Punk kann so vieles sein, aber mit Sicherheit keine Mode!

Hardcore und Punk-Rock ist ein Lebensstil, der für mich viel mehr ist als „nur“ rebellische Musik. Es ist eine Lebenseinstellung und eine Community, die über Jahrzehnte aufgebaut wurde und in einer „Unity“ weiter fortgeführt und gelebt wird.

Ich erinnere mich noch genau an früher. Ich war 11 Jahre und wartete sehnsüchtig auf das neue Tony Hawk’s Pro Skater auf der Playstadion. Ich hörte den Song „Blitzkrieg Bop“ von den Ramones und kam so zur Punk-Musik. Nachdem man sich beim Media-Markt ein paar alten Alben von Bands wie NOFX, Terrorgruppe und Rancid zugelegt hatte, wurde einen schnell klar, dass Punk viel mehr als nur Musik ist. So musste man die rebellische Musik auch nach außen präsentieren.

Man ließ sich vom besten Freund mit einer Schere und einen Einwegrasierer seinen ersten Iro verpassen und kaufte sich eine gebrauchte Lederjacke bei Ebay. Diese Jacke war dann seine große persönliche „Spielwiese“. Man verzerrte darauf mit einen Edding seine Lieblingsband und kaufte hunderte Nieten, die man in mühseliger Arbeit einzeln in seine Lederjacke „tackerte“. Blutige Finger inklusive.

- Werbung -
Stäbruch Festival
Meine geliebten Jacken aus der Jugend.

Nietenjacken in den Modeläden und Discharge Shirt im Walmart

DIY! Dass tragen hat eine Bedeutung und soll weit mehr als „cool“ aussehen!

Als ich über zehn Jahre später während einer USA-Reise in dem Schaufenster eines „Punk“-Shop in Mannhatten vorbeilief, dachte ich sprichwörtlich, dass mich der Schlag trifft! Bis zu 2.000 Euro für eine mit Nieten verzerrte Jacke und den dem Bandschriftzug Discharge! Der Laden enttarnte sich schnell als noble New Yorker Modeboutique. Ich könnte kotzen!

In den vergangenen Monaten sah man immer mehr Bilder von sogenannten Celebrities im Punk-Look in der Klatschpresse. Sei es Chris Brown in Suicidal Tendencies und D.R.I. Jacke, Kirsten Steward im Black Flag Shirt oder Kim Karadashian in nietenbesetzter Disclose Lederjacke. Punk kommt immer mehr in Mode. Leider!

So findet man mittlerweile in jeden H&M Laden ein Ramones oder The Clash Shirt. Im Wallmart, einer der größten Einzelhandelskonzerte, findet man in der Kleiderabteilung mittlerweile auch T-Shirts von Agnostic Front oder Discharge. Ob die Bands davon wissentlich in Kenntnis gesetzt wurden und ihr Einverständnis gaben, ist fraglich. Für ein verkauftes T-Shirt sehen die Künstler mit Sicherheit auch keinen Cent!

Punk is no fashion, it’s a way of life…

„… and every dollar you fucking make is more spit in my face. You can’t sell your beliefs if they really mean something to you.“NAUSEA

Dass das einigen Bands so gar nicht in den Kram passt, ist selbsterklärend. Als Hardcore-Punk Band spricht man sich eigentlich gegen den Kommerz aus, doch die Modeindustrie missbraucht den Punk-Trend zu ihren Gunsten und schießt damit gegen die Ideologie der Szene. So sprach sich im Sommer unter anderem die New York Hardcore-Punk Legende Nausea gegen den Modewahn aus, als ein Designer ihr Logo auf eine Lederjacke zeichnete und für weiter über tausend Euro angeboten hat.

Please Read: As many of you have seen the lame photos of Kim Kardasian with the leather Discharge studded jacket. The…

Posted by Nausea – NYC on Dienstag, 7. Juni 2016

 

Mit welchem Recht sich die Modedesigner der Welt herausnehmen, die Bands für sich zu benutzten ist offen. Wahrscheinlich sollte sich jede Band einfach ihr Logo schützen lassen, damit sie diese Idioten verklagen können und der Wahnsinn ein Ende nimmt.

Hier eine schöne Dokumentation zu dem leidigen Thema:

- Werbung -
Demons Run Amok

Beitrag kommentieren

Kommentar eingeben
Name eingeben