Propagandhi (Photo by Michelle Olaya)
Propagandhi (Photo by Michelle Olaya)
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Born From Pain

Wieder einmal geht ein grandioses Hardcore/Punk-Jahr zu Ende. Ein Jahr voller Wahnsinns-Veröffentlichungen, genialer Shows und unvergesslicher Festivals! In den kommenden Tagen werden wir Euch deshalb täglich unsere persönlichen Höhepunkte des Jahres vorstellen. Unser Best-Of HC-Punk 2018!

Gleichzeitig dürft Ihr uns bis zum 23. Dezember 2018 Eure Highlights des Jahres in unserer Leserumfrage verraten.

Beantwortet hierfür einfach kurz folgende sechs Fragen und gewinnt mit etwas Glück 1 von 3 Überraschungspaketen im Sachwert von über 100 Euro! Die Ergebnisse der Umfrage präsentieren wir Euch dann im Januar 2019.

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Sophies Hardcore-Punk Highlights 2018

Ich bin zwar erst seit diesem Jahr bei AWAY FROM LIFE dabei, aber das bedeutet nicht, dass das Jahr nicht wie blöde gefüllt war mit Punk und Hardcore. Durch das Schreiben meiner Masterarbeit, in der ich mich mit Punkkonzerten beschäftigt habe, konnte sich meine musikalische Liebe in jeden Bereich meines Lebens einnisten und hat mich somit durch ein abwechslungsreiches, großartiges und unvergessliches Musikjahr geführt.

Alben des Jahres

Youth Avoiders – Relentless (Destructure Records)

„Willste was gelten, mach dich selten“ scheint das Motto der Youth Avoiders zu sein. Fans dieser absoluten Ausnahmeband aus Paris mussten 5 Jahre auf dieses Album warten und wurden in dieser Zeit gerade mal mit einer 4-Song-EP im Jahr 2016 umtröstet. Dafür hat sich die Wartezeit umso mehr gelohnt, ist Relentless doch eine absolute Granate. Jedes Lied geht in den durchschnittlich 2 Minuten komplett an die Decke und wieder zurück, schießt sich nach dem ersten Hören in deinen Kopf und bleibt da für immer. Keine andere Band schafft es einen so kompromisslosen Sound mit 100%igem Hit-Potenzial zu verbinden, wie diese vier Franzosen. Must listen!

Sweatshop Boys – Two Men (Rockstar Records)

Dass diese Band mit ihrem catchy poppigen Garage-Punk in Deutschland so ein Nischendasein führt ist eigentlich unerklärlich, ist ihr im Jahr 2013 erschienenes Debüt doch mit Abstand die beste Platte dieses Genres. Mit Two Men schließt die israelische Band an diesen Sound an und geht trotzdem ein bisschen neue Wege. Weniger Groove, dafür mehr Gefühl – dennoch stets die gleiche Ohrwurm-Frequenz, die dich direkt an den Füßen packt und durch den Raum tanzen lässt.

Lumpy and the Dumpers – Those Pickled Fuckers (La Vida Es Un Mus Discos)

Ja, okay, streng genommen ist das Album nicht aus dem Jahr 2018, aber wenn wir in Geschäftsjahren denken, dann geht das schon klar. Außerdem wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, euch dieses Meisterwerk ans Herz zu legen, das eh bei jedem Hören wieder was Neues entdecken lässt. Und was man da alles entdecken kann! Weirder Freakpunk mit noisigen Anleihen voller Bodyhorror, der sich mit dem ganzen Körper wahrnehmen lässt – und das nicht auf angenehme Weise. Meine persönliche Bezeichnung: phenomenological punk. Nach dem Durchhören bitte einmal duschen.

No Problem – Let God Sort Em Out (Deranged Records)

Eine Chronologie des ersten Hörens von Let God Sort Em Out:

1. ääh was okay hä?
2. Oh okay, nice – altmodisch, aber nice.
3. Aaah groooovy
4. Geballerballerballerballer
5. Ich weiß nicht, ob das Album zu ende ist, oder ich einfach nur taub bin. Egal – worth it!

