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Scheisse Minnelli

Für mich sind Bullet For My Valentine wie eine unschlüssige Beziehung. Manchmal die große Liebe, manchmal der schlimmste Albtraum. Seit dem Debüt The Poison aus dem Jahr 2005 ist diese Band nun Teil meines Lebens und war nachhaltig für meinen Einstieg in die Emoszene verantwortlich. Seitdem hat sich viel verändert. Einst als die große Hoffnung für die Zukunft des Metals betitelt, haben Bullet For My Valentine es mittlerweile auf die großen Bühnen geschafft – nicht zuletzt als Headliner des With Full Force Festivals -, jedoch konnten die nachfolgenden Veröffentlichungen nie wirklich an die Erwartungen des Debüts anknüpfen. Aber genug der Vergangenheit und auf in die Zukunft. Am 29. Juni 2018 erscheint die neue Platte Gravity und was diese kann, erfahrt ihr im Folgenden.

Gravity beginnt mit dem vielversprechenden Opener Leap Of Faith. Was direkt auffällt sind einzelne Elektroeinflüsse, welche immer wieder zu hören sein werden. Darauf folgt mit Over It ein echtes Highlight. Der bereits veröffentlichte Song kommt sehr melodisch und mit einem Refrain, der sofort ins Ohr geht – und fataler Weise dort auch erstmal bleibt. Man könnte meinen man findet nichts zum meckern. Das soll sich ab Letting You Go ändern. Was versuchen Bullet For My Valentine hier? Es klingt wie ein kläglicher Versuch Linkin Park zu imitieren. Das klingt nicht frisch, sondern verbraucht. Im folgenden wird es sich zu einem Einheitsbrei aus Einflüssen von Linkin Park und Bring Me The Horizon entwickeln. Der Song Not Dead Yet unterstreicht dies nochmal. Auch die „Woooh, Woooh!“ Parts werden immer penetranter und klingen wie billige Pop Songs. Diese Tendenz gipfelt im wirklich reinen Pop Song The Very Last Time. Zum Glück wird es mit Peace Of Me wieder besser, um dann mit Under Again wieder enttäuscht zu werden. Der Titelsong Gravity hätte auch Bring Me The Horizon´s Album Sempiternal zu hören sein können. Und immer wieder „Woooh, Woooh!“ Parts. Coma bildet auch keine Abwechslung. Doch dann, endlich! Ich wollte die Hoffnung schon aufgeben, aber dann kommt mit Don´t Need You endlich ein richtiger Kracher. Der wohl beste Song des Albums ist heavy und hätte auch auf einem Nachfolger von The Poison stehen können. Geht doch! Den Abschluss macht der Song Breathe Underwater. Dieser Song ist die klassische Ballade auf einem Bullet-For-My-Valentine-Album, welche auch seine Daseinsberechtigung hat. Ein versöhnlicher Abschluss also.

Fazit:

Das sich Bands mit der Zeit weiterentwickeln, ist etwas ganz Natürliches und auch sehr wichtig. Nur bei manchen klappt es mit Erfolg und bei manchen kommt Gravity dabei raus.

Gravity ist kein Album für Fans der Band, welche auf die alten Songs von Bullet For My Valentine stehen – zu denen ich zähle. Fans von poppiger Rockmusik könnten jedoch trotzdem Spaß an dem Album haben. Vielleicht hat Gravity einen Streitfall-Charakter. Doch mich hat die Platte nicht überzeugt, weil sie nicht mehr nach Bullet For My Valentine klingt. Nichtsdestotrotz gab es auch einige vielversprechende Tracks und man muss wohl das nächste Album der Band abwarten, um zu sehen wohin die Reise für Bullet For My Valentine gehen wird. Aber in Anbetracht der Beziehung zu dieser Band, denke ich darüber nach mich zu trennen.

Anspieltipp: Don´t Need You

Gravity erscheint am 29. Juni 2018 über Spinefarm/ Universal Music.

 

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