Gewalt – Wir sind sicher (7“) ::: Review (2018)

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Erinnert sich noch jemand an Surrogat? Deren Album Hell in Hell habe ich damals sehr gefeiert. 2003 aufgelöst gibt es jetzt zumindest ein Lebenszeichen von Sänger und Gitarristen Patrick Wagner. Gewalt ist nicht nur die Lösung und das Problem, sondern auch der Bandname.Gegründet 2015 ist dies nun die sechste EP (darunter eine Split) der Band mit dem einprägsamen Namen.

Gewalt Promofoto

Wie bei Surrogat werden hier Slogans zu Songtexten umgeformt. Das ganze kommt sehr minimalistisch daher und erinnert an die Frühzeit des Punks beziehungsweise an die Neue Deutsche Welle, als diese noch nicht Nena und Markus umfasste, sondern man noch dachte, dass da ganz anständige Musik herauskommt. Auch der Industrial wird etwas tangiert, da sich doch einige Störgeräusche in der Musik einfinden.

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Der erste Song Wir sind sicher ist ganze acht Minuten lang und besteht nur aus der Aneinanderreihung von Worten und dem wütenden Schrei „Wir sind sicher“. Damit überschreitet der Song die Grenzen des Mediums. Keine Ahnung, wie sie das hinbekommen haben, mir lag zur Besprechung die digitale Form vor. Der Song enthält Samples von Miles Davis und Richard Wagner. Nach ihren eigenen Worten definiert sich der text folgendermaßen: „Der Ruf nach Sicherheit auf politischer, gesellschaftlicher und persönlicher Ebene ist vergeblich. Je lauter er ist, desto klarer wird seine Unsinnigkeit.

Patrick Wagner Promofoto

Guter Junge, Böser Junge, die zweite Seite umfasst eine Sammlung von Tautologien wie „Ich bin ein guter Junge, du bist ein guter Junge, Wir sind gute Jungen, das ist gut„. Dabei ändert sich der zugrunde liegende Drumloop kein einziges Mal. Auch hier nochmal O-Ton der Band: „„Guter Junge / Böser Junge“ ist ein Experiment. Wie lassen sich Wertevorstellungen, Befindlichkeiten, Alltag, Allgemeinheiten in Szene setzen?  Wenn Alles nebeneinander existiert, ist dann notgedrungen alles banal? Doziert man das Augenscheinliche notorisch auf Musik, besteht da nicht die kleine Chance, dass es sich auflädt und einen göttlichen Funken versprüht? Soweit die Hoffnung.

Beide Songs sind gut gelungen und es lohnt sich nach der 7“ von This Charming Man Ausschau zu halten, wenn sie am 23. Februar erscheint. Sie ist sehr gelungen. Für Sammler sei gesagt, das sie in vier Versionen erhältlich ist: normal, clear, orange und silbern.

Sie wird natürlich auch auf der anstehenden Tour mit Friends of Gas erhältlich sein. Es folgen die Tourdaten:

Die Tourdates von Friends Of Gas & Gewalt werden präsentiert von Spex, Byte FM, Jungle World
02.02. Berlin, Berghain Kantine präsentiert von Flux FM (AUSVERKAUFT)
03.02. Rostock, Peter-Weiss-Haus
04.02. Hamburg, Molotow
05.02. Düsseldorf, Zakk
06.02. Stuttgart, Goldmarks
07.02. Nürnberg, K4
08.02. Wien, Arena (nur Gewalt)
09.02. Ulm, Hudson Bar (nur Gewalt)
10.02. München, Milla

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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu Away from Life.

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