Ryker's Sänger Dennis Sergeant D. und seine 10 Records Worth To Die For
Ryker's Sänger Dennis Sergeant D. und seine 10 Records Worth To Die For

Rykers präsentierten uns Ende Mai mit The Beginning… ihr langerwartetes neues Album. Wir fragten Frontmann Dennis aka Sergeant D. anlässlich des Releases nach seinen 10 Records Worth To Die For – und ab dafür!

Dennis of Rykers on Stäbruch Fest 2017 (Photo by Michelle Olaya)
Dennis of Rykers on Stäbruch Fest 2017 (Photo by Michelle Olaya)

Dennis: Als ich zum Plattenregal ging, um die Top 10-Alben rauszusuchen, stand ich am Ende mit einem Berg von ca. 50 LPs da und hab mich wirklich schwer damit getan 10 davon rauszusuchen.

Das sind jetzt nach hartem Ringen die, die übrig geblieben sind. Ich habe mich weitestgehend  auf Punk/HC beschränkt. Hätte ich noch andere Genres dazu genommen, wäre ich nie fertig geworden.

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1INFEST – Slave / No Mans Slave

Hier muss ich beide Alben in einem Atemzug nennen, weil beide einfach nur großartig sind. Für mich die beste Band der Welt. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als ich die Slave das erste Mal aufgelegt habe.

Ich hab den Rest des Tages nichts anderes gemacht, als die Platte immer wieder umzudrehen und mit offenem Mund die Texte mitzulesen. Das war wirklich magisch. So viel Aggression, Speed und Präzision hatte ich bis dahin in dieser Form noch nicht gehört und einen so krass trockenen Mund hatte ich vorher auch noch nie. Keine andere Band hab ich öfter gehört und von keiner anderen Band habe ich so viele verschiedene Pressungen und Farben von ein und derselben LP. Infest sind und bleiben unerreicht.

2GORILLA BISCUITS – Start Today

Immer wenn die Batterien mal leer waren oder die Laune am Boden – dieses Album hat mich wieder recharged. Unfassbar wie viel positive Energie, Leidenschaft und gute Laune in jedem einzelnen Song steckt. Eine der wenigen Hardcore Bands, die es heute noch schafft mir live eine Gänsehaut zu verpassen.

3DAG NASTY – Can I Say

What can I say? Auch dieses Album hat mir die ein oder andere Skate-Session vergoldet. Für mich das beste Dag Nasty Album. Emotional, mitreißend und immer nach vorne.

Klingt auch heute noch so frisch wie beim ersten Durchlauf, katapultiert mich jedes Mal zurück in meine Jugend und wird nie langweilig. The values are still here – thanks for the memories!

4ONLY LIVING WITNESS – Innocents

Großartiges Album einer großartigen und leider viel zu unterbewerteten Band. Toppt das Debutalbum (Prone Mortal Form) von ’93 aus meiner Sicht noch mal um Längen, obwohl das schon ziemlich dick war. Ausgestattet mit so viel Drive, so geilem Groove, so großartigen Riffs und Melodien und einem Sänger, der locker alle in die Tasche steckt. Absoluter Meilenstein.

5BAD RELIGION – Suffer

Den ganzen Morgen stand ich am Fenster und hab auf die Post gewartet. Draußen schönstes Wetter. Alle am skaten, nur ich nicht. Als ich die Hoffnung aufgegeben hatte und stinksauer war, dass die Post mir mal wieder einen Vormittag geklaut hat, klingelt es an der Tür.

Ein neuer und sichtlich gestresster Postbote übergibt mir mein Paket. Ich renne hoch, reiße es auf, betrachte staunend und ehrfürchtig eines der coolsten Plattencover, das ich bis dato gesehen hatte, lege sie auf und bin sofort wieder gut gelaunt. Mit dem ersten Ton ging die Sonne in meinem Zimmer auf und das tut sie bis heute, wenn ich dieses Album höre.

Jetzt noch zu erzählen wie gut man dazu skaten kann und welche Tricks mir mit den Songs im Ohr geglückt sind, würde den Rahmen sprengen. Genauso die Geschichte, wie oft ich mir das beschissene Kopfhörerkabel dabei aus dem Walkman gerissen habe oder mir damit den Walkman aus der Gürtelschnalle gezogen habe. Ja. Walkman. Und ja… Kabel.

