Nach drei Jahren sind Dropkick Murphys wieder zu Gast in der Posthalle in Würzburg. Ich bin nach wie vor nicht der größte Fan der Band. Nachdem es das letzte Mal gute Live-Unterhaltung war, bin ich aber gerne wieder da. Auch weil ich mir das Phänomen Frank Turner mal ansehen will.
Diesmal auch rechtzeitig zu den Supports. Haywire aus Boston spielen Hardcore und geben Alles. Dennoch zündet es bei mir nicht richtig. Also nicht die Neuentdeckung für mich, sorry auch wenn das nichts Schlechtes hatte.

Danach Frank Turner & The Sleeping Souls, die ich auf Herz und Nieren testen wollte. Also was soll ich sagen, viel Folkiges mit Akustik-Gitarre und sonst festivaltauglicher Midtempo-Punkrock wird von einer echt guten Band mit Elan dargeboten. Frank Turner macht alles als Frontmann richtig, Interaktion mit Publikum (auch in gutem Deutsch), Hüpfen, Rennen und Stagediven. Aber für mich funktioniert das nicht so ganz. Eher langweilig finde ich das, für mich ist das Schwiegermamas-Liebling-Punkrock und gut für große Festivals. Aber liegt sicher auch daran, dass mich die Songs nie gecatcht haben. Nochmal, die machen alles nach Lehrbuch richtig, trotzdem nix für mich. Habe danach auch mit meinem Bruder drüber gestritten, der in Stuttgart war und das komplett anders sah. Geschmackssache!

Punkrock auf der großen Rock-Bühne, so muss man das nennen was die Dropkick Murphys hier abliefern. Mit digitaler Leinwand statt eines Backdrops untermalen sie jeden Song mit stets neuen Bildern und Hintergründen. Da wird nicht übertrieben, aber das macht schon was her. Als nicht größter Fan der Band und Celtic-Punk, bin ich nicht songsicher, macht aber trotzdem viel Spaß. Das meist Ü-40er-und-mehr-Publikum feiert es und die Stimmung in der ausverkauften Posthalle ist super. Da wird auch altersgemäß ein AC/DC Cover mal eingesttreut, sonst wie gesagt sehr punkig. 1,5-2 Stunden Set mit durchgetretenem Pedal, das ist respektfordernd. Viele Songs kenne ich dann doch, natürlich Hits wie Shipping Up To Boston oder Rose Tattoo kenne ich sogar namentlich. Dass die Band megan eingespielt ist, erwähne ich nicht extra, gesanglich auch sauber.

Der Sound ist durchgängig gut, Respekt an die Mischercrew! Die Posthalle ist nicht ohne Fallen beim Abmischen. Und bei Dropkick Murphys wird auch Licht und wie erwähnt das digitale Backdrop ansprechend bedient.

Zu erwähnen ist noch, dass der Sänger einen Song abbricht, als er sieht, dass Typen eine Dame mit Kein Bock Auf Nazis Flagge angehen. Er pfeift sie zuerst zusammen und wirkt nahe dran selbst von der Bühne zu kommen um das zu klären. Lässt sie dann von der Security unter „Nazis raus!“-Rufen rausschmeißen. Hut ab für den geraden Rücken.
Fazit: Da macht man nichts falsch! Einzige Maulerei: Müssen Shirts 45,- Euro kosten? (Ja Crew usw. muss davon leben, aber echt und nicht mal fair, Bio oder bei Mondschein gepflückt!)





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