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Insanity

Ich weiß nicht mehr genau wann oder wo mir die Oldenburger BITUME zum ersten Mal über den Weg liefen, aber ich kann mich noch ganz genau an meine erste Meinung in Bezug auf die 2000 gegründete Punkrock-Kombo erinnern:
„Gutes Songwriting, welches ins Ohr geht und im Kopf bleibt…aber diese Stimme des Sängers wirkt irgendwie total unpassend“!

Darum schrieb ich sie schnell ab und entfernte die CD (ich glaube es war ihr 2004er Album „Punkrock Motorcity“) wieder aus dem Abspielgerät meines fahrbaren Untersatzes.
Aus Alternativlosigkeit landete sie dann aber doch noch ab und an im Spieler, da ich immer wieder vergaß die Musikauswahl in meinem Handschuhfach einer Erneuerung zuzuführen…und schließlich geschah es, dass ich gefallen an der Stimme von Sänger Chrischan fand.
Es war irgendwie so wie beim ersten Bier – am Anfang schmeckte es nur seltsam, ungewohnt und irgendwie nicht wirklich gut…ein paar Biere später war es aber das Geschmacks- und Gefühlserlebnis schlechthin.

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Warum ich das alles erzähle? Weil es mir mir nun bei ihrem neuen Album „Aku“ wieder ganz genauso ergangen ist. Nur mit dem Vorteil, dass ich diesmal wusste, dass ich dem Album ein paar Durchläufe gewähren muss, bevor ich mir eine endgültige Meinung bilden kann.
Diese hat sich nun nach etlichen Runden ihres siebten Albums mehr als gefestigt.

Schon etliche Punkrock-Bands haben, mehr oder weniger glanzvoll, versucht auch mal auf ruhigeren akustischen Wegen zu wandeln.
Geschafft in Erinnerung zu bleiben haben es aber nicht gerade viele, denn oftmals passten die alten Songs nicht ins neue Soundgewand oder die neu geschriebenen Songs spiegelten klar wieder, dass der Schuster doch am Besten bei seinen Leisten bleibt.
Nun kommt also auch von BITUME ein 13 Song starkes Album, welches ein akustisches Potpourie aus alten und neuen Stücken bildet.
Wobei hier nicht die klassische Akustikgitarre das Klangbild dominiert; hier ist das Gegenteil der Fall, denn durch den mehr als gewieften Einsatz der türkischen Saz mit Piano und Kontrabass entstehen von Lied zu Lied die unterschiedlischsten Strukturen von Gypsy und Polka über Beat und Country. Die Instrumente harmonieren auch wirklich miteinander, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass dieses Album live und minimal eingespielt wurde.
So weiß man auch nie wirklich in welche Richtung das nächste Lied steuert, wodurch in keinem Moment Tristesse einsetzt.
Ich hätte auch nie gedacht, dass sich die Strukturen von Bitume´s Liedern so gut in Akustische Klangbilder drücken lassen, aber Songs wie „Punkrock Motorcity“ oder „Wind“ machen in diesem Gewand mindestens genauso viel Sinn, wie in der schnelleren Originalvariante.

Bitume haben mit „Aku“ ein Album veröffentlicht, welches dem gemeinen Bitume-Freund wohl mehr als Freude bereiten wird.
Aber auch diejenigen die dieser Band bisher noch nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt haben, sollten dieses an dieser Stelle nun tun, denn das Album macht wirklich Spaß…wenn dieses auch evtl. ein paar Durchläufe benötigt!

BITUMEaku ist:
BRADY – Gesang
PHILIP – Gitarre, Gesang
U.W. – Kontrabass
TOM – Schlagzeug, Mundorgel
ANDI – Stagepiano, Orgelei
AKKI – SAZ


Band: Bitume
Titel: Aku
Label: Rookie Records
Format: Album
Veröffentlichung: 3. Februar 2017
Spieldauer: 44:56
Tracklist:
01. Wahlwiederholung
02. Kammerflimmern
03. Santiago
04. Atlantik
05. Gut im Trend
06. Kein Heldenkostüm
07. Legenden
08. Maulhelden
09. Keine schöne neue Zeit
10. M.S. Abschied
11. Ein schöner Tag am Hafen
12. Wind
13. Punkrock Motorcity

Live:
17.02.17 Köln, Museum (Aku)
18.03.17 Bremen, Etage (Bitume Aku)
16.06.17 Nordenham, Fonsstock Festival (Bitume Aku)
15.07.17 Goldenstedt, Afdreiht un Buten Festival 

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BEWERTUNG
Gesamteindruck
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Ich beginne mal nicht mit meinem Namen, sondern mit dem was mich ausmacht: Ich bin ein Weltenbürger, welcher es liebt seine Gedanken und Emotionen in guten handgemachten Klängen zu verlieren und genauso wieder herauszubefördern. Oder um es einmal schlicht und einfach mit den Worten eines guten Freundes zu beschreiben: I LIVE ON A BIG ROCK - CALLED PUNK-ROCK

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