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More Everything – Das Band-ABC: BARREN HOPE

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Dass Israel über eine nicht nur aktive, sondern auch sehr interessante Punk/Hardcore-Szene verfügt, haben nicht zuletzt unter anderem Bands wie Mad Choice, Friday Night Sissy Fight, Useless ID und Kids Insane bewiesen. Aus der gleichen Stadt wie Useless ID und Friday Night Sissy Fight, namentlich Haifa, kommt auch meine liebste israelische Band Barren Hope.

Barren Hope gründeten sich 2012 und spielten bereits am 22. Januar 2015 im Syrup in Haifa wieder ihre letzte Show zusammen mit Kids Insane. Da eben diese Location wenig später schliessen musste, erklärten sich Barren Hope dazu bereit, am 24. September 2015 zu dessem Abschied doch noch ein weiteres letztes Mal aufzutreten. In der kurzen Zeit ihres Bestehens schafften es die 4 Jungs dennoch, eine internationale Tour auf die Beine zu stellen. 2014 besuchten sie in diesem Rahmen sowohl Tschechien als auch Deutschland, wo sie ihr zuvor erschienenes Album Anaffa vorstellten, welches ihr einziges Release bleiben sollte (verfügbar über lifeisafunnything). Einige der ehemaligen Mitglieder spielen heute in der Powerviolence-Band Diekvar, oder bei Östra Torn, welche Crust und Sludge beeinflussten Hardcore spielen.

Auf dem Album Anaffa vereinen sich Crust- und Screamo-angelehnte Melodien mit schnellen Punk-Parts und verzweifelten Vocals, welche dennoch keine Resignation versprühen, zu einem äusserst stimmigen Gesamtbild. Dark-Hardcore würde man das wohl nennen, wenn die Stimme und generell die Abmischung etwas tiefer wäre.

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AWAY FROM LIFE Streets

Centuries oder United Nations wurden schon als Vergleich genannt, wobei Barren Hope dann doch um einiges klarer, knackiger und punkiger rüberkommen. Auch Ampere gehen eher von einer punkigen Interpretation von Screamo aus, sind dabei aber ebenso, ähnlich wie United Nations, chaotischer als Barren Hope, welche mehr mit der Stimmung arbeiten.

Den Neo-Crust-Vergleich mit beispielsweise Alpinist sehe ich dann schon näher. Hier binden Barren Hope allerdings wiederum mehr Hardcore-Taktmuster ein. Violent Sons sind von der Herangehensweise nicht unähnlich, die Stimme Sean Murphys müsste man sich emotional aber eher wie bei Verse vorstellen. Auch zeigen sich Barren Hope dann doch etwas variabler als Violent Sons. Promises zu Hopeless Sons-Zeiten haben ebenso eine dunkle Stimmung mit schnellem Hardcore verbunden, diese lassen sich dann aber durch die tiefere Stimme und generell dem Songwriting etwas näher zu prototypischem Hardcore einordnen. Im Vergleich zu Day Of The Dead ist Barren Hope wieder aggressiver und düsterer. Parallelen zu All Teeth oder Run With The Hunted sind erkennbar, insgesamt präsentiert sich Anaffa vielleicht als etwas weniger ungestüm. Die Band, welche ich zuerst als Vergleich im Kopf hatte, war letztendlich Driven Fear.

Beide Bands schaffen es, eine atmosphärische und stimmige Mischung aus Hardcore und Punk zu kreieren, ohne dabei zu verkopft zu klingen. Auch die langsamen Abschnitte fügen sich gut in den Sound ein, da diese, was Barren Hope angeht, unter anderem durch den eindringlichen Gesang wenig Gemütlichkeit aufkommen lassen. Driven Fear ist im Vergleich einfach etwas cleaner, etwas näher an den Melodien von modernen Melodic Hardcore-Bands. Barren Hope reichern ihre Mixtur eher mit düstereren, rauheren Crust-Elementen und einer spürbaren Prise Entgeisterung und Verstörtheit an, was sich auch in den Texten niederschlägt. Insofern bewegen sie sich also etwas näher an Bands wie Birds In Row oder Ghostlimb. Fans von Bands wie Defeater, Carpathian, Heavy Hearted aus Rochester (USA) und The Cold Harbour sollten aber durchaus auch mal bei Barren Hope reinhören. Wenn dir die neuen Rise And Fall oder auch Ruined Families gefallen, könntest du ebenso Freude an Barren Hope haben.

 

Anaffa:

Trackliste:

  1. Samsara
  2. Sinking
  3. Footprints In Sand
  4. Submission
  5. Halls
  6. Crowns
  7. Foundations
  8. Il Faut Cultiver Notre Jardin

 

Anaffa by Barren Hope

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