EPs & Singles des Jahres

Pisse – Hornhaut ist der beste Handschuh

Wer Pisse kennt, wird wissen, dass sich ihr minimalistischer Punk mit Fremdinstrumenteneinflüssen und drakonischen Texten kaum bis gar nicht beschreiben lässt und für Hornhaut ist der beste Handschuh (übrigens die zweite von zwei EPs, die die Band dieses Jahr veröffentlich hat) gilt das umso mehr. Wer Pisse nicht kennt, geht sich bitte in der Ecke schämen und hört sich dabei dieses Machwerk an.

Soul Glo – Tour Tape 2K18

„Due to legal shit in Missouri“ wurden die drei Songs auf diesem Tape veröffentlicht. Keine Ahnung, welche Geschichte da genau hinter steckt, aber es ist auch egal angesichts des Bombastements, das Soul Glo hier liefern. Straight auf den Punkt gebrachter Black Power-Hardcore, der keine Fragen offen lässt.

Petrol Girls – The Future Is Dark (Flight 13 Records)

Als Frau im Jahr 2018 sollte man eigentlich nichts anderes als wütend sein. Wenn das Motto des Jahres „I can’t believe I still have to protest this shit“ lautet, dann liefern Petrol Girls mit dieser EP den Soundtrack dazu. Auch wenn sie es gefühlt ein wenig ruhiger angehen lassen, so strotzen die drei Songs dennoch voller fucking feminist energy und purem Empowerment in Hymnenform.

Demo des Jahres

Massenschlägerei – Demo

Gegen Studium. Gegen Dinkelkekse. Gegen Eintrittspreise. Gegen Arbeit. Gegen Deutschland. Gegen Heidelberg. Massenschlägerei aus Mannheim besinnen sich auf ihrer Demo auf das pure Dagegensein und liefern erstklassige und schnörkellose Deutschpunk-Hymnen, die darauf hoffen lassen, dass es sich hierbei nicht nur um die Semesterferienbeschäftigung gelangweilter Soziologie-Studenten handelt.

Shows des Jahres

  1. Propagandhi, Iron Chic, Not On Tour, Antillectual am 26.04. in Garage, Saarbrücken
  2. Youth Avoiders, Pisshit am 17.11. im Klapperfeld, Frankfurt am Main
  3. Knochenfabrik, NO°RD, Ersatzkopf am 26.10. im Schlachthof, Wiesbaden

Festivals des Jahres

Pfingstfest (Juz Mannheim, 19.5. – 20.5.)

Der Name lässt es nicht vermuten, aber das zweitägige Indoor-Festival sollte bei jedem Hardcore-Fan auf der Merkliste stehen. Für wenig Geld gibt es ein absolut wertvolles Line-Up in gepflegter DIY-Atmosphäre. Mit unter anderem Hysterese, Bad Sports, Radioactivity, Erica Freas oder Reiz war für jeden was dabei. Von schweißgetränkter Bühnenshow unter Schwarzlicht bis zu stickiger Floorshow inklusive Mülltornado im Juz-Keller war die diesjährige Ausgabe ein einziges Erlebnis.

Booze Cruise (Hamburg, 7.6. – 10.6.)

Das Hamburger Clubfestival hat nicht nur den Vorteil in der schönsten Stadt Deutschlands stattzufinden, sondern konnte auch mit einem erstklassigen Line-Up (unter anderem RVIVR, The Lillingtons, Scheisse Minnelli und Idle Class), fussläufigen Locations, Bootsfahrten und Ananassen punkten.

Enttäuschung des Jahres

Criminal Code – 2534 (Deranged Records)

Waren die in den Jahren 2012 bis 2016 veröffentlichten Sachen von Kriminal Code noch Ausnahmeerscheinungen in Sachen düsterem Post-Hardcore, ist das diesjährig veröffentlichte Album einfach nur langweilig, repetitiv und absolut generisch. Sehr schade!

Für das nächste Jahr wünsche ich mir…

… eine ausgiebige Jawbreaker-Reunion-Tour auf dem europäischen Festland.

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Bulseye

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