Sackilacki – Ich dürfte nicht der Einzige sein, der den Titel des inzwischen sechsten Studioalbums der gebürtigen Hamburger von MONTREAL erst einmal googeln wollte. Allerdings spuckt das Internet außer zahlreichen Infos zum Album wenig über den Begriff aus. Also hilft nur reinhören – und zum Glück tun MONTREAL allen neugierigen Hörern den Gefallen und erwähnen den Albumtitel schon nach wenigen Sekunden. Ob das allerdings zur allgemeinen Erhellung beiträgt?

Montreal - Photo by Max Threlfall Photo
Montreal – Photo by Max Threlfall Photo

Der Opener „Kino?!“ geht jedenfalls direkt nach vorne und lässt keine Zweifel daran, dass auch Album Nummer 6 wieder im typischen Montreal-Sound daherkommt. Auch die folgenden Songs – „Idioten der Saison“, der bereits vorab als Single veröffentlicht wurde und „Osnabrück“, zu dem es ein absolutes sehenswertes und Verwirrung stiftendes Musikvideo gibt (was reimt sich eigentlich auf Münster?) – zeigen, dass MONTREAL auf Bewährtes setzen. Musikalisch inzwischen etwas mehr Pop und etwas weniger Punk als in der Anfangszeit, textlich aber dafür ausgereifter und noch mit einer Portion mehr Ironie.

Auch die weiteren Songs des Albums könnten so oder so ähnlich schon auf einem der vorherigen Alben ihren Platz gefunden haben. Das ist keineswegs negativ gemeint. MONTREAL sind nämlich nach wie vor in der Lage, sehr gute Pop-Punk-Alben abzuliefern – wer auf eine Neuerfindung gehofft hatte, wird aber womöglich nicht völlig zufrieden sein. Weder musikalisch noch textlich wagen sich MONTREAL auf Schackilacki an große Experimente. So verwundert es wenig, dass einem nicht nur das ein oder andere Riff bekannt vorkommt und auch textlich keine ganz neuen Pfade eingeschlagen werden. Wie gesagt – die treue MONTREAL-Fangemeinde wird sich daran nicht stören.

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Apropos Texte: MONTREAL sind nicht gerade dafür bekannt, die Weltrevolution in 3 Minuten anzuzetteln zu wollen. Auf Schackilacki finden sich dann aber doch neben jeder Menge Ironie und Witz auch ernste Botschaften. MONTREAL wissen eben, dass man Verschwörungstheorien oder alle Krisen auf der Welt nicht platt in ein paar Zeilen zum Fall bringen kann. Also verstecken sie es im typischen MONTREAL-Gewand – „Einfach nur verstehen“ oder „Musik in meinen Ohren“ sind absolute Highlights der Platte.

Auch wenn die 31 Minuten Schackilacki 1, 2 Lückenfüller enthalten und ein Song wie „120 Sekunden“ (ein „vertontes Zeitmaß“) für meinen Geschmack etwas zu klamaukig ist , liefern MONTREAL ihren Fans wieder einmal ein mehr als solides Album und einige neue Songs für die Live-Setlist! Reinhören lohnt sich!

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2015 als Solo-Projekt gestartet, ist AWAY FROM LIFE heute ein Team aus knapp 20 Freunden, die unterschiedlicher kaum sein könnten, jedoch durch mindestens diese eine Sache vereint sind: Der Leidenschaft für Hardcore-Punk. Diese Subkultur ist für uns kein Trend, sondern eine tiefverwurzelte Lebenseinstellung, etwas, das uns seit Jahren immer und überall begleitet. Hardcore-Punk bedeutet für uns, sich selbst zu entfalten. Dabei ist D.I.Y. für uns nicht nur eine Phrase: Wir probieren Sachen aus, lernen neues dazu und entwickeln uns weiter. Von der Szene für die Szene. Gerade deshalb hat es für uns oberste Prämisse, Personen aus dieser Subkultur zu supporten, die denken wie wir. Sei es Veranstalter, Labels oder Bands, unabhängig ihres Bekanntheitsgrad. Egal ob Hardcore-Kid, Punk, Skinhead oder sonst wer. Wir sind Individuen, einer großen Unity, die völlig zeitlos und ortsunabhängig existiert. AWAY FROM LIFE ist für uns ein Instrument diese Werte zu manifestieren und unser Verständnis für Hardcore-Punk auszuleben. Angefangen als reines Magazin, haben wir über die Jahre unser eigenes Festival, das Stäbruch, etabliert oder jüngst mit Streets auch eine Szeneplattform ins Leben gerufen, die für uns alle genutzt werden kann – genutzt für eine Sache, die uns verdammt wichtig ist: Hardcore-Punk!
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