6KILLING TIME – Brightside

Metallische Hardcore-Dampfwalze, die aus meiner Sicht mindestens genauso viel Hype verdient hätte, wie die Bringin it Down von Judge. Pulverisiert alles und kann nicht besser auf den Punkt gespielt werden.

Unfassbar wie tight das Album auch nach 30 Jahren noch klingt. Nicht umsonst stand es Pate für den Namen meiner ersten Band.

7SOCIAL DISTORTION – White Light, White Heat, White Trash

Für mich das beste Social Distortion-Album. Ein Hit jagt hier den nächsten. Textlich an der ein oder anderen Stelle etwas dicker aufgetragen, aber Mike Ness nimmt man das ab, weil er einfach eine verdammt coole Sau ist.

Hier passt alles zusammen. Essentielle Band, essentielles Album.

87 SECONDS – The Crew / Walk Together, Rock Together

Hier konnte ich mich nicht für eines der beiden Alben entscheiden, weil ich beide Alben vergöttere. Beide strotzen nur so vor positiver Energie und sind auf Ihre Art einzigartig und wegweisend.

Hatte sie zwischenzeitlich ein bisschen aus dem Radar verloren, aber als ich 1999 zum ersten Mal das „Good To Go“- Album gehört habe, brannte die alte Flamme wieder wie am ersten Tag.

Absolut essentielle Band in allen Belangen. Sehr schade, dass sie sich jetzt endgültig aufgelöst haben.

9UNITY – Blood Days

Hab wirklich lange mit mir gehadert, ob ich die Screaming For Change von Uniform Choice oder die Blood Days nehme. Hab mich für die Unity entschieden, weil die You Are One 7″ auch zu einer meiner absoluten Lieblings 7″es gehört und hier ja einige Songs vertreten sind. Die melodischen Songs haben nicht nur wegen des charismatischen Gesangs von Pat Dubar, sondern auch wegen den großartigen Gitarrenharmonien von Joe D. Foster ihren ganz eigenen und unerreichbaren Charme. Manche Songs versprühen eine solch heitere Melancholie, dass selbst der letzte Tough Guy zum heimlichen Emo wird. Das einzige, was mich damals etwas irritiert hat, waren Pat Longries Cowboystiefel auf dem Backcover. Ich bin wirklich froh, dass das kein Szenetrend wurde. Manchmal wache nachts schweißgebadet auf und frage mich, ob er die wohl heute noch trägt.

10AGNOSTIC FRONT – Cause For Alarm

Hauchdünnes Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Victim in Pain, Fotofinish für die Cause For Alarm, weil sie einen so geilen punkigen Drive und eine Catchiness hat, die mich damals sofort mitgerissen hat. Wie krass die Doublebase bei The Eliminator in den Song reinballert ist einfach nur herzerfrischend.

Bei Agnostic Front ist es wirklich schwer das Beste Album zu küren, weil alle für sich einzigartig sind. Das gilt ganz genauso für Madball, für die ich hier leider keinen Platz mehr hatte. Hier hätte ich mir wahrscheinlich tagelang den Kopf zwischen der Set It Off und der Demonstrating My Style zerbrochen.

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11Dennis‘ Top-20 7“-Vinyl

Für alle, die ab und zu auch mal eine 7″ auflegen, hier noch meine Top 20 (10 waren auch hier viel zu wenig):

  1. Infest alle 7″es
  2. Negative Approach – s/t
  3. Chain Of Strength – both 7″es
  4. CIA – Gods, Guns & Guts
  5. Minor Threat – both 7″es
  6. Krakdown – s/t
  7. Underdog – s/t
  8. Agnostic Front – United Blood ep
  9. Inside Out – No Spiritual Surrender
  10. Citizens Arrest – A light in the dark
  11. Unity – You Are One
  12. Turning Point – s/t
  13. The Abused – Loud And Clear
  14. Antidote – Thou Shalt Not Kill
  15. Alone In A Crowd – s/t
  16. Wide Awake – s/t
  17. Deathwish – Tailgate
  18. Deep Wound -s/t
  19. Unit Pride – s/t
  20. Eye For An Eye – Omega Drone

Ryker’s haben am 31. Mai 2019 ihr neues Album The Beginning… über BDHW Records veröffentlicht.

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