Versus You - ST (2026)
Versus You - ST (2026)

Ein Album von Freunden zu reviewen, ist immer so eine Sache. Man will ehrlich bleiben, ohne unnötig hart zu sein – aber genauso wenig möchte man in übertriebene Lobhudelei verfallen. Genau deshalb habe ich mir Unterstützung geholt und Nita gebeten, ebenfalls reinzuhören und eine unvoreingenommene Perspektive beizusteuern.

Review von SteveS

Versus You sind zurück – und ihr selbstbetiteltes Album könnte treffender kaum sein. Die Platte wirkt wie eine Essenz aus allem, was die Band über die Jahre ausgemacht hat: verschiedene Phasen, Einflüsse und Sounds verdichten sich hier zu einem Gesamtbild, das kaum mehr nach Versus You klingen könnte.

Auch wenn die Band oft im Pop-Punk verortet wird, tue ich mich damit ehrlich gesagt schwer. Klar, da sind Einflüsse – man hört das hier und da, vielleicht auch mal eine Spur The Offspring –, aber wirklich passend finde ich die Schublade nicht. Dafür ist Eric Rosenfelds Stimme einfach zu rau, zu direkt. Für mich liegt das Ganze oft näher an Bands wie Hüsker Dü – melodisch, aber mit deutlich mehr Kante.

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Der Opener Just A Phase macht direkt klar, wohin die Reise geht: energiegeladen, eingängig und ein verdammt starker Einstieg. Nails and Broken Glass bleibt mit seiner melodischen Art sofort im Ohr und liefert genau den typischen Sound, den man von der Band kennt und schätzt. No Calls bringt einen leichten 90er-Bubblegum-Punk-Vibe mit, ohne dabei ins Kitschige abzurutschen. Sylvia hat klare Ohrwurmqualitäten und hätte problemlos als Soundtrack einer Teenie-Komödie funktioniert – durchaus positiv gemeint.

Auch innerhalb der Band gehen die Meinungen auseinander: Für Sänger Eric Rosenfeld ist Perfectly Still der wichtigste Song der Platte, während Bassist Giordano Don’t Comfort Me favorisiert. Für mich bleibt Just A Phase das Highlight – aber genau das zeigt, wie vielseitig das Album ist.

Unterm Strich erfinden sich Versus You hier nicht neu – und das müssen sie auch gar nicht. Stattdessen liefern sie eine starke Sammlung neuer Songs, die genau das tun, was sie sollen: hängen bleiben und Spaß machen.

Wer mehr über die Band erfahren möchte, kann gerne unsere HC-History lesen.

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Hier ist Nitas Eindruck zum Album:

Kennt Ihr das, wenn ein Freund zu Euch sagt “Hör Dir das mal an, das wird Dir sicher gefallen”. So auch geschehen als mir mein Away From Life Kollege SteveS die Luxemburger Band Versus You ans Herz gelegt hat. Ich musste kurz überlegen, ob mir die Band jemals bewusst begegnet ist. Da sie seit über zwanzig Jahren unterwegs sind, wäre es eigentlich gut möglich. Allerdings war es dann doch eher Versus The World, die ich dabei gleich im Kopf hatte. Die wären musikalisch auch gar nicht so weit weg von Versus You.

Versus You sind eine fixe Größe der Szene in Luxemburg, in der SteveS groß geworden ist und die ihm am Herzen liegt. Am 1. Mai veröffentlichen sie nun, je nach Zählweise, ihr siebtes oder achtes Album. Höchste Zeit also für mich, endlich mal reinzuhören. Musikalisch bewegen sich Versus You zwischen melodischem 90er‑Jahre‑Punk und klassischem Pop‑Punk. Typisch sind eingängige Melodien, persönliche Texte und ein bewusst roher und ehrlicher Sound.

Ich glaube mein Musikherz bleibt auch für immer in den 90ern hängen. Mitreissende Gitarrenriffs, der rollende Bass, schnelles Tempo und diese herrlich kratzige Stimme. SteveS hatte vollkommen recht, die Band gefällt mir sehr gut. Gleich der Opener Just A Phase hat mich an die Hand genommen und vollkommen überzeugt. Zusammen mit dem darauf folgenden Nails and Broken Glass eines meiner Lieblingssongs der Platte. Die eingängigen Riffs sind Schuld. Smile and Advertise kann sich hier noch perfekt dazu einreihen. Und ganz besonders gefällt mir Perfectly Still – ein Stück, das davon erzählt Menschen zu verlieren, die man liebt, und ihnen nicht helfen zu können. Der Song bleibt noch einen Moment länger hängen.

Versus You aus Luxemburg – wenn Ihr sie noch nicht kennt, habt Ihr mit dem neuen Album die perfekte Gelegenheit. Eine Platte voller Enthusiasmus und Bodenständigkeit.

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Tracklist

  1. Just A Phase
  2. Nails And Broken Glass
  3. No Calls
  4. You’re Like The Rain
  5. Sylvia
  6. Knees
  7. Smile And Advertise
  8. Before Noon
  9. Off Color
  10. Growing And Showing
  11. Care For Another Song
  12. Don’t Comford Me
  13. Perfectly Still
  14. Followed By A Third
🎧 Unsere Playlist
– Playlist: Happy Release Day
BEWERTUNG
Versus You -ST
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SteveS
Hey, ich bin Steve. Punk hab ich mit 12 entdeckt als ich eine CD von The Exploited kaufte. Hardcore kam ein wenig später, weil ich Gang Green durch ein Coversong von Tankard entdeckte. Ich veranstaltete kleine DIY-Shows in Luxemburg und schrieb fürs Punkrock!, fürs Plastic Bomb, für den Gestreckten Mittelfinger und fürs Polytox. Und nun bin ich hier :)
versus-you-selftitled-doppelreview-2026Unterm Strich erfinden sich Versus You hier nicht neu – und das müssen sie auch gar nicht. Stattdessen liefern sie eine starke Sammlung neuer Songs, die genau das tun, was sie sollen: hängen bleiben und Spaß machen. Versus You aus Luxemburg – wenn Ihr sie noch nicht kennt, habt Ihr mit dem neuen Album die perfekte Gelegenheit. Eine Platte voller Enthusiasmus und Bodenständigkeit.

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