Radio Havanna gehören zu den Bands, die man vor allem dadurch kennt, dass sie sehr viel Tour sind  (passend zum Albumrelease spielen sie ihr 500. Konzert). Man kennt sie aber auch als eine der politisch engagiertesten Bands dieses Landes, die nicht nur labern, sondern auch machen. Ihre vierte Platte repräsentiert genau das: „Politik und Party“, und das ziemlich gut.

Das Album startet stark: Der Titelsong ist zwar nicht so schnell wie manch anderes Lied, hat aber eine Menge Power und sagt von der Message die klare Richtung für diese Platte an. Inhaltlich ähnlich wie „Hurra die Welt geht unter“ von K.I.Z.
Danach stechen vor allem die Up-Tempo-Nummern wie „Anti-Alles“, „Früher oder Späti“ und „Mein Name ist Mensch“ heraus.
Das absolute Highlight ist meiner Meinung nach die Vorab-Single „Faust hoch“.

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Inhaltlich hat sich nicht so viel verändert, was aber auch gut so ist. Zum einen gibt es eine Menge optimistischer Partysongs, zum anderen sympathische Storys wie „Hassliebe“ und dazu noch politische Sachen, die den Finger genau in die Wunden legen, die besonders wehtun. Rassismus, Homophobie und Turbokapitalismus: zu jedem Thema gibt es ein eigenes Lied, nicht wie bei vielen anderen Bands, die solche Sachen mal beiläufig erwähnen, um nicht blöd dazustehen – Radio Havanna waren und bleiben authentisch und echt.

Der Songs sind, wie eben kurz angeschnitten, unterschiedlich, ohne zu sehr aus der Reihe zu fallen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass sowohl die etwas langsameren Nummern wie „Houston“, als auch die schnellen gut funktionieren. Natürlich wird der ein oder andere meckern, dass die Produktion sehr glatt ist und mancher Refrain etwas an die Toten Hosen erinnert. Es wird Stimmen geben, die sagen werden, die Musik sei zu mainstreamig.
Das ist irgendwo nachvollziehbar, mir ist das aber recht egal, denn die Lieder haben eine wichtige Message und das gesamte Album ist zielstrebiger als seine Vorgänger – es macht einfach Spaß, es durchzuhören und hat eine Menge Hits.

Credits: Viktor Schanz

Radio Havanna gelingt mit Utopia ein weiteres mal der Spagat zwischen Antifa und Party, zwischen in diesen Zeiten enorm wichtigen politischen Statements und einfach mal das Leben feiern. Zwei Pfeiler ohne die die Band wahrscheinlich nicht funktionieren würde. Super Album!

Das Album erscheint am 12.1.2018 über das bandeigene, neugegründete Label Dynamit Records.

Eine HC History mit Radio Havanna-Sänger Fichte findet ihr hier.

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