Turbostaat - Uthlande (2019)
Turbostaat - Uthlande (2019)
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Machen wir uns nichts vor, machen wirs einfach kurz: das neue Turbostaat-Album Uthlande ist ein Meisterwerk. Eigentlich könnte das Review hier auch stoppen, was soll man denn sonst noch sagen? Nun, man könnte zum einen darauf hinweisen, dass es sich dieses Mal nicht um ein Konzeptalbum wie bei Abalonia und seinem Vorgänger. Man könnte darauf hinweisen, dass das Album wesentlich härter und ruppiger geworden ist, als sein Vorgänger. Man könnte aber auch darauf hinweisen, dass die Refrains melodischer sind.

Turbostaat

Vieles auf dem Album muss man im Kontext der Nordlichter sehen, schließlich heißt das Album nicht umsonst Uthlande, ein alter Begriff für Inseln, Halligen und Marschen vor dem nordfriesischen Festland (siehe auch Uthlande). Sehr gut kommt bereits das Eröffnungsstück Rattenlinie Nord. Wer das Video kennt weiß bereits, worum es geht. Die Rattenlinie Nord war eine Fluchtroute der Nazis, die nicht in den Süden gingen, sondern zunächst hoch nach Flensburg. In das Lied eingearbeitet sind Aussagen aus dem Nürnberger Prozess. Und es ist hart, die Sprache der Täter zu hören in einem Lied, das auch davon handelt, das es bald wieder soweit sein könnte. Ein wichtiges Lied und vielleicht gerade deshalb als Eröffnung des Albums so gelungen wie kein zweites.

Aber auch die anderen Songs haben es in sich. Da wären Luzi und Stormi, die sich einige Textzeilen teilen, was einem aber auch erst nach mehreren Durchgängen auffällt, weil sie völlig anders vorgetragen werden. Beide beziehen sich wohl auch auf Theodor Storm beziehungsweise handelt es sich bei Luzi wohl um einen Urenkel von Theodor Storm, ein Stadt- beziehungsweise Inseloriginal. Das eine Lied beschwingt fröhlich, das andere melancholisch, diffus, mit seltsamen, sich überschlagenden Parts gegen Ende.

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Und so gibt es viele Parts auf dem Album, die überraschend sind. Nachtschreck ist so hart, das könnte auch auf den ersten Alben der Band vertreten sein. Schwienholt begeistert mit seinem hymnischen Refrain. Meisengeige basiert auf dem Werk von Louis Soutter, einem Schweizer Art-Brut-Künstler.

Dann bliebe mir noch die wundervolle Vinyl-Auflage zu loben, die leider nicht mein Eigen ist. Uthlande kommt auf 180 gr. Vinyl inklusive CD. Das Album ist außerdem noch im Digipak und als MC erschienen. Auch diese beiden Ausgaben liebevoll gestaltet mit Booklet und allen Texten. Vielleicht bestell ich mir noch eine Version davon…

Tracklist

1. Rattenlinie Nord
2. Meisengeige
3. Ein schönes Blau
4. Schwienholt
5. Stine
6. La Hague
7. Nachtschreck
8. Luzi
9. Heilehaus
10. Brockengeist
11. Hemmingstedt
12. Stormi

13.02.2020 Jena, Kassablanca
14.02.2020 Köln, Kantine
15.02.2020 Mainz, KuZ Kulturzentrum Mainz
19.02.2020 Hamburg, Markthalle
20.02.2020 Berlin, Festsaal Kreuzberg
21.02.2020 Berlin, Festsaal Kreuzberg (Ausverkauft)
22.02.2020 Dresden, Tante Ju
03.04.2020 Bremen, Schlachthof
04.04.2020 Düsseldorf, Zakk
05.04.2020 Aschaffenburg, Colos Saal
07.04.2020 Marburg, KFZ
08.04.2020 AT-Wien, Werk
10.04.2020 Leipzig, Conne Island
11.04.2020 Rostock, M.A.U. Club
30.10.2020 Hannover, Capitol
31.10.2020 Münster, Sputnikhalle

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Gripweed ist Wikipedianer mit Leib und Seele und das, was man gemeinhin als Musiknerd bezeichnet. Musikalisch ist er in vielen Genres beheimatet, wobei er das Exotische und Unbekannte den Stars und Sternchen vorzieht. Eine Weile bloggte er auch auf blogspot.de und war Schreiberling des leider eingestellten saarländischen Webzines Iamhavoc. nach dessen Einstellung wechselte er mit Max zu Away from Life.

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