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Nuclear Blast

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, keine Livereviews mehr zu schreiben, wenn ich den Eintritt bezahlen muss. Hier muss ich allerdings eine Ausnahme machen, denn sonst würde ich dem geneigten Leser mein zweitliebstes Konzert 2016 vorenthalten (für das Erstbeste siehe hier).

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Die Abstürzenden Brieftauben haben vor kurzem erst ein famoses neues Album hingelegt. Unser Review zu Doofgesagte leben länger findet sich hier. Dem Kollegen kann ich bedenkenlos zustimmen, ein fantastisches Album einer lange tot geglaubten Band. Mit Olli Bockmist am Schlagzeug und dem alten Schlagzeuger Mirco „Micro“ Bogumil hält das Duo die Fahne des lange totgeglaubten Funpunk hoch, inklusive klarer antifaschistischer Bekenntnisse. Ich war gespannt, wie die Band mit dem neuen Material klar kommt und freute mich eigentlich mehr auf die Tauben als auf Wizo. Nun, enttäuscht wurde ich auch nicht. Los gings mit Das Grauen Teil 3. Die beiden harmonieren sehr gut zusammen und schaffen eine würdevolle Weiterführung des mit dem viel zu früh verstorbenen Konrad Kittner begonnen Projekts. Ein paar Dinge trübten jedoch die Show. Offensichtlich war niemand da, der der Band genau sagte, wie lange sie spielen durften, so dass es ab und an zu etwas irritierenden Momenten kam. Auch fand ich, dass der Fokus zu sehr auf den alten Stücken lag. Immerhin haben die zwei ein bärenstarkes Album veröffentlicht, das will nun mal auch promotet werden. Naja, es war auf jden Fall für alte und neue Fans genug dabei. Nie wieder Pegida ist ein super Ohrwurm (leider stößt mir dabei die Textzeile Geistig behinderte Neofaschisten übel auf!) und zur Überraschung aller kündigte die Band auch eine neue Single namens Frauke, Halt’s Maul an und spielten das Titellied. Zwischendurch wurden auch mal die Instrumente gewechselt. Auf der Tanzfläche war auch ein bisschen was los. Was fehlte: Ganz klar Die Blumen sind für die, Herr Polizist, im Original von Heidi Franke udn ein Highlight des an Highlight reichen neuen Albums. Stattdessen gabs Ich will Spaßvon Markus, klar ein Standard der Band. Den alten Fans dürfte Im Strandbad gefehlt haben, das wohl zu proben vergessen wurde. Dieses wurde vehement gefordert, dann wurde stattdessen ein Medley gespielt. Naja, auch ok. Highlights neben den vorgenannten Songs: Steht ein Mädchen…, das gerne mitgesungen wurde, Keine Termine, das auf einem Harald-Juhnke-Zitat basiert, und die neue Taubenhymne Pieke Punk Guter Gig, sicherlich…

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Aber dann doch nix im Vergleich zu Wizo. Verwunderlich eigentlich, denn deren beiden Comeback-Alben Punk gibt’s nicht umsonst! (Teil III) und das brandneue Der sind doch eher so naja. Klar, ein paar gute Lieder, aber auch viele Füller und zum Teil ziemlich dämliche Texte. Doch Wizo brannten an diesem Sonntag klar die Hütte ab. Bei dem Punkfest blieb glaube ich kein Auge trocken. Eröffnungssong das Highlight von Der: Adagio Danach begann eine Zeitreise, die immer wieder von Anfängen wie Klebstoff bis hin zu neuen Krachern wie Ganz klar gegen Nazis führte. leider auch dabei: das peinliche Seegurke und das textlich platte Wahlkrampf. Aber vor allem die alten Hits kamen an: Raum der Zeit, Das goldene Stück Scheiße, Kopfschuss… Und war das ein gedränge vor der Bühne. Wirklich angenehmer Pogo. man musste eigentlich nicht viel machen, kurz in die Meute und schon war man am anderen Ende der Halle. Ein bisschen Crowdsurfing wurde auch zelebriert. Wer fiel wurde hochgehoben. So muss das sein. Die band war sichtlich gerührt vom Publikum und war auch scharf auf den dritten Gig ihrer Tour.

Wenig arrogant lobte sie das Publikum und ließ auch ganze Passagen mitsingen. Ergriffen vergaß Sänger Axel Kurth (und einziges Originalmitglied) auch mal den Text. Ich glaube es war beim traurigen Sterbehilfe-Song Egon. Überrascht auch, wie lange die Alerta Antifascista-Schreie weitergesungen wurden, bis die Band mit Gute Freunde den Gesang unterbrach. Insgesamt sagenhafte 21 Stücke wurden gespielt, als leztes reguläres Stück die Mitsinghymne Die letzte Sau. und die halte weiter. Statt Zugaberufen wurde eben immer wieder de Refrain wiederholt,. Auch cool. Danach folgten noch drei Zugaben: Apocalypso (laaaaangweilig) machte den Anfang. Es folgte Kein Gerede, unzensiert und in voller Länge. Größte Crowd-Reaction war natürlich hier auszumachen. Immer noch ein klasse Song. Den Schluss machte schließlich der Alltime-Klassiker Alte Frau .

Fazit: Ein furioser Gig! Ohne wenn und aber. So will ich an einem Sonntag, nein, eigentlich an jedem Tag der Woche unterhalten werden!

- Spotify-Playlist -

Die Spotify-Playlist zu unserem Jahresrückblick: Best-Of Hardcore-Punk 2020:

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