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Bis ich überhaupt die ersten Zeilen für das Review der ersten EP von Leguan schreiben konnte, dauerte es einige Zeit. Viele Male habe ich die fünf Songs, welche im April als Stream über Kidnap Music veröffentlicht wurden, durchhören müssen, um die adäquaten Worte zu finden.

Denn wer hier straighten Punkrock oder knüppelharten Hardcore erwartet liegt erstmal falsch. Aber irgendwie halt auch doch nicht. Denn was gleich beim ersten Durchhören klar wird – textlich bewegen sich die Männer aus dem Ruhrgebiet zwischen politisch und sozialkritisch, zwischen Alltagsfrust und Verzweiflung, zwischen Depression und Wut, zwischen Biss und dem Eingeständnis der eigenen Schwäche. Verpackt werden die wirklich großen und zur Selbstreflexion anregenden Sätze in rauen, zähneaufeinanderpressenden, fäusteballenden, aggressiven Gesang, der mal geschrieen und mal gesprochen wird.

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Auch musikalisch ist die EP1 mehr als interessant: Am Besten lässt sich Leguan wohl als Kreuzung zwischen Turbostaat und La Dispute, gespickt mit hymnenartigen Refrains, druckvollen Drums und im Kopf bleibenden Gitarrenmelodien beschreiben. Dabei sind die fünf Songs abwechslungsreich mit je eigenen Facetten, ohne jedoch den Richtung vorgebenden roten Faden zu verlieren.

Wenn ich einen Song hervorheben müsste, wäre es definitiv Hochhaus mit Antenne. Hier treiben einem die Worte Schweißperlen auf die Stirn, die Musik dazu untermalt den atmosphärischen Song perfekt. Jedoch stehen auch die vier anderen Songs dem hervorgehobenen in kaum etwas nach.

Fazit: Leguan legen mit ihrer EP1 einen furiosen Start hin! Die Band reiht sich perfekt in das Portfolio von Kidnap Music ein und ich hoffe schon jetzt auf EP2 oder sogar ein Debut-Album, welches – Indianerehrenwort – hohe Wellen schlagen würde. Denn: Diese EP eckt an und reißt ein ohne wieder aufzubauen. So erfrischend war Punk lange nicht!

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