Missstand - Bon Apathie (2021)
Missstand - Bon Apathie (2021)

Es gibt wohl kaum einen passenderen Namen für diese Band, denn wenn sie etwas tut, dann ist es die Missstände in dieser Welt anzuprangern und das tun Missstand mit ihrem am 09. Juli veröffentlichten Album Bon Apathie auch wieder in Reinkultur.

Seit ihrer Bandgründung 2008 haben die Brüder Mani und Patze zusammen mit Schlagzeuger Dani drei Alben veröffentlicht, wobei das letzte I Can’t Relax In Hinterland (Review) im September 2017 erschienen war.
Seitdem hat sich aber auch bisschen was in der Besetzung getan. So hat Dani das Schlagzeug verlassen. Dafür ist Manny eingesprungen und Siegi hat den Bass von Patze übernommen, welcher wiederum nun die Gitarre bedient. So hieß es fröhlich „Bäumchen wechsle dich“ und das hört manauf dem Album auch.

Patze dazu:

Seit 2020 spielen wir in einer neuen Besetzung. Manny und Siegi haben viele neue Einflüsse mit in die Band gebracht, zudem haben Mani und ich die Texte erstmals gemeinsam geschrieben. Letztere sind aufgrund der aktuellen Gesamtsituation vielleicht ein bisschen zynischer ausgefallen als bisher, dennoch ging und das Songwriting diesmal erstaunlich leicht von der Hand.

Das die Texte dabei zynischer ausgefallen sind, kann ich allerdings nicht unbedingt bestätigen. Ich selber sehe sie tatsächlich in der für die Band typischen Struktur geschrieben. Was hier aber auf keinen Fall stört, denn gerade die Lyrics gefallen mir immer besonders. Auch die Liedtitel sind wirklich immer sehr kreativ gefasst (siehe den Albumtitel), was erst einmal eine echt schöne Verpackung der Lieder darstellt.
Verpackung darum, weil es ja auch vor allem darauf ankommt wie die Lyrics in unsere Gehörgänge gelangen und das tun sie wieder in einer sehr erholsamen und kompromisslosen Art und Weise.

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Die 13 Songs peitschen einem förmlich entgegen, wobei ein großer Teil der mitschwingenden Brachialität dabei vom Gesang getragen wird, der an manchen Stellen schon etwas hingerotzt daherkommt. Gegenteilig dazu steht die instrumentale Seite, denn die hat etwas von ihrem Oldschool-Klang, wie wir ihn von den Vorgängern kannten, eingebüßt und kommt klarer strukturiert und „melodiöser“ daher. Das hört man gerade in den beiden herausstechenden Nummern Nervous Again und No Country For Old White Men.

Gerade letzterer Track ist für mich herausstechend und der Titel des Albums und das obwohl sie sich hier Unterstützung von Sarah von Akne Kid Joe geholt haben.
Ich persönlich mag ihre Stimme nämlich eigentlich nicht besonders, aber in diesen Song fügt sie sich wunderbar ein und passt wie die Faust aufs Auge…auch thematisch.
Zusätzlich muss ich hier auch kurz noch einmal das Video zum Song hervorheben, welches mir immer wieder ein dickes Grinsen ins Gesicht zaubert und mich an durchzockte Nächte am Amiga 500 und dem Sega Mega Drive erinnert – Wonderboy lässt grüßen.

Abschließend lässt sich sagen, dass Missstand mit diesem Album zwar etwas reifer daherkommen, aber ihre Wurzeln keinesfalls vernachlässigen. Ja man könnte sagen, dass sie diese nur noch etwas stärker gewachsen sind.
Einziger Kritikpunkt an dem Album ist, dass mir etwas die Kurzweiligkeit fehlt. Denn die 13 Titel, die in fast 40 Minuten runtergespielt werden, fühlen sich teilweise doch sehr lang gezogen an.

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Wir hatten die Jung zuletzt 2017 im Interview.

Missstand – Bon Apathie (2021)

Missstand - Bon Apathie (2021)
Missstand – Bon Apathie (2021)
  1. Bonjour Tristesse
  2. Haider Youth
  3. Von Schwalben und Geiern
  4. No Country For Old White Men feat. Sarah AKJ (Akne Kid Joe)
  5. Kommando 13. Dezember
  6. Heute Alles
  7. Nervous Again
  8. P-34A
  9. Wasser, Wein und ich
  10. Morgen Nichts
  11. Rückenwind
  12. Seifenopfer
  13. Ohnmacht//Hamsterrad feat. Ren Aldridge (Petrol Girls)

 

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– Playlist: Happy Release Day

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