Die 9/11 Youth aus Nürnberg hat sich Mitte 2013 gegründet und hat erst vor kurzem ist Ihre EP Chains veröffentlicht. Bereits vergangenes Jahr hat die Band eine Demo aufgenommen, welche aber nie wirklich herausgebracht wurde, womit CHAINS somit quasi das Debut der Band ist. Die insgesamt 6 Songs sind dabei sowohl auf Tape als auch auf CD erhältlich. Während die Kassetten-Version auf Trainwreck Tapes erschienen ist, wurde die CD von Muchentuchen veröffentlicht.

Die EP beginnt mit einem Intro, dass zunächst leider nur wenig Lust auf mehr macht. Man wartet dort, wie auf heißen Kohlen sitzend, das irgendetwas passiert, aber die Einleitung wird leider nur langweilig in die Länge gezogen. Fast schon symbolisch, dass das Intro „NEW HOPE“ heißt, denn mit solcher gehe ich in den zweiten Track „PATH“. Dort bekommt man den ersten wirklichen Eindruck zur 9/11 YOUTH.

Das Nürnberger Quintett spielt weitestgehend schnellen old-school Hardcore-Punk und taucht dabei immer mal wieder in die „Mosh-Core“-Schiene ein. Dabei gibt es einen enorm aggressiv rausgebrüllten Gesang, der leicht an Jorge von The Casualties erinnert. Verstärkt wird dieser durch gelegentliche Gangshouts, die auf der EP wirklich gut gelungen sind. Ein wirklich ganz interessanter Mix, bei dem es leider noch ein wenig an der Umsetzung hapert. Der Spagat zwischen schnellen Punk-Rock und den langsameren Hardcore-Parts will nicht ganz gelingen. Allgemein könnte die Produktion ein wenig ausgereifter sein und am Mix der Songs hätte man noch ein Prozent mehr rauskitzeln können. Aber in angebracht, dass es sich bei Chains um das Debütder 9/11 Youth handelt geht es auf alle Fälle absolut in Ordnung.

Der letzte Song „#ARSCH #FRIEDRICH #YOLO“ ist im Gegensatz zu den vorherigen ein deutschsprachiger Track, aber das ist nicht der einzige Grund weshalb sich der Song von seinen Vorgängern unterscheidet. So beginnt die Band mit zunächst gewohntem Soundmuster, bevor sie abrupt zu einem Elektropunk-mäßigen Sound ala Egotronic wechselt. Ganz nette Abwechslung und sicher Highlight der EP. Auch der punkige Teil des Songs gefällt mir deutlich besser als die englischen Songs!

Die 9/11 Youth zeigt auf ihrem Debüt, dass sie eine Band ist die sich über ihre Musik Gedanken macht und nicht als 0815-Abklatsch abgehandelt werden möchte. Sie wollen mit ihren interessanten Mix aus Punk-Rock, Hardcore, Metal gepaart mit gesellschaftskritischen Texten ihren eigenen Weg einschlagen und haben mit Chains dafür einen guten Grundstein gelegt.


911 Youth Nürnberg Punk

Demons Run Amok - Fest

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