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Der Albumtitel kündigte es bereits an: Stomper 98 bleiben ihrem Sound auch nach 20 Jahren treu und legen mit Althergebracht ein Album vor, dass für die Band typischer kaum sein könnte. Sofern man es nicht wusste, würde einem also gar nicht auffallen, dass Stomper 98 erst im vergangenen Jahr mit keinem geringeren als der Szeneberühmtheit Lars Frederiksen, der allen voran durch seine Tätigkeit bei Rancid bekannt ist, Verstärkung an der Gitarre bekommen haben. Sicher, einerseits ist es ein wenig schade, andererseits gibt es an der Platte wenig zu nörgeln, so dass negative Kritik an Althergebracht schwer fällt.

Stomper 98 - Streetpunk - Oi - Band - Lars Frederiksen
Stomper 98 (Bild zur Vefügung gestellt von Gordeon)

Ich hatte gedacht, dass Stomper 98 zumindest ein wenig von ihrem Sound abweicht und etwas neue Wege beschreitet. Zum Beispiel, da mit Lars und Schlagzeuger Phil Templar ja nun zwei englischsprachige Mitglieder in der Band sind, auch englischsprachige Songs zum Besten gegeben werden oder ein kalifornischer Punk-Einschlag in die Songs einfließt, weil das Album in Kalifornien aufgenommen wurde. Doch falsch: Stomper 98 bleiben ihren Streetpunk-Sound treu.

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Bei einigen Songs gibt es auch wie gewohnt den Saxophon-Einsatz, der immer besonders gut und abwechslungsreich kommt. Besonders zu überzeugen weiß hier die Titelnummer Althergebracht. Allgemein gehen die Tracks schnell ins Ohr und lassen sich bereits beim dritten Refrain mitsingen. Auch die Songstrukturen gefallen sehr gut; so wird auf dem ganzen Album hinweg auf unnötige Länge verzichtet und jeder Song hat irgendeine Hook, die sich in den Hörgang festsetzt. Ansonsten gibt es viele Filler-Gitarrensolis, die an der richtigen Stelle auftauchen und auch Background-Gesänge kommen nicht zu kurz.

Um ehrlich zu sein, war ich nie ein Fan von Frontmann Sebi’s, wie ich sie nannte, Rumpelstilzchen-Stimme. Seitdem Debüt seiner neugegründeten Zweitband Übergang, wurde ich damit dann doch warm. Auch auf Althergebracht geht diese mit dem Sound sehr gut einher und schafft ordentlichen Wiedererkennungswert, was man bei den meisten Bands heutzutage ja leider vermisst. Vielleicht ist die Stimme über die Jahre auch einfach nur gereift wie ein guter Wein? Wer weiß! Textlich geht es über Freundschaft, Sehnsucht, Feiern. Wie man es von Stomper 98 kennt, wird hier stets geradeaus gesungen, ohne ein Blatt vor dem Mund zu nehmen und auch einmal Salz in die Wunden zu streuen.

Ein wirklich grandioses Deutschpunk-Album endet dann mit dem wohl besten Song des Albums Alter Freund. Ich bin überrascht, das Althergebracht so ein grandioses Album geworden ist. Chapeau!
Achja: Wo sind nur die Oi!-Shouts auf Skinhead-Alben geblieben. Sofern ich kein Oi! überhört habe, gibt es auf Althergebracht keinen einzigen.

Für Fans von Stomper 98!

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