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Insanity

Es ist merkwürdig, aber jedes Mal, wenn ich Clowns höre, muss ich unweigerlich ans Autofahren denken. Ich bin seit ach Jahren nicht mehr Auto gefahren, aber trotzdem bekomme ich diese Assoziation nicht aus dem Kopf. Bei ihrem neuen Album Nature/Nurture ist das tatsächlich nicht anders, deswegen werde ich versuchen zu erklären, warum ich finde, dass dieser 11-Song-Brecher von einem Album die perfekte Platte zum Auto fahren ist…oder für einen Need for Speed-Soundtrack.

Zugegebenermaßen, Nature/Nurture versucht nicht mal irgendwie langsam anzufahren, sondern steigt gleich im fünften Gang bei 150kmh ein. Das ist fantastisch und genau das, was wir von Clowns hören wollen. Behäbige Intros oder Tempokonstruktionen würden hier nur unnötigen Speicherplatz verschwenden. Mit dem ersten Track Bland Is The New Black werden somit gleich Maßstäbe in Sachen vorwärts gehendem Hardcore-Punk gesetzt, die während des kompletten Albums erfüllt werden können. Die Zündkerzen entfachen unmittelbar Feuer von Null auf Hundert. (Ich hab keine Ahnung von Autos, weswegen ich nicht weiß, wie sinnvoll diese Metapher wirklich ist, aber ihr wisst, was ich meine). Die folgenden Songs, die bei teilweise stattlichen Längen von bis zu viereinhalb Minuten ihr Tempo trotzdem nicht verlieren, setzen die wilde Fahrt ohne Boxenstop fort. Es gibt Momente, die euphorisieren so sehr, dass du das Bedürfnis bekommst durch das Dachfenster blank zu ziehen. Wenn Sänger Stevie Williams und Bassistin Hanny J in Soul For Sale beispielsweise auf einmal zweistimmig loslegen, wünscht man sich retrospektiv das würde man auf Nature/Nurture öfter zu hören bekommen.

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Aber im Geschwindigkeitsrausch werden solche minimalen Makel sowieso äußerst schnell vergessen. Letztendlich wissen die Clowns einfach nur zu gut, wann sie aufs Gaspedal (viel und oft) und wann sie auf die Bremse (selten) zu drücken haben. Gerade mal im letzten Song Nurture wird das Tempo kurzzeitig etwas runtergeschraubt. Es soll wohl sagen; bald ist Schluss, bald ist der Roadtrip vorbei. Aber im Gegensatz zu Sprit verschleudernden Autofahrten müsst ihr hier wirklich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr die Tour einfach nochmal von vorne beginnt – und nochmal und nochmal und nochmal.

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