Seit 2016 gibt es mittlerweile die aus Hannover stammende Band Cremations, die sich auch ehemaligen Mitgliedern von Bands wie Empty Vision, Downfall of Gaia und King Apathy zusammensetzt. Zeit genug, um sich in der hiesigen Szene bereits einen gewichtigen Namen erarbeitet zu haben. Dazu trägt nicht zuletzt die Ende 2017 erschienene EP 1417 bei, mit der das Quartett aus der niedersächsischen Landeshauptstadt bereits gehörig auf sich aufmerksam gemacht hat. Nun also der erste Full Length-Output, der auf den schönen und zugleich vielsagenden Titel Dissolution Of Balance hört. Erschienen ist der bereits am 21. Februar über Isolation Rec.. Hier gesellen sich die Jungs zu einer illustren Runde an Bands wie Mass Worship, Lowest Creature und Rise and Fall.

Cremations (Pressebild, 2020)

Sollte man Cremations bisher noch nicht auf dem Schirm gehabt haben, weiß man spätestens jetzt, was einen musikalisch erwarten wird. Geboten wird ein Mix aus düster und extrem wütend eingespieltem Hardcore-Punk mit stark metallischem Einschlag. Lange gefackelt wird dabei wahrlich nicht. Ab Sekunde 1 brennen Cremations auf den 23 Minuten Spielzeit ein wahres Feuerwerk an insgesamt zehn Songs ab, das den Hörer sofort fesselt und mitreißt. Dabei handelt es sich hier nicht um stupides Geballer der stumpfen und monotonen Sorte.

„If there’s a hell we’ll all go down. Depleted, soiled, reaved, destroyed“.

Dissolution Of Balance ist ein Release, das abwechslungsreich und vielschichtig daher kommt. Zwar gehen die meisten Songs in der genretypischen Manier straight nach vorne und brennen sich in die Gehörgänge, machen aber gerade aufgrund der vielen kleinen Spielereien auch bei mehrmaligem Hören noch richtig Spaß und werden nicht langweilig. Auf preschende Doubleblass-Parts folgen drückende Breakdowns. Pausen kennen die Jungs dabei keine. So muss Hardcore im Jahr 2020 klingen, wenn er zur Cème de la crème gehören will.

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Cremations (Bild zur Verfügung gestellt)

Wie soll es auch anders sein, ist die negative Grundstimmung auch in den Lyrics omnipräsent. Angestachelt durch das beständige selbstzerstörerische Handeln der Menschheit wütet sich Sänger Michael mit seiner Kritik durch die einzelnen Songs, die wahlweise offen und unumwunden oder in unterschwelligen Anspielungen zum Vorschein tritt. Ein Auszug gefällig? „If there’s a hell we’ll all go down. Depleted, soiled, reaved, destroyed“. Insgesamt lässt sich festhalten: Cremations liefern auf ihrem Full Length-Debüt so richtig ab und zeigen den Genrekollegen mit Dissolution Of Balance wo der musikalische Hammer hängt.

Tracklist

  1. Nothing
  2. Vanishing self
  3. Beneath the soil
  4. Aftermath
  5. Broken shell
  6. Dehumanized
  7. Secure and safe
  8. No salvation
  9. Among wolves
  10. Dissolution of balance
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Rouven
Mein Name ist Rouven, ich bin 36 Jahre alt und komme aus Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen. Wenn ich nicht gerade auf Konzerten unterwegs bin, trifft man mich wahrscheinlich auf einem Fußballplatz in der Region. Musikalisch liegen bei mir die Wurzeln ganz klar im Punkrock (Pennywise, NOFX, Bad Religion, Millencolin) aber auch Hardcore-Scheiben rotieren bei mir auf dem Plattenteller (Risk it, Champion etc.).
cremations-dissolution-of-balance-review-2020Fünf von fünf Sternen für diese Platte sagt ja wohl alles.

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