The Stars Within ist das Debütalbum von Mother, einer Band aus Italien, die sich irgendwo zwischen Emo, Indie, Alternative und Punk verorten lässt. Also schon eine ganz schön bunte Mischung. Andererseits lässt das auch direkt ein Stück weit vermuten, wie die Platte wohl klingen mag. Kein roter Faden, austauschbar und schon tausend Mal gehört.
Und tatsächlich, die ersten drei Tracks lassen exakt diesen Eindruck aufkommen. Nicht, dass die Nummern schlecht oder unhörbar sind. Allerdings hat man solche Songs auch schon auf unzähligen anderen Alben gehört. Direkt zu Beginn fühlt sich The Stars Within äußerst langatmig an. Dabei hat man gerade mal nur drei Songs hinter sich. Dann aber öffnet sich das Album auf einmal und wird wirklich kreativ. Mother bewegen sich weg von austauschbaren Riffs und Melodien hin zu wirklich abwechslungsreichen Songstrukturen.
Zugegebenermaßen verlieren sich die Tracks dann aber auch immer wieder ein Stück in Ziellosigkeit. Immer wieder hat man das Gefühl, dass Mother noch diese und jene Idee in einen Song einbauen wollten. Dadurch verlieren die Tracks, aber auch das Album im Ganzen, an Stringenz. Wenn auch die Ideen, sei es ein kleines Solo, ein plötzlicher Tempowechsel oder ein ungewöhnlicher Basslauf, willkommen sind, erreichen sie immer wieder den Punkt, wo es zu viele Ideen für eine Nummer sind. Mildernd kann man aber sicherlich festhalten, dass The Stars Within eben ein Erstlingswerk ist, bei dem die Band auf der einen Seite zu sich finden, auf der anderen Seite nach außen sich beweisen will.
Textlich handelt The Stars Within von Selbstfindung, Konflikten und Zwischenmenschlichkeit. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass Mother sich überhaupt nicht vor Kitsch scheuen. Kontextuell ist der Kitsch zwar gut verpackt, an der ein oder anderen Stelle wird es aber auf das Niveau von Liebesfilm-Schnulzen getrieben. Musikalisch sticht insbesondere der Bass hervor, der eine tragende und nicht nur rein passive Rolle auf dem Album besitzt. Der Gesang, welcher von meistens Clean Vocals bis vereinzelt Screaming reicht, ist solide. Hier und da, gerade im letzten Drittel der Platte, verschmilzt der Gesang jedoch derart mit den Instrumenten, dass man ihn kaum noch verstehen kann. Ob das nun eine künstlerische Entscheidung war oder einfach unsauber abgemischt ist, bleibt dabei offen.
The Stars Within holt wahrscheinlich niemanden hinter dem Ofen hervor. Trotz der vielen Ideen, besonders auf der zweiten Albumhälfte, fehlt es der Platte an Alleinstellungsmerkmalen. Wenn man neu in dem Genremix sein sollte, in dem Mother sich bewegen, gibt es sicherlich mehr zu entdecken und man ist begeistert von all den Ideen. Abseits davon wirkt vieles schon etwas austauschbar und man geht lieber zu den Originalen. Für Folgeprojekte darf die Band gerne etwas mutiger, konsequenter werden und nicht jede Idee, die womöglich im Proberaum entstanden ist, irgendwie auch noch in einen Song quetschen.
The Stars Within ist bereits erschienen und digital, auf Vinyl sowie CD über bandcamp erhältlich.
Tracklist
- Magic Lungs
- Blaue Reiter
- To You, Red Giant
- Your Halo
- Star Rover
- Tender Eyes
- Love Rain
- Canopy Of Dreams
- Nailed Stars
- Marvel Of Peru
- Chamomile
- Desiderio (to your moons)
- Perfect Blue


















