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No Trigger, jedermanns liebste melodische Hardcore/Punkband aus Massachusetts, steht nach einer gefühlten Ewigkeit mit neuer Musik in den Startlöchern. Mit ihrer neuen 12 EP Adult Braces schwingt die Band endlich wieder den Punkhammer. Ob sie dabei Nägel mit Köpfen machen, oder ihre neue Scheibe nur ganz schön behämmert ist, erfahrt ihr bei uns!

Halt Stopp. Bevor wir uns Adult Braces genauer anschauen gibt es folgendes zu sagen: No Trigger ist eine meiner absoluten Lieblingsbands und ihr Album Canyoneer (erschienen 2006 über Nitro Records) für mich seit über zehn Jahren eines der besten Hardcore/Punk Alben ever. Dementsprechend liegt für mich bei jeder neuen No Trigger Platte die Messlatte extra hoch und werde ihre neue Musik auch anhand dieser bewerten.

So. Weiter geht’s. Fünf Jahre nach der Veröffentlichung des letzten full length Album Tycoon liefern die Band eine vier Song starke EP mit einer Spielzeit von knapp 13 Minuten ab. Nur vier Songs? Pfui buh. Das ist ungefähr so, als würdest du dich (fünf Jahre lang) auf eine heiße Nummer freuen, und dann stößt dich die EP nach dem Vorspiel von ihrem Klappsofa und schickt dich nach Hause. Unbefriedigend. Naja, immerhin klingt die EP unverkennbar nach No Trigger, wobei die Songs die wohl bis dato poppigsten und glatt poliertesten Tracks der Band sind. Während frühere Werke stark an Genrekollegen wie Strike Anywhere, A Wilhelm Scream erinnerten, schlägt Adult Braces noch mehr in Richtung Pop-Punk aus.

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Das Rezept: Melodische, stellenweise durchaus komplexe Arrangements mit treibenden, punkigen Drums, die locker und ungezwungen dahinplätschern und immer wieder mit stimmigen Gitarrenriffs unterstreicht werden. Garniert wird das Ganze mit eingängigen Ohrwurm-Refrains, pfiffigen Lyrics und wunderschön schmalzigem Gesang, der zum Mitsingen animiert. Dabei wirken die 4 Songs extrem geradlinig und ehrlich. Ich muss dabei ganz konkret an diesen gewissen späten 90er/Anfang der 2000er Charme denken, den Bands wie z.B. The Ataris hatten. Der Sound zu dem du deinen ersten Kickflip landest und ein V+ Energy auf ex trinkst.

Adult Braces – Bild zur Verfügung gestellt von Earshot Media
No Trigger – Bild zur Verfügung gestellt von Earshot Media

An sich eine coole Sache, oder?! Leider hat der Sound der Band aber gerade eben durch das unbeschwerte Dahinplätschern für mich etwas an Biss verloren. Da fehlt das Feuer hinter der Musik! Schon auf Tycoon bekamen wir extrem melodiösen und schnellen Punk, der sich poppiger Elemente bediente, zu hören; dieser hatte aber noch reichlich Ecken und Kanten, eine Prise Hardcore und vor allem Power. Bei Adult Braces hingegen ist alles so glattpoliert und fließend arrangiert, dass bei mir stellenweise nicht viel hängen bleibt. Schade.

So können mich die beiden ersten Songs der Platte „Sleeping Bag“ und „Holy Punks“ kaum aus dem Hocker reißen, obwohl sie auf dem Papier eigentlich tadellos geschriebene Punkballaden mit schnellen Tempo sind. Hätten ehrlich gesagt auch irgendwelche Songs irgendeiner anderen Pop-Punk sein können, die mit Sänger Tom Rheaults Gesang bespielt wurden ¯\_(ツ)_/¯. Die zweite Hälfte der EP gefällt mir da deutlich besser. Der dritten Song „Dogs on Acid“, dem die Band auch ein herrlich bescheuertes Musikvideo verpasst hat, war mein Highlight: Die Mischung aus der gesungenen Hookline, der eingeschobenen Akkustikgitarre und den explosiven Versen ist genau DER No Trigger Sound, den ich will. Warum nicht mehr davon? Auch der letzte Song „Hyperaware“ schlägt mehr in die gleiche Kerbe und macht nach hinten raus noch einmal ordentlich Dampf.

Fazit

Und wie bewerten wir jetzt Adult Braces? Während die erste Hälfte der EP mich stark unterwältigt, macht die zweite direkt Lust auf ein neues No Trigger Album und beweist, dass die Jungs es immer noch drauf haben. Deswegen ist die EP leider auch nur durchschnittlich und bleibt hinter den bereits erwähnten Releases weeeeeeit zurück. Nichtsdestotrotz freuen wir uns natürlich wieder von No Trigger zu hören und sind gespannt was die Band in nächster Zeit noch so für uns bereithält.

Adult Braces erscheint am 28.07 digital über Bird Attack Records, Vinyl Liebhaber dürfen sich über die EP ab dem 11.08. freuen.

Tourdates der Band in Deutschland findet ihr hier.

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