Endlich mal wieder ein Albumtitel mit dem ich mich voll und ganz identifizieren kann. Bin ich doch schließlich in einem 100-Seelen-Dorf des Zonenrandgebiets aufgewachsen, in dem es fast schon revolutionär war den Rasen einmal ohne Fangkorb zu mähen.

Außerhalb der Hauptstadtszenen war es dort auch recht schwer an Tapes zu kommen und so feierte man seinerzeit jede neu entdeckte Punkband wie eine Freibierstandleitung im eigenen Garten. Und eben diese Eigenheit habe ich nie abgelegt, womit ich nun auch endlich wieder beim Thema wäre…Missstand!

Diese Band hat es nämlich auch erst kürzlich in mein Plattenregal geschafft und das aus unerfindlichen Gründen. Haben die Klagenfurter doch bereits mit ihren beiden bisher veröffentlichten Alben Für Eine Handvoll Sicherheit und Die Netten Jahre Sind Vorbei (unsere Meinung zu der Scheibe findet ihr HIER) augenscheinlich für etwas Punkfurore gesorgt. Und das zu recht, denn in den Genuss des letztgenannten Abums durfte ich mit dem Erstehen des neuen Albums auch gleich kommen, da dieses als Bonus mit anliegt.

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Aber hier geht es ja um das Hier und Jetzt und dieses bestimmt ganz klar ihre neue Veröffentlichung I Can´t Relax In Hinterland.

Hier treffen bissige Texet auf schnörkellosen Deutschpunk, der gerade durch die Stimme von Sänger Mani den nötigen Straßenklang bekommt. Dieser wird untermauert von dem kompromisslosen Schlagwerk im Hintergrund, welches durchgängig ein Tempo vorgibt.

Keine frickeligen Fill-In’s oder Soli’s einfach nur richtig guter Deutschpunk, der dort hingeht wo er hin muss – und das ganze 13 Stücke lang.

Wobei ein Track doch noch heraussticht und das komischweise gleich von Anfang an. Denn im Song Konfrontation werden die drei Jungs von Thomas (Fahnenflucht) am Mikro unterstützt und das hört man komischerweise irgendwie schon beim einsetzenden Schlagzeug und noch fehlenden Gesang. Vielleicht bilde ich es mir ja auch nur ein, aber nicht nur die Stimme von Thomas sondern auch die Songstruktur klingt für mich irgendwie nach Fahnenflucht.

Davon mal abgesehen gibt es aber keine weiteren Überraschungen. Auch inhaltlich nicht, denn Missstand bezieht mit Themen wie Polizeigewalt, Antisemitismus und Nationalismus mal wieder ganz klar Stellung und es gibt wohl kaum einen schöneren Abschlusssatz als die Grußbotschaft, die dieses Album aussendet:

„Keine Toleranz für scheiß Rassisten!“

Am 11. November könnt ihr Missstand übrigens bei unserem Stäbruch Festival mit Bands wie Rasta Knast, The Movement, Wisdom In Chains, Rykers und 7 anderen Bands sehen. Mehr dazu hier.



Interpret: Missstand
Titel: I Can´t Relax In Hinterland
Format: 2CD (inkl. Bonusalbum: Die netten Jahre sind vorbei), limitierte farbige LP, Digital
VÖ: 01.09.17
Label: Aggressive Punk Produktionen
Spielzeit: 32:56 min
Spielzeit der Bonus-CD: 27:37 min
Tracklist:
01. Ich will kein Stück vom Kuchen,
ich will die ganze Industrie
02. Im Osten nichts Neues
03. Hinterland
04. 22:22
05. Keine Liebe für dein Scheissland
06. Keine Hoffnung
07. Einfach raus
08. Pflicht
09. Glaube? Lieber Hoffnung
10. Konfrontation (feat. Fahnenflucht)
11. Im Dreck
12. Scheisse auf Repeat
13. Zwischen abgewrackt und glücklich

BEWERTUNG
Gesamteindruck
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Ich beginne mal nicht mit meinem Namen, sondern mit dem was mich ausmacht: Ich bin ein Weltenbürger, welcher es liebt seine Gedanken und Emotionen in guten handgemachten Klängen zu verlieren und genauso wieder herauszubefördern. Oder um es einmal schlicht und einfach mit den Worten eines guten Freundes zu beschreiben: I LIVE ON A BIG ROCK - CALLED PUNK-ROCK

2 Kommentare

  1. […] Zu dem jüngeren Brett steuerten auch Missstand aus Österreich so manchen 4/4ler bei. Haben sie doch mit ihrer jüngsten Veröffentlichung “I Can´t Relax In Hinterland” ein mehr als ordentliches Deutschpunk-Album abgeliefert, welches definitiv nach mehr schreit (genaueres lest ihr in unserem REVIEW)! […]

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