsfeier Samstagfrüh kamen wir erst zur Stagetime von All For Nothing auf das Gelände. Dass sie krankheitsbedingt absagen mussten war ein persönlicher Wehrmutstropfen. Dafür sind Stay Focused kurzfristig eingesprungen und haben mir gut gefallen. Starker Ersatz.

Get The Shot sind für mich live absolut eine andere Liga. Die ganze Sache ist für mich ein geiles Spektakel und ich kann mir die Buben aus Kanada immer und immer wieder anschauen. Wer noch nicht hat, sollte unbedingt machen…

mit freundlicher Genehmigung von @tijsvl

Nach Get The Shot musste ich erst mal eine Augenpause einlegen. Feier und so… Deshalb hab ich wohl etwas den Nachmittag verschlafen und war erst wieder zum Ende von Silverstein auf dem Gelände.

Das Festival wurde von den unverwüstlichen H2O abgeschlossen. Live immer eine Bank, nicht viele Überraschungen, aber einfach gut. Fanden die anderen Besucher offensichtlich auch.

Mein Fazit ist und bleibt gefestigt: das Tells Bells ist mein absolutes Lieblingsfestival und soweit ich das mitbekommen habe, sehen das einige andere genauso. Wir sehen uns vom 9. bis 11. August 2019 in Villmar.